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Madelyn's p.o.v.


Das Zischen der Haarvolumenflasche wurde schnell von dem Britzeln des Volumens in meinem Haar übertönt. Sorgfältig verteilte ich die Masse in meinen langen Locken und rieb mir danach meine Finger an dem Handtuch ab.
Langsam öffnete sich ein Spalt meiner Tür und ein kleines blondhaariges Mädchen sah mich mit großen, strahlenden Augen an.
„Na du Monster! Wo hast du denn Ella gelassen?“, sprach ich zu ihr und beugte mich leicht nach vorn. Das kleine Mädchen klatschte aufgeregt in die Hände und lachte laut auf.
„Ella- Änden!“, erklärte sie und nickte heftig mit dem Kopf. Ich musste unwillkürlich lachen und streckte ihr meine Hand entgegen. Mit kleinen Trippelschritten lief sie in mein Zimmer, griff mit ihrer Hand nach meiner und grinste mich breit an.
„Hilfst du mir bitte meine Klamotten auszusuchen? Ich weiß gar nicht, was ich heute anziehen soll!“, erklärte ich und sah sie bittend an. Wieder nickte sie und klatsche mit ihrer freien Hand auf ihren Oberschenkel. Das unbeschwerte Strahlen in ihren Augen, wenn sie lächelte, erinnerte mich jedes Mal aufs Neue wieder daran, wie einfach und leicht sie das Leben sah. In solchen Momenten bewunderte ich Ella und ihre Familie dafür, wie sehr sie sich bemühten Fabi das körperliche und seelische Leid ihres Vaters nicht all zu offen zu präsentieren. Obwohl ich mir sicher war, dass die Kleine bereits in ihrem Alter schon verstand, dass es ihrem Vater nicht so ging, wie es ihm eigentlich gehen sollte, war ich überglücklich, dass man ihr das Leben so süß und einfach machte, wie nur möglich.
Ich setzte sie auf meinem Bett ab und öffnete die Schranktüren. Fabi legte ihren Kopf schräg und stützte sich mit ihren Patschehändchen links und rechts von dem kleinen Körper ab. Ich legte ein blaugrünes Top aus dem Schrank neben sie und eine schwarze Jeans darunter.
„Meinst du das geht?“, fragte ich und ließ meinen Blick zwischen ihr und den Kleidungsstücken schweifen. Sie begutachtete einen Moment lang die Sachen und schüttelte mit dem Kopf. Die Beine, die locker von meinem Bett baumelten, zog sie an und kniete sich vor die Sachen, um dann mit einer Hand auf das Oberteil zu zeigen.
„Dot!“, sagte sie und blickte mich mit ihren Rehaugen nickend an.
„Dot?“, fragte ich und sah sie wenig verstehend an.
„Guck Fabi!“, erklärte sie weiter und deutete mit der gleichen Hand auf ihre Bluse.
„Meinst du rot?“, hackte ich weiter nach. Sie nickte heftig mit dem Kopf und lachte ihr kindliches Lachen. Ich drehte mich wieder zu dem Schrank und suchte nach einer roten Bluse, die ihrer einigermaßen glich. Das Top tauschte ich gegen die Bluse aus und suchte in ihrem Blick nach einer Bestätigung, die nicht lange, in Form eines weiteren Grinsens, auf sich warten ließ.
Ein Klopfen an der Tür, ließ Fabiennes Kopf zu dieser schnellen und Ben, der durch die Tür lugte sah Ellas Nichte herzlich an.
„Fabi, komm schnell her! Die Ella ist eben nochmal ins Bad gegangen. Das heißt wir zwei können uns Lynns Keksen widmen. Aber psst!“, flüsterte er ihr leise zu. Vorsichtig ließ sie sich geschickt von dem Bett hinunter und trippelte mit denselben kleinen Schritten, mit denen sie zu mir gekommen war, wieder aus meinem Zimmer zu Ben, der sie auf den Arm nahm und breit angrinste. Sie legte ihre Hände fest an seine Brust und ließ den kleinen Kopf auch an dieser nieder.
„Und die Lynn soll sich jetzt mal ein bisschen beeilen. Am Ende muss sie noch so mitgehen!“, stellte er kopfschüttelnd fest und deutete auf das Handtuch an meinem Körper. Ich winkte Fabi noch einmal zu und bedankte mich für ihre Hilfe, um Ben dann, als die Kleine wegsah, die Zunge rausstrecken zu können. Mein Bruder formte die Lippen zu einem Kussmund und tänzelte dann mit Fabienne auf dem Arm zurück ins Wohnzimmer. Ich verschloss die Tür hinter ihnen und schlüpfte in meine Unterwäsche, ehe ich mir die eben ausgesuchten Klamotten anzog. Über die Bluse zog ich noch eine leichte graue Strickjacke und mit einem Tagesmake-up schminkte ich mir, zum Ende, mein Gesicht.
