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Olivia's p.o.v.


Das Gefühl des Ärgers verflog nicht so schnell. Ehrlich gesagt vergaß ich es erst in dem Moment, in dem ich Ben entdeckte. Dass Lynn darüber weniger erfreut war, bemerkte ich erst gar nicht. Eigentlich bemerkte ich es überhaupt nicht. Ich war viel zu sehr mit mir und den dummen Fans, diesen beschissenen, bekloppten, hirnverbrannten... Kühen beschäftigt.
Als Ben vor uns stehen blieb und erst mich, dann Lynn zu umarmen, drückte ich Chris neben mir aus der Ecke heraus, sodass er fast auf den Boden knallte, um dann ebenfalls aufzustehen und Ben grinsend um den Hals zu fallen.
Als Lynn nicht auf seine Frage antwortete, ließ ich ihn freudestrahlend wieder los und deutete dann in die Runde.
„Also das sind: Chris, Chris, Vincent“, meine Stimme wurde etwas leiser, als ich das „van Gogh“ hinzufügte, „Tariq“, wieder wurde ich leiser „von der Taliban – und noch ein Chris! Lynn kennst du ja!“, ich kicherte leise und merkte, wie das Grinsen in meinem Gesicht noch etwas breiter wurde. Komischerweise lockerte mich Bens Anwesenheit mit einem Augenzwinkern wieder auf. Ich glaube es war einfach das Gefühl von Vertrautheit, schließlich kannte ich Ben schon ewig – solange ich Lynn eben kannte. Er kannte mich gezwungenermaßen mindestens genauso gut wie Lynn – und im Vergleich waren die fünf jungen Männer dort auf der Sitzbank mir völlig Fremde.
„Jungs – das ist Ben!“, stellte ich Lynns Bruder dann vor, setzte mich wieder und schob dabei Chris etwas mehr hinein, sodass Ben sich zu mir setzen konnte.
„Na Schätzelein, wo warst du gestern die ganze Nacht? Ich hab mir schon Sorgen gemacht!“, sagte er dann und grinste schief zu Lynn, die die Hände vorm Gesicht zusammen schlug und den Kopf schüttelte.
„Ich bin alt genug um nach Hause zu kommen wann ich will!“, konterte sie leise und rieb sich die Augen etwas.
Ich warf einen Blick durch die Runde. Alle sahen etwas verwirrt aus, aber vorallem Richie und Chris sahen etwas misstrauisch zu Ben.
„Soweit ich weiß musst du nach dem Gesetz um 24 Uhr zu Hause sein!“, korrigierte er sie und lächelte weiterhin, als würde er nichts bemerken.
Lynn knurrte nur leise vor sich hin und ich zog die Augenbraue ein Stück nach oben, ehe ich den Kopf kaum merklich schüttelte.
„Du hättest dich ruhig etwas besser um die Sache kümmern können – das ist ja voll aus den Rudern gelaufen!“, sagte ich dann zu Ben und zog eine der Speisekarten aus der Mitte des Tisches zu mir.
„Ich hab's schon gehört... das konnte ja keiner ahnen!“, er zuckte leicht mit den Armen. „Und wer waren die zwei armen?“
Ich deutete mit dem Kopf zu Chris und Richie, blätterte dann die Karte auf und zuckte ebenfalls mit den Schultern.
„Passiert!“, ich lächelte leicht, als ich Richies immer noch leicht blaues Auge musterte und dann wieder in die Karte sah.
„Was ist mit uns?“ , fragte Richie dann und ich winkte ab, ebenso wie Lynn.
„Nicht so wichtig, vergiss es wieder!“, sagte die Dunkelhaarige und zog sich ebenfalls eine Karte heran.
„Aber du kommst heute schon noch mal heim, oder Hase?“, fragte Ben grinsend weiter und ich verdrehte die Augen.
„Putzi Putzi Buuuh!“, machte ich dann übertrieben und wackelte mit dem Finger vor Lynns Gesicht rum, als wäre sie ein kleines Kind.
Ihr Blick sprach Bände, aber ich lächelte nur. Ich war wie ausgewechselt, seit Ben da war. Und Lynn auch.
„Ich will 'nen Salat!“, sagte ich dann, um das Thema zu wechseln und klappte die Karte wieder zu.
„Dann will ich Lachsnudeln.“, sagte Lynn seufzend und schob auch ihre Karte zurück in die Mitte. Ben grinste.
