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Olivia's p.o.v.


Ich hatte den beiden noch zugewunken, ehe ich mich wieder gemütlich zurück in den Beifahrersitz lehnte und Chris losfuhr.
„Und was machen wir zwei Hübschen jetzt?“, fragte er und warf einen kurzen Blick zu mir, ehe er in die nächste Gasse bog.
„Erstmal die Kleine zu Hause absetzen und dann können wir ja weiter gucken.“, Fabi gähnte demonstrativ, als ich einen Blick nach hinten warf und schloss die kleinen Äuglein. „Sie gehört ins Bett!“
„Also fahren wir jetzt erstmal zu dir?!“, schlussfolgerte der Blonde, aber ich schüttelte den Kopf.
„Nein... zu Noah nach Hause... also nach Schöneberg. Weißt du wo die St. Elisabeth Kirche ist?“
„Die mit den Spitzen Türmen?“, fragte Chris gegen und ich nickte leicht.
„Von da aus ist's dann nicht mehr weit!“
„Hast du gehört, Fabienne? In zehn Minuten darfst du in dein Bettchen und von Onkel Richies schöner neuer Wohnung träumen!“, Chris grinste leicht und warf einen Blick in den Rückspiegel, bevor er sich wieder auf die Straße konzentrierte und auf die Bundesstraße auffuhr.
„Schade, dass ihr morgen früh raus müsst. Wir hätten ins Glow. gehen können oder so...“, warf ich dann ein und drückte auf dem Touchscreen links neben mir herum, um den Radiosender zu wechseln.
„Wir gehen ins Glow., wenn wir wieder zurück sind, okay?“, schlug Chris dann vor und ein Grinsen stahl sich auf seine Lippen, als Radio Summertime „Round & Round“ von US5 ankündigte.
„Die spielen alle nur Schrott!“, stellte ich nüchtern fest und verzog dann leicht den Mund, als mir klar wurde, was ich da gerade gesagt hatte. „Also, ich meine... ähm... naja...“
„Du brauchst dich nicht zu rechtfertigen, Ella... ich hab schon verstanden, was du sagen wolltest! Ehrlich gesagt bin ich sogar froh, dass du nicht so fanatisch auf unsere Musik stehst, wie unsere Fans. Ich glaube es würde mich wahnsinnig machen, wenn ich ständig unsere Songs hören müsste, weil du sie so magst!“, er lachte locker auf und ich atmete tief die Luft ein, die die Klimaanlage durch den Wagen pustete.
Der Song hatte inzwischen schon angefangen zu spielen und erst nach wenigen Sekunden konnte ich mich dazu durchringen erneut den Finger auszustrecken und den Sender zu wechseln.
„Ähm... ja... wie auch immer... also ihr fahrt morgen früh nach Düsseldorf und... kommt wann wieder?“
„Morgen Abend!“, mit einem Seitenblick aus meinem Fenster bog Chris die nächste Abfahrt ab und ich drehte mich noch einmal nach hinten. Fabi schien inzwischen schon tief und fest zu schlafen.
„Ihr fahrt an einem Tag von Berlin nach Düsseldorf und wieder zurück? Das sind insgesamt über 1000 Kilometer!“, ich zog die Augenbrauen leicht zusammen, aber Chris zuckte nur die Schultern.
„So ist das mit unserem Beruf eben. Manchmal verbringen wir mehr Zeit im Auto als auf der Bühne.“, er seufzte leise und ich lehnte den Kopf schief an die Kopflehne um ihn anzusehen.
„Warum fliegt ihr nicht?“, fragte ich dann leise und er zuckte die Schultern.