Ella öffnete zeitgleich mit mir die Tür und kam aus dem Badezimmer. Ihre nassen Hände rieb sie sich an den blauen Röhrenjeans trocken und ging zu Ben und ihrer Nichte ins Wohnzimmer. Ich folgte ihr und ließ mich neben meinem Bruder auf das Sofa fallen.
Während Fabiennes ganze Aufmerksamkeit nur meinem Bruder galt, ließ sich Ella in den gemütlichen alten Sessel neben mir fallen und blies sich eine Strähne ihres Haares aus dem Gesicht.
„Ich wünschte Chris hätte diesen bescheuerten Beruf nicht. Ich wünschte er hätte denselben Status, wie du und ich. Dieses ganze Sache mit der Band und den Fans macht mich noch wahnsinnig!“, erklärte sie und krallte sich mit den Fingern in die braunen Lehnen. Ich legte den Kopf schräg und atmete schwer aus. Ella hatte verdammt Recht.
Unwillkürlich musste ich an Richie denken. Unter normalen Umständen, wäre es mir so viel einfacher gefallen mich ihm voll und ganz anzuvertrauen. Ich gab mir eine solche Mühe, mich Stück für Stück an die Situation zu gewöhnen, aber ich konnte nicht leugnen, dass es mir unheimlich schwer fiel, mich ihm anzuvertrauen. Zu groß war die Angst vor der Enttäuschung. Im Gegensatz zu dieser standen jedoch die Gefühle, die sich in mir anbahnten, wenn ich auch nur einen kleinen Moment an ihn dachte. Der Kampf in mir, war noch lange nicht entschieden.
„Ich weiß.“, seufzte ich und schloss meine Augen.
Ehe ich mich weiter mit meinen Gedanken beschäftigen konnte, hörte ich das Surren an der Tür und öffnete meine Augen wieder, um an die Tür zu gehen.
Ich öffnete die Tür und sah in die Augen, des Jungens, der mein gesamtes Gefühlsleben noch einmal um 180 Grad gedreht hatte. Er lehnte locker an dem Türrahmen und zog seine Sonnenbrille lässig ab, als ich ihn anlächelte. Seine Haare waren sorgfältig nach oben gestylt und das blaue T-Shirt passte perfekt zu den ausgewaschenen Hosen.
„Hey.“, lächelte er und schloss mich in seine Arme. Ich erwiderte seine Umarmung und sog den Geruch des süßen Parfüms tief in meine Lungen ein.
„Hey.“, hauchte ich und löste mich wieder von ihm.
„Ich hoffe du bist mir nicht sauer, dass ich Ella so kurzfristig vorbeigeschickt habe. Ich dachte einfach es wäre schön euch beide dabei zu haben.“, erklärte er.
„Nein, nein. Gar kein Problem!“, erklärte ich kopfschüttelnd.
„Als ich ihr gesagt habe, dass du in einer Stunde vorbeikommst, sind ihr nur fast die Augen aus dem Kopf gefallen.“
Ich drehte mich um und sah meinem Bruder zu, wie er Fabi den Bauch kitzelte und sie dann Ella übergab, die sich mit ihrer Nichte auf dem Arm neben mich stellte.
„Ben!“, zischte ich und sah ihn böse an, bevor ich mich Richie wieder zuwendete und ihn entschuldigend ansah. Mein Bruder stellte sich hinter mich und legte seine Arme um meine Lende.
„Du bringst sie rechtzeitig wieder her und dass ihr ja nichts passiert!“, erklärte mein Bruder mit einem strengen Ton.
„Ich geh dann schon mal runter!“, lachte Ella und legte sich ihre Tasche über die freie Schulter. „Kannst du bitte nachher den Sitz für die Kleine mit runter nehmen?“, sprach sie Richie zugewandt und wartete darauf, dass er nickte.
Sauer drehte ich mich um und sah Ben böse an.
„Du spinnst doch!“, schimpfte ich, löste mich aus seinem Griff und nahm meine Tasche vom Haken, mir gegenüber.
„Ich passe auf sie auf.“, erklärte Richie mit ruhiger Stimme. Ich konnte nicht fassen, dass mein Bruder die Dreistigkeit besaß sich wie ein Elternteil aufzuführen. Ich wusste, dass er Ryan so eine ähnliche Ansprache schon mal gehalten hatte, aber bei dieser war ich nicht anwesend und konnte mich somit nur noch im Nachhinein über seine Peinlichkeit aufregen. Schnell schlupfte ich in meine Schuhe, hackte mich bei Richie ein, streckte Ben die Zunge raus und zog Richie, der gerade noch so den Kindersitz nehmen konnte, hinter mir her nach unten. Wir liefen schnell das Treppenhaus runter, aus dem Haus, zu dem Auto von Chris, neben dem dieser schon lässig lehnte und sich mit Ella unterhielt.