„Wie immer dasselbe, Maus.“
Ich drehte meinen Kopf zu Chris, der mir seinen Blick ebenfalls zugewandt hatte und mich eindringlich musterte, als würde er mich fragen wollen, was das Ganze hier sollte, aber anstatt eine Antwort auf seine ungestellte Frage zu geben, legte ich nur lächelnd meine Hand auf seine und verkreuzte meine Finger mit seinen. Nun war es Richie, dessen Blick auf uns klebte. Aber auch er sagte nichts. Gerade als Lynn etwas sagen wollte, kam die Bedienung mit einer Aluschale, die sie Ben entgegen hielt, der sich im selben Moment erhob.
„Ich geh dann mal zurück auf die Arbeit, Kleines.“, sagte er. „Tschüss Ella- Tschüss... ihr!“
Damit wand er sich ab und verließ zwinkernd das Restaurant.
„Und wer war das jetzt?“, wollte Jay wissen, aber ich zuckte nur lachend mit den Schultern.
„Ben eben. Hab ich doch gesagt!“, antwortete ich ihm und Lynn verdrehte unmerklich die Augen.
„Und wer ist Ben?“, wollte nun Chris wissen und drückte leicht meine Hand, aber ich sagte nichts darauf.
„Ben ist eben Ben. So wie ich, ich bin und ihr, ihr seid. Das reicht ja wohl!“, ächzte Lynn. Richie warf ihr einen kurzen Blick zu, anscheinend wusste er überhaupt nicht, was plötzlich los war. Lynn drehte sich noch einmal zur Tür, um sich zu vergewissern, dass Ben auch wirklich verschwunden war. Sie sah auf jeden Fall erleichtert aus, als sie die geschlossene Tür entdeckte. Kurz darauf kam die Bedienung auch schon wieder zurück an unseren Tisch und nahm die Bestellungen auf. Danach verschwanden Chris und Richie „auf der Toilette“ und kamen auch erst wieder, als das Essen auf dem Tisch stand. Ich stocherte lustlos in meinem Salat herum, als Chris mich misstrauisch musterte, während er sich wieder neben mich setzte.
„Können wir jetzt mal die ganze Wahrheit erfahren und nicht nur die halbe?“, fragte Richie dann und sah Jay dabei zu, wie er seine Kartoffeln klein schnitt.
„Welche Wahrheit?“, fragte ich leicht entnervt und steckte mir ein extragroßes Salatblatt in den Mund, um nicht reden zu müssen.
„Die, um den mysteriösen Ben.“, erklärte er, wobei er bei dem Wort „mysteriös“ komische Bewegungen mit seinen Armen in der Luft machte. Ich konnte nicht anders, als los zu lachen, denn so wie es aussah, war er eifersüchtig.
„Was gibt’s denn da zu lachen?“, fragte Chris nun und ich zuckte mit den Schultern, was ihn aufschnaufen ließ.
„Habt ihr was mit dem Typen?“, fragte er dann ohne Umschweife und nun war es Lynn, die anfing zu lachen.
„Oh, ja! Er macht uns tags- und vorallem nachtsüber ganz verrückt!“, antwortete sie dann und steckte sich eine Gabel Lachs in den Mund, was mich das Gesicht verziehen ließ. Ich hasse Lachs.
„Vor allem nachts!“, betonte ich noch einmal und sah Jay an, der mir einen verwarnenden Blick zuwarf.
„Das hättet ihr aber auch früher sagen können!“, mischte sich Izzy nun ein.
„Ihr müsst ja nicht alles wissen!“, antwortete ich nur etwas patzig.
„Egal was ihr denkt, es ist falsch, vorallem wenn es sich um sexuelle Aktivitäten handelt. Denn soweit ich weiß, ist Inzucht in Deutschland verboten.“, Lynn sah nicht gerade begeistert aus und hatte wahrscheinlich auch gar keine Lust noch weiter darüber zu diskutieren, ob es nun Sinn machte, oder nicht. Ob Ben nun ihr Bruder war oder ihr Freund oder einfach irgendwer ging in dieser Runde doch niemanden, außer mir und ihr, etwas an. Eigentlich.
Ich schob meinen Teller genervt von mir weg und verschränkte die Arme vor der Brust. Als ich Chris einen warnenden Blick entgegen schmiss, erwiderte er diesen nur kurz.
„Was?“, fragte ich und schmiss die Arme in die Luft. „Auf solche Eifersuchtsnummern kann ich gut und gerne verzichten und ich glaube, da spreche ich nicht nur für mich, sondern auch für Lynn“, sagte ich leise zu ihm und auch er schob seinen noch halb vollen Teller zurück. „Du könntest mir ruhig mal etwas mehr vertrauen!“
Chris holte tief Luft und starrte auf seine Finger, ehe er nach meiner Hand griff.
„Richie hat mich einfach gerade total verrückt gemacht!“, verteidigte er sich dann.
