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Olivia's p.o.v.


Fabis kleine Finger klammerten sich um meine, als wir die Treppen zur nächsten Wohnung hoch stiegen. Wir liefen hinter den anderen, weil sie für jede Stufe etwas länger brauchte, schließlich musste sie ihre beiden Beine erst einmal hoch hieven. Normalerweise krabbelte sie Treppen noch hoch, jetzt hielt sie sich mit einer Hand zusätzlich noch am Treppengeländer fest.
Die Wohnung lag ziemlich zentral. Im Gegensatz zu der vorherigen Wohnung aber nicht in einem dieser kinderfreundlichen Wohnparkanlagen, sondern so ziemlich im letzten Loch Berlins. Da könnte er auch gleich zu Chris ziehen.
Ich wusste nicht genau, wieso Richie sich die Wohnung trotzdem unbedingt angucken wollte, aber ich sagte nichts darauf. Vielleicht hoffte er auf ein Wunder – der Makler würde sich schon etwas dabei gedacht haben, als er die Wohnung ausgesucht hatte.
Lynn stand in der Tür, als ich mit Fabi oben ankam und lehnte im Türrahmen.
„Was ist?“, fragte ich sie und ließ Fabis Hand los. Sofort rannte sie in die Wohnung.
„Ist nicht so sauber da drin...!“, Lynn wollte nach Fabienne greifen, aber da war sie schon durch die Tür im nächsten Zimmer verschwunden.
Ich kannte meine Nichte gut, vor allem ihre Vorlieben für Steckdosen und an ihren eigenen Fingern zu lutschen. In Kombination war diese Wohnung momentan nicht der beste Kinderspielplatz.
Chris griff gerade nach Fabis angelutschten Fingern und zog sie hoch, um sie auf den Arm zu nehmen, als wir ins Zimmer kamen.
„Hier liegen die Steckdosen und Kabel alle frei, wir sollten sie nicht alleine hier rumlaufen lassen!“, antwortete er mir, als schien er meine Gedanken gelesen zu haben und legte dann den freien Arm um meine Schulter.
„Scheiße- ihr seht aus wie eine kleine, blonde Familie!“, Lynn schüttelte den Kopf und lief zwei Schritte näher an Richie heran, der sich gerade etwas mit dem Makler unterhielt. Er schien auch nicht so begeistert.
„Wird hier noch renoviert oder...?“, fragte ich und stemmte eine Hand in die Hüfte.
„Nein – das müsste man alles alleine machen!“, der Makler sah etwas entschuldigend zu uns und ich warf Richie einen eindeutigen Blick zu.
„Vergiss es. Du hast gar keine Zeit das ALLES hier zu machen. Hier muss neu tapeziert und gestrichen werden, die Steckdosen müssen angebracht werden, die Türen fallen fast aus den Angeln und bis hier mal sauber ist und man mit dem Allen anfangen kann...“, ich schüttelte den Kopf und Lynn nickte.
„Sie hat Recht... das würde ewig dauern und eine Firma dafür einzustellen kostet dich nachher mehr als die Wohnung wert ist.“, sie griff nach Richies Hand, der dem Makler andeutete zu gehen.
„Dann fahren wir mal zur nächsten Wohnung, ich bin mir sicher, dass sie ihnen gefallen wird! Sie liegt in einer ruhigen Gegend, in der hauptsächlich Studenten und jüngere Paare leben.“, Herr Rainer wartete, bis wir alle die Wohnung verlassen hatten und schloss dann die Tür hinter uns.

Tatsächlich war die Gegend ganz okay. Ein paar Mehrfamilienhäuser, ebenso wie kleinere Reihenhäuser. Hier gab es weder Wohnblöcke noch Maschendrahtzäune oder allein herumstehende Einkaufswagen an Hauswänden. Die meisten Familien, die hier in einem Haus lebten, waren vielleicht an die fünf.
Was mich etwas verwirrte, war die Tatsache, dass wir auf dem nächsten EDEKA-Parkplatz hielten und Herr Rainer dann tatsächlich aus seinem Auto stieg.
„Ui- du kaufst einen Supermark! Super Richie- EDEKA heißt bald Stringination und du bist der Stringinator dieser supermodernen Einkaufskette!“
Chris grinste und stieg kopfschüttelnd aus, während Richie mich etwas verwirrt musterte, sich dann an die Stirn tippte und abschnallte.
„Stringinator... du spinnst ja!“, murmelte er und öffnete die Tür.
Lynn war auf der Beifahrerseite des Autos gerade damit beschäftigt Fabi aus ihrem Kindersitz zu befreien, als ich mich schließlich auch abschnallte und die Tür öffnete.