„Innerhalb von Deutschland fliegen wir eher selten...“
„Fliegen ist viel billiger als Fahren...“
„Sag das dem Management und nicht mir... jetzt ist es mir auch egal!“, eine Sekunde herrschte Stille, dann atmete er tief durch. „So, jetzt sind wir an der Kirche. Und jetzt?“
Ich richtete meinen Blick wieder aus der Frontscheibe, ehe ich ihn zu Noahs Haus lotste und dann schließlich, nachdem er direkt vor der Einfahrt gehalten hatte, ausstieg und Fabi abschnallte, um sie aus dem Kindersitz in meine Arme zu heben und dann den Kindersitz aus dem Auto zu holen.
„Magst du noch mit reinkommen?“, fragte ich den Blonden und drückte umständlich auf die Klingel, aber er schüttelte den Kopf.
„Ich warte hier draußen...“
Irgendetwas hatte unsere Stimmung getrübt und gab mir das Gefühl, dass etwas nicht stimmte, aber ich konnte nicht genau sagen, in welchem Moment es genau geschehen war. Irgendetwas lag Chris auf dem Herzen. Er hatte eine Entscheidung getroffen oder es war irgendetwas passiert. Nur was genau konnte ich zu dem Zeitpunkt nicht sagen.
Noah erschien in der weißen Haustür und lächelte sanft, als er mich entdeckte, dann nahm er mir Fabi ab und ich stellte den Kindersitz in die Tür.
„Das ist er also?“, fragte er lächelnd und sah kurz zu Chris, der sich gerade wieder in den Wagen setzte.
„Ja... ich geh dann jetzt wieder. Bis dann...“
„Warte mal. Darf ich wenigstens erfahren, wo meine Tochter heute so war?“, ein leichtes Grinsen erschien auf seinen Lippen, als er die knapp Zweijährige gemütlicher in seine Arme legte, wobei sie die Nase kräuselte und kurz den Anschein machte, als würde sie gleich aufwachen. Aber sie schlief weiter.
„Wir haben ein paar Wohnungen mit einem Freund besichtigt... nichts Besonderes also, aber sie war ganz schön müde!“, ich strich ein paar blonde Strähnen aus dem kleinen Gesicht meiner Nichte. „Bis morgen, Noah...“
„Ella..“, hielt er mich noch einmal zurück, bevor ich mich gänzlich umdrehte.
„Man muss manchmal ein Risiko eingehen, um gewinnen zu können, denk daran!“, er lächelte und ich verdrehte die Augen – wie so oft, dann lief ich zurück zum Auto, hörte die Haustür zugehen und öffnete dann die Beifahrertür.
„Also, was machen wir jetzt?“, fragte Chris, als ich gerade den Gurt feststecken wollte.
„Wir können ins fab! fahren und was trinken oder so!“, schlug ich vor und er nickte zustimmend. „Ich ruf nochmal schnell Lynn an. Wer weiß, was die zwei treiben!“
Chris grinste leicht, als ich nach meinem Handy griff und Lynns Nummer wählte. Ich hatte ungefähr zehn Mal angerufen, bis sie endlich mal mit einem „Ja?“ abnahm.
„Warum gehst du nicht an dein Handy?“, fragte ich sie sofort und war etwas sauer.
„Ich hab’s nicht gehört…“, kam es sofort wieder und da tat es mir schon leid, dass ich sie so angefahren hatte – aber ich entschuldigte mich nicht.
„Was macht ihr?“, fragte ich also weiter und tat so, als wäre nichts.
„Nichts. Er hat mich gerade Heim gebracht. Und warum hast du jetzt angerufen?“
„Ähm... wollte nur hören, ob ihr noch lebt. Ihr seid jetzt also bei dir?“
„Ja... ich leg jetzt wieder auf, Ella... bis morgen!“, und keine Sekunde später tutete es an der Leitung.

Knapp zwanzig Minuten später saßen wir also in der hintersten Ecke des fab!'s (vorne an den großen Fenstern hatten sich ein paar Mädchen über US5 unterhalten, also waren wir lieber so schnell wie möglich nach hinten abgezogen), mit unseren alkoholfreien Cocktails vor uns auf dem Tisch und musterten uns stillschweigend.