„Na dass diese gespielte ewig Jungfrau Panik hatte, dass seine Flamme 'nen Dreier mit ihrem Bruder und ihrer besten Freundin schiebt, war ja klar! Aber wenigstens du hättest mal ein bisschen nachdenken können! Als würde ich Sex mit jemandem haben, dem ich so um den Hals falle wie ihm!“
„Was heißt hier gespielte ewig Jungfrau?!“, fragte Richie und sah mich leicht wütend an.
„Du kannst mir nicht erzählen, dass du noch keinen Sex hattest! Gegen dich bin ich wahrscheinlich Mutter Theresa!“, etwas Provokantes, aber wahrscheinlich eher die Wahrheit lagen in meiner Stimme.
„Woher willst du das denn wissen?“, fragte er gegen.
„Ich bitte dich- Chris... Richie!“, korrigierte ich dann und verdrehte die Augen. „Es ist nicht so, dass du hässlich bist, du hast ein bisschen was im Kopf und außerdem stehen da draußen reihenweise die Mädchen Schlange für dich. Mal abgesehen von all dem lässt du dir so eine Chance sicherlich auch nicht einfach entwischen. Wäre ja auch ganz schön blöd!“, schlussfolgerte ich alles zusammen. „Das Jungfrauen-Image passt sowieso nicht mehr zu dir – falls es das irgendwann getan hat!“, ich zog meinen Teller wieder zu mir zurück. „Kein vernünftiger, fast zwanzigjähriger Mann...“ ich wedelte mit der Gabel in der Luft herum „... mit deinen Qualitäten hat KEINEN Sex! Das geht gegen mein Denkvermögen – gegen jegliche Vorstellungskraft, verstehst du? Ich würde dir das nicht mal abnehmen, wenn du ein Mädchen wärst!“
„Vielleicht ist es für dich normal, dass man in dem Alter einfach Sex hat, aber es gibt durchaus Menschen, die warten können!“, konterte er aber in seinen Augen funkelte es ergeben, weswegen ich die Tomate schneller runterschluckte.
„Zu denen gehörst du aber sicherlich nicht!“, sagte ich dann trocken und er seufzte.
„Und wenn schon. Zumindest hatte ich es mir mal vorgenommen!“
„Was? Mit 20 noch keinen Sex gehabt zu haben? Ich hab mir auch schon so Einiges vorgenommen, das nicht geklappt hat!“, ich lachte leise auf und grinste ihn schief über den Tisch hinweg an.
„Die Umstände haben sich eben verändert... Das ist doch kein Verbrechen!“, rechtfertigte er sich und legte seine Gabel etwas verzweifelt auf seinem Tellerrand ab.
„Das wollte ich damit auch gar nicht sagen. Ich wollte lediglich andeuten, dass das Image nicht zu dir – ach, ist ja auch egal, auf jeden Fall ist Ben nur Lynns Bruder und wenn ihr eifersüchtig seid – wieso auch immer – dann könnt ich das auch einfach sagen, und nicht wie Mädchen zusammen auf dem Klo verschwinden und dort Pläne aushecken, wie ihr die Wahrheit mit Umschweifen erfahren könnt!“
Lynn kicherte, Izzy und Vince sahen etwas verwirrt aus und Jay grinste breit von einer Seite auf die andere. Chris musterte angestrengt seinen Teller und Richies Blick durchdrang mich förmlich.
„Du stehst wohl auf die harte Nummer, was?“, fragte er dann und lachte. Augenblicklich lockerte sich die Stimmung am Tisch wieder.
„Gib's mir, Baby. Sag mir was Schmutziges!“, hauchte ich übertrieben zu ihm hinüber und nun lachten alle, ehe im Chor „Küche“ ertönte.
„Ich glaube, jetzt haben wir einen Insider!“, grinste Vince und bekam damit ein Lächeln von Lynn und mir.
„Wir wollten heute Abend ein paar Videos gucken... wollt ihr nicht auch kommen?“, fragte Izzy nach einer kurzen Pause und während Lynn und ich einen kurzen Blick wechselten, in dem wir uns relativ schnell einig waren, dass nichts dagegen sprach, griff Chris erneut nach meiner Hand.
„Klar... aber ich warne euch jetzt schon: Ich muss bei Horrorfilmen entweder lachen oder schreien!“, ich legte die Gabel in den leeren Teller und Lynn winkte ab.
„Sie hält beim Filmegucken sowieso nur selten still.“, warf sie dann ein und ich streckte ihr unmerklich die Zunge entgegen.
„Lynn zerquetscht Hände UND brüllt wie eine Geisteskranke.“
„Was wolltet ihr überhaupt gucken?“, fragte Lynn nun in die Runde und ich grinste leicht. Wer hatte was von Horrorfilmen gesagt?
„Vielleicht lieber keine Horrorfilme...“