„Ich sag's dir... irgendwann leitet er einen Supermarkt!“, flüsterte ich ihr zu und Lynn kicherte. „Natürlich, natürlich... und du wirst Hauptberuflich Wahrsagerin!“, sie stellte Fabi auf ihren Füßen auf dem Boden ab. Sofort rannte die Kleine auf Chris zu und griff grinsend nach seiner Hand.
„Ehrlich? Und du wirst meine Assistentin? Du scheinst das ja mit dem Zukunft-Voraussagen genauso gut drauf zu haben wie ich!“
„Eher nicht... aber ich werde es in Erwägung ziehen, falls sie mich im Sender mal feuern sollten und ich sonst keine Alternativen mehr habe!“, grinsend lief Lynn zielstrebig hinter den drei Männern her, die den Supermarkt schon von hinten betraten – so sah es von weitem zumindest aus, bis ich die vier Klingeln neben der weißen Glastür entdeckte und merkte, dass es von dort aus in den Hausflur ging.
„Momentan wohnen hier nur ein frisch verheiratetes Ehepaar und zwei Studenten... es sind also noch zwei Wohnungen frei. Wenn sie wollen, können wir uns gerne beide anschauen.“, schlug der Makler vor und Richie nickte einstimmend.
„Na da bin ich jetzt aber gespannt...“, sagte ich leise und Chris lächelte über die Schulter zu mir, Fabi auf dem Armen.
„Das hier wäre dann die erste freie Wohnung, sie ist direkt im ersten Stockwerk...“, erzählte Herr Rainer und schloss die Tür auf, wobei er noch ein paar Daten ergänzte, die mich eher weniger interessierten.
Die Wohnung war relativ groß und hell; eigentlich war sie ganz schön. Vor allem anscheinend frisch renoviert. Aber spätestens der Blick aus dem Schlafzimmerfenster ließ mich auflachen.
„Na da hast du abends ja das perfekte Puff-Licht hier drin... das EDEKA-Schild ist zumindest direkt unter diesem Fenster.“
Auch Chris warf einen Blick aus dem Fenster und grinste leicht, als Fabi begeistert mit dem Finger an die Scheibe patschte, um auf das Licht zu zeigen. Ich zog sanft ihre Finger von der Scheibe weg, wo sie ein paar nasse Flecken hinterlassen hatte.
Lynn seufzte. „Du schaffst es aber auch jede Wohnung schlecht zu reden, Ella!“, sie hatte die Arme vor der Brust verschränkt und sah mich etwas schief an.
„Ach komm- du willst doch auch nicht das EDEKA-Schild unterm Schlafzimmerfenster haben, oder?“, fragte ich sie dann und sie zuckte mit den Schultern.
„Wir haben ja noch die nächste Wohnung... die hatte ich sowieso eher für sie gedacht!“, er deutete uns an, die Wohnung zu verlassen und noch einen Stock hinauf zu gehen.
Die Wohnung lag gegenübergesetzt, also war von dem Puff-Licht absolut nichts zu sehen – egal aus welchem Fenster man sah. Sogar das Badezimmer hatte ein Fenster, im Gegensatz zu der anderen Wohnung.
„Die Wohnung ist wirklich sehr geeignet!“, stellte Richie fachmännisch fest und Lynn nickte. Ich hielt ausnahmsweise mal den Mund und hob mir meinen Kommentar über nächtliche Einkäufe bei EDEKA für später auf.
Alle Zimmer waren weiß gestrichen und hatten hellen Laminatboden, die Steckdosen und Lichtschalter waren neu, ebenso wie die Türen.
„Die Wohnungen in diesem Gebäude wurden vor einigen Monaten erst neu renoviert, wie ihnen vielleicht auffällt. Warm kostet die Wohnung 670€ monatlich, 170€ davon gehen auf die Nebenkosten, die Heizkosten sind ebenfalls darin enthalten. Die Kaution würde drei Kaltmieten betragen, das wären 1500€. Die Küche bleibt drinnen.“, Herr Rainer sah noch einmal auf seine Unterlagen, um zu überprüfen, ob er alles gesagt hatte, was es zu sagen gab.
Ich schmunzelte leicht. Das klang ja richtig gut. Im Grunde hieß das hier, dass Richie sofort einziehen könnte.
„Ich werde noch einmal darüber nachdenken, aber ich glaube... dass ich sie nehmen werde!“, Richie nickte noch einmal bestätigend zu seinen Worten.
„Das ist wunderbar. Rufen Sie mich einfach an, wenn Sie sich entschieden haben, und dann werden wir alles Weitere regeln!“, Herr Rainer schüttelte ihm die Hand, wir verabschiedeten uns alle und verschwanden schlussendlich wieder im Auto.