Ich stocherte in meinem Cherry Kiss herum, als würden die Eiswürfel dadurch schneller schmelzen oder zerbrechen und Chris rührte gedankenverloren in seinem Blue Jeans, bis er seufzte, den Stohalm losließ und mit seinen Fingern meine freie Hand umschloss.
„Was denkst du wirklich über das alles hier?“, fragte er und es kam so überraschend für mich, dass ich in meinem Gestochere inne hielt und ihn einfach nur anstarrte.
„Wie... von was?“, fragte ich dann dagegen und ließ meinen Strohhalm los, um meine Hand auf seine zu legen.
„Von- allem. Von uns... von meinem Job. Ella, ich brauche einfach... Klarheit über das alles hier.“, der Blonde beugte sich ein Stück zu mir nach vorne und sah mir fest in die Augen, was mich dazu brachte die eigenen zu schließen.
„Hatten wir uns nicht vor ein paar Tagen noch darauf geeinigt, dass wir es... langsam angehen?“, fragte ich leise und hörte sein lautes Seufzen.
„Nein- davon haben wir nie geredet. Du hast dieses Einkommen höchstens mit dir selbst geschlossen!“, antwortete er mir dann, ließ meine Hand los und erst in dem Moment wurde mir bewusst, wie ernst die Lage war. Wie ernst Chris es meinte.
„Hör zu Chris...“, ich wollte gerade anfangen ihm zu erklären, was in mir vorging, als Stella, eine meiner Arbeitskolleginnen, auf uns zukam und sich einfach einen Stuhl herbei zog um sich zu uns zu setzen.
„Kannst du morgen meine Schicht übernehmen, Ella?“, fragte sie mich dann sofort und ich strich mir ein paar blonde Haare hinters Ohr.
„Wann?“, fragte ich nur schnell, um sie wieder loszuwerden.
„Um zehn morgen früh... bitte... ich hab ein Date und ich hab vergessen...“
„Okay...“, normal hätte ich schon längst nachgehakt, mit wem sie das Date hatte und warum sie sich schon morgens früh um zehn trafen, aber gerade war Chris wichtiger.
„Dankeschön!“, breit grinsend wollte sie wieder verschwinden, als sie sich noch einmal umdrehte. „Das geht aufs Haus!“, sagte sie dann und deutete auf die Cocktails.
„Kay...“, murmelte ich nur leise und versteckte dann den Kopf in den Händen.
Ich konnte Chris' Blicke auf mir förmlich spüren und die restlichen Minuten, die wir da saßen und unsere Cocktails tranken, schwiegen wir uns an.
Ich warf mir gerade meine dünne Jacke über, als Chris nach meiner Hand griff.
„Wir gehen jetzt zu mir!“, sagte er leise und klang dabei etwas barsch. Ich wollte eigentlich etwas dagegen sagen, aber ich konnte nicht. Ich wusste, dass das ewig zwischen uns stehen würde, und das wollte ich nicht. Aber bei ihm würde ich keine Möglichkeit haben dem Gespräch – ihm – auszuweichen. Es gab keinen Ausweg.

Die Stereoanlage lief leise im Hintergrund und spielte „Everything“ von Lifehouse immer und immer wieder. Meine Schuhe lagen unordentlich mitten im Weg, die braune Handtasche hing an der Wohnzimmertür, meine Jacke lag über der Couchlehne. Im Gegensatz zu Chris' Sachen, die ordentlich aufgehangen und weggeräumt waren.
Ich saß zusammengekauert in der Ecke der weißen Couch, die Füße an den Körper gezogen und den Kopf in einer Hand versteckt. Chris saß neben mir, locker ein Bein auf der Couch, und musterte mich.
Der Abstand zwischen uns schien riesig zu sein, dabei waren es nur wenige Zentimeter.
Die Rollläden hier im Wohnzimmer waren heruntergelassen, alle Türen waren verschlossen. Nur durch zwei Spalten drang das Licht leicht zu uns durch.