„Mein Bruder spinnt. Manchmal meint er mich übermäßig beschützen zu müssen, aber dann darfst du ihn einfach nicht ernst nehmen.“, versuchte ich die Lage zu erklären und sah ihn entschuldigend an.
„Nein, nein gar nicht. Er hat Recht. Ich bin sogar sehr froh, dass er so auf dich aufpasst. Dann muss ich mir nicht solche Sorgen machen, wenn du nicht in meiner Nähe bist!“, sagte er und grinste mich spitzbübisch an. Ich seufzte laut auf, begrüßte Chris mit einem leichten Lächeln und öffnete die Tür zu der Rückbank in seinem Auto. Richie rückte hinterher und setzte den Kindersitz links neben sich ab und verschloss die Tür wieder hinter sich.
„Ihr seid furchtbar! Beide! Du und mein Bruder!“, schimpfte ich und gab mir die beste Mühe böse zu gucken, doch als er seinen Kopf schräg legte und mich flehend ansah, hielt meine Fassade dem nicht mehr stand.
Die Türe neben Richie und die Fahrertür gingen zeitgleich auf und Ella setzte Fabi auf den Kindersitz und schnallte die Kleine an, während Chris einstieg. Dann lief sie um das Auto herum, um selbst auf der Beifahrerseite Platz zu nehmen. Während die beiden sich angeregt darüber unterhielten, ob es nur ein Gerücht sei, dass Frauen schlechter rückwärts einparken, als Männer, oder nicht, legte ich mir den Gurt an und warf noch einen unauffälligen Blick zu Richie, der sich seine Sonnenbrille wieder aufsetzte und seinen rechten Arm lässig hinter die Kopflehne zu seiner Linken legte. Es fiel mir schwer meinen Blick wieder von ihm abzuwenden. Sogar Ben sah in Richie einen potentiellen Partner für mich- zumindest deutete ich seinen Auftritt eben so. Ich musste innerlich schmunzeln und versuchte mir gedanklich vor Augen zu führen, wie Richie über das alles dachte. Sofort dachte ich an den Tag, an dem ich mit ihm in seinem Hotelzimmer gesessen hatte und er mich darum gebeten hatte, dass ich mir über meine Gefühle klar werden sollte und ihn wissen lassen sollte, wie ich zu ihm stand. Ich war mir sehr sicher, dass das bedeuten konnte, dass auch er eine Bindung zu mir aufgebaut hatte. Dass auch er auf etwas wartete. Auf mich wartete.
Der blonde Fahrer ließ den Motor an und fuhr los. Nach nur wenigen Minuten erreichten wir ein Büro, über dessen Eingang ein weißes Schild mit der Aufschrift „Immobilienmakler Michael Rainer“ hing. Ein in weißem Hemd und Anzughose gekleideter jüngerer Mann stand mit einer schwarzen Ledermappe in der Hand vor dem Eingang und deutete Chris einen Parkplatz zu. Ohne den Motor auszuschalten, ließ er das Fenster herunter und der Mann, mit der eckigen Brille erklärte ihm kurz, dass er ihm jetzt zu der ersten Immobilie folgen solle. Der Makler stieg in sein Auto, parkte aus und fuhr auf die Straße. Chris ließ das Fenster wieder hoch, setzte sich eine Sonnenbrille auf die Nase und folgte wie erklärt dem silbernen Volvo.
Nach einer viertel Stunde hatten wir das Zentrum verlassen und fuhren in einen Vorort der Stadt. Die Gegend erinnerte er an ein Neubaugebiet, in dem junge Familien mit Kindern einen Wohnsitz finden würden. Vor einem Mehrfamilienhaus stoppte der Wagen und Chris parkte direkt hinter diesem. Wir stiegen aus dem Auto aus- Ella stets mit Fabi auf ihrem Arm- und folgten dem Mann zu der Tür. Richie und Chris begrüßten ihn noch einmal per Handschlag und ließen sich die näheren Details zur Gegend erklären. Der Mann schloss auf und führte uns zu einer Wohnung im 1. Stock. Ella und ich liefen ein wenig hinter den Männern.
„Hier wohnen doch sicher hunderte von den kleinen Kreischies. Die Wohnung bleibt keine zwei Wochen geheim!“, meinte Ella und fuhr mit ihrem freien Zeigefinger über den Fenstersims.
„Außerdem ist das hier staubisch.“, stellte sie fachmännisch fest und pustete den Dreck wieder von ihrem Finger.
„Aber schön groß.“, murmelte ich und sah aus dem lichtdurchfluteten Wohnzimmer auf einen Spielplatz.
„Die Wohnung ist vom Stil her wirklich sehr geeignet, aber ich befürchte die Gegend ist die Falsche.“, erklärte Richie und sah den Mann entschuldigend an.
„Ja, das habe ich mir fast gedacht. Die anderen Immobilien sind auch zentraler gelegen!“, sagte er und deutete auf die Tür. „Wollen wir dann?“