„Ich hab Hunger!“, stellte ich schließlich fest und steckte meinen Gurt fest. Chris fuhr rückwärts aus der Parklücke.
„In der Nähe ist ein McDonalds...“, Richie beugte sich etwas vor und lehnte die Arme an Chris Sitz ab.
„Lynn?“, fragte ich und drehte den Kopf nach hinten, um sie anzusehen.
„Da waren wir schon länger nicht mehr... find' ich gut, die drei Euro kann ich noch zusammen kratzen!“, sie grinste leicht und ich nickte.
„Okay- also zum Mc'es, Herr Chauffeur.“, ich klopfte Chris grinsend auf den Arm und er seufzte leise.
„Versuche nicht deine Vorteile zu sehr auszunutzen, Fräulein, das könnte schief gehen!“, mahnte er mich und ich klopfte nur weiter auf seinen Arm.
„Jaja, natürlich, Chef, Sir!“, ich sah nicht, was Richie und Lynn taten, aber als Richie sich wieder zurück lehnte, konnte ich wetten, dass er und Lynn die Augen verdrehten, denn kurz darauf kicherte Lynn leise. „Fabi, hau mal die böse Tante neben dir!“, sagte ich zu meiner Nichte, aber sie klatschte nur lachend in die Hände. „Mist, nicht mal sie hört auf mich!“
„Dann würde ich mir jetzt mal Gedanken machen!“, schlussfolgerte Chris und bog konzentriert um die nächste Ecke.
„Hey, das ist mein Spruch!“, verteidigte ich mich, aber nun war er es, der nur frech grinste.
„Wollt ihr rein, oder fahren wir am Drive-in vorbei?“, fragte er schließlich und ignorierte mein Gemecker.
„Gehen wir rein, dann haben wir weniger Stress...“, entschied Richie.

Die Schlange drinnen war Gott sei Dank nicht sehr lang. Lynn und ich ließen die beiden Jungen vor, weil wir uns gemeinsam etwas bestellen wollten. Als Chris dann dran kam, wurden wir völlig aus unserer Diskussion abgelenkt.
„Ich hätte gerne ein Maxi-Menü mit einem BigMäc, aber anstatt der Standardsoße hätte ich lieber Mayo... und eine Cola, aber ohne Eiswürfel und Pommes... oh- und so ein Spielzeug aus der Junior-Tüte!“, erzählte er und ich warf einen etwas verständnislosen Blick zu Lynn, die die Augenbrauen grinsend hochgezogen hatte.
Der McDonalds-Mann war anscheinend auch etwas verwirrt, tat aber, wie ihm gehießen.
„Das kann einen Moment dauern...“, sagte er und wollte gerade die Actionfigur in ihrer Plastiktüte auf das rote Tablett legen, als Chris den Kopf schüttelte. „Kann ich lieber das Ponny haben?“
Ich lachte und drehte mich deshalb lieber schnell um, damit er mich nicht sah.
„Da hat jemand wohl eine feminine Seite...“, stellte Lynn fachmännisch fest, bis Richie bestellte.
„Zwei Cheesburger ohne Gurke und Käse aber mit extra Zwiebeln... und eine Coke und eine mittlere Pommes, bitte!“, sagte er in seinem besten Deutsch.
„Hat er gerade einen Cheesburger ohne... Käse bestellt?“, fragte ich Lynn ungläubig und sie nickte.
Sichtlich überfordert und genervt von den Extrawünschen der kleinen Stars vor uns, musterte der McDonalds-Mann mich, als ich vortrat.
„Habt ihr auch irgendwelche Extrawünsche?“, fragte er statt der standardmäßigen Begrüßung.
„Ähm... zwei Chickenburger, ein Hamburger, eine große Cola und eine große Pommes?“, fragte ich ihn und er nickte nur.
„Können wir Mayo zu den Pommes haben?“, fragte Lynn sofort nach und die Augenbraue des Typen zuckte gefährlich, als er ihr einen Blick zuwarf.
„Hilfe... die werden hier auch immer inkompetenter!“, murmelte ich leise und drückte leicht Fabis kleine Hand.
Als er unsere Bestellung auf dem Tablett fertig hatte, waren auch die Burger der Jungs fertig und wir konnte uns einen Platz suchen.
„Du hättest dir auch einfach einen Hamburger bestellen und uns die Gurke geben können, Richie...“, ich nickte zu meinen Worten und er grinste.
„Ich habe, was ich wollte!“, sagte er nur.
„Ich auch!“, Chris öffnete grinsend die Plastikverpackung des Ponnys.
„Oh- ja... wunderbar...“, ich wollte schon weiter reden, da reichte er Fabi das weiße Ponny. „Oh... achso...“