„Ich...“, fingen wir beide an und starrten uns durch die Dunkelheit des Raumes an, dann deutete Chris mir an zu sprechen und ich nickte kaum merklich.
„Ich- mag dich wirklich gerne Chris... wirklich sehr gerne. Viel zu gerne. Und wären da nicht so viele Faktoren, die dagegen sprechen, würden wir vielleicht sogar gut zusammen passen... denke ich.“, fing ich an und Chris seufzte sofort auf.
„Hör zu Ella, hör auf so um den heißen Brei zu reden, sondern sag einfach die Wahrheit. Ich werde sie schon verkraften!“
„DU vielleicht, aber was ist mit mir? Vielleicht will ich mir die Wahrheit ja selbst nicht eingestehen. Vielleicht bin ich diejenige, die sie nicht verkraften würde. Gib mir wenigstens einen Moment Zeit darüber nachzudenken, wie ich es so formulieren kann, dass es auch MICH schont!“, ich wusste, dass ich nicht den freundlichsten Ton an den Tag legte und dass ich mich dafür eigentlich entschuldigen müsste, aber ich konnte nicht.
Er wollte die Wahrheit? Er wollte wissen, was mit mir los war? Was mich beschäftigte?
Nun, das Problem war es nicht ihm die Wahrheit zu sagen. Das Problem war, dass ich die Wahrheit selbst nicht kannte.
„Um Ehrlich zu sein, denke ich, dass ich einfach nicht damit klar kommen würde, dich nicht jeden Tag zu sehen, aber das habe ich dir doch das letzte Mal schon erklärt. Das- hat nichts mit dir zu tun, oder damit, dass ich dir nicht vertraue oder so. Ich vertraue dir ehrlich gesagt wahrscheinlich sogar mehr als mir. Es ist einfach...“, ich stoppte und versuchte mich zu sammeln, die richtigen Worte zu suchen, bevor ich weiter sprach, „... ich glaube einfach, dass ich nicht bereit bin für eine Beziehung, in der ich so viel Verantwortung tragen müsste... wir reden doch hier von einer Beziehung, oder?“
Chris nickte, als würde er mich verstehen, aber er sah aus, als müsste auch er erst einmal verstehen, was ich da sagte.
„Heißt das, du... wären da all diese Faktoren nicht, dann...“
„Ich glaube, wenn ich es zulassen würde... wenn ich es zugelassen hätte, dann wäre ich schon jetzt völlig a- nein... noch mal. Ich denke, wenn ich es schon früher zugelassen hätte, wäre ich jetzt noch abhängiger von dir, als ich es bin, aber ich will nicht abhängig sein. Und Liebe würde mich abhängig machen. Sie- tut es doch jetzt schon!“, ich sah ihn nicht an, während ich sprach, bis seine Hand nach mir griff und er näher an mich heran rückte.
„Das heißt... würdest du es zulassen, würdest du mich lieben?“, fasste er noch einmal zusammen.
„Chris...“, setzte ich an um mich wieder heraus zu reden, aber ich wusste, dass ich schon zu tief drin steckte.
„Aber du hast Angst abhängig zu werden und deswegen wirst du es nicht zulassen!“
„Ich bin schon abhängig!“, murmelte ich leise.
Seine warmen Finger legten sich auf meine Wange, wanderten unter mein Kinn und hoben es an. Einen Moment sah er mir nur wortlos in die Augen, zwang mich ihn auch anzusehen. So schnell wie es passierte, realisierte ich überhaupt nicht, dass sich seine Lippen auf die meinen legten. Es war sanft- fast so, als würde er mich gar nicht berühren, aber es war da. Auf einmal stürmten tausend verschiedene Gefühle auf mich ein, der Raum schien sich zu drehen, die Erde still zu stehen. Und dann schaltete sich ein Schalter in meinem Kopf um und ich schlang die Arme um seinen Hals, um ihn näher an mich zu ziehen.