Gratis bloggen bei
myblog.de

Mini Twitter



follow Zwei_Sommer at http://twitter.com


Affiliates



become?


Icon Of The Month

Wettbewerb


Where you can reach us




To say

It's time for you
to see yourself



Madelyn's p.o.v.


Mal abgesehen davon, dass ich immer noch total müde von der schlaflosen Nacht war, interessierte mich das vulgäre Gelaber von diesen pubertären kleinen Mädchen, die die wahrscheinlich kostbarste Zeit ihres Lebens damit verbrachten, einem Teeniestar hinterherzurennen, der noch nicht einmal ihren Namen kannte, herzlich wenig. Viel mehr hatte ich damit zu schaffen, dass ich viel zu glücklich darüber war, Richie zu schnell wieder zu sehen. Ich war mir darüber bewusst, dass meine Hormone in letzter Zeit ein lustiges Spielchen mit mir trieben, aber die Verwirrung in mir sollte an diesem Tag von der Freude, über unser Wiedersehen, überspielt werden. Es ging nicht darum, dass ich jetzt darüber Bescheid wusste, was er empfand, sondern darum, dass ich nicht wusste, wie ich empfinden sollte. Ständig wog ich den Gedanken daran, mehr als nur eine Freundschaft mit Richie zu führen ab und kam dann zu dem Entschluss, dass etwas fehlte- etwas falsch war. Daraufhin dachte ich dann an Ryan und den Gedanken, wieder bei ihm zu sein, doch das anfängliche Glück, das sich in diesen Momenten in mir breit machte, wurde dann direkt wieder mit der Tatsache, dass ein Teil meines Herzens einfach woanders war, wieder wett gemacht. Dass dieser Teil bei Richie und nur bei ihm war, wusste ich auch. Ich hatte das Gefühl, als ob ein Drittel bei jedem von uns Dreien hing und ich nun damit zu kämpfen hatte, mich dafür zu entscheiden, bei wem ich schlussendlich ganz sein wollte, denn die momentane Situation, war mit Sicherheit keine Lösung auf Dauer.

Jay hatte seine Arme fest um Ella gelegt und sie an sich gezogen. Ich wusste, wie aufgebracht sie darüber war, dass diese Mädchen so ausfallend wurden. Auch war ich mir sehr sicher, dass ihr Verhalten darauf zurückzuführen war, dass auch in ihrem Leben im Moment alles drüber und drunter lief und Werte, die früher alles für sie bedeuteten, jetzt nicht mehr zuzuordnen waren. Auf der einen Seite machte es mich glücklich zu sehen, dass sie sich im Bezug auf die Wertstellung von mir, als ihrer besten Freundin, kein bisschen verändert hatte, auf der anderen Seite, fand ich es unheimlich schwierig und traurig, dass sie in dieser misslichen Lage war. Ich beschloss nachher mit ihr darüber zu reden und ignorierte weiterhin gekonnt die Beleidigungen, die mir die vielen Mädchen jetzt haufenweise an den Kopf warfen.
Spätestens als Richie, hinter Chris lachend das Gebäude verließ und auf das Auto zusteuerte, ließen sie davon ab, ihre ganze Aufmerksamkeit darauf zu verschwenden mich dafür zu degradieren, dass ein Bild von mir, mit ihm in der BILD Zeitung assoziiert wurde, und stürzten sich förmlich auf die beiden. Eine weitere Traube von Mädchen, stellte sich um Jay, der immer noch damit beschäftigt war, Ella zu beruhigen. Obwohl unübersehbar war, dass er gerade ganz andere Sorgen hatte, als sich mit ihnen auf einem Foto abzulichten, besaßen die meisten von ihnen die Dreistigkeit, ihn um eines ihrer heißbegehrten Bilder zu bitten. Er reagierte nicht weiter darauf und zerrte Ella, die aufgrund der Tatsache, dass die Fans ihr immer mehr gewaltig gegen den Strich fuhren, noch viel aufgebrachter war, in den Van, um dann die Tür hinter sich zuzuziehen.
„Na toll“, murmelte ein kleineres Mädchen und sah enttäuscht zu Boden, bevor ihre Freundin sie am Arm packte und irgendwas von „Vergiss den- guck mal da drüben steht Richie“, murmelte und die Kleine mit sich zu Richie und Chris zog.
Ich öffnete langsam die Tür des Vans, ehe ich eine Berührung an meinem Rücken wahrnahm und mich umdrehte.
„Ich behalte dich im Auge“, zischte eine Gestalt, die ungefähr das dreifache Volumen von mir hatte. Ich war mir nicht zu hundert Prozent sicher, ob es sich um ein Mädchen oder einen Jungen handelte. Der Statur nach, war ES ganz sicher keine Frau, aber die Stimme war viel zu hoch, als dass es sich um ein männliches Wesen handelte.
„Jaquelineeeee! Komm schon- du musst das Foto machen“, rief eine andere. Ein Mädchen also. Ich lächelte nur leicht darüber, dass man das Geschlecht dieses armen Wesens nicht auf Anhieb erkennen konnte, ehe ich beschloss, dass sie nur bemitleidenswert war und es sich nicht lohnte, sich über sie aufzuregen.
„Na dann viel Spaß“, entgegnete ich genervt und stieg ein, um die Tür direkt wieder hinter mir zu schließen. Ella, der das Ganze natürlich nicht entgangen war, fluchte irgendwelche Schimpfwörter laut durch das Auto und ließ sich noch nicht einmal durch Jays gutes Zureden beruhigen.
„Dass du dich nicht darüber aufregst! Meine Güte, Lynn! Ich könnte denen allen einzeln eine reinschlagen“, zischte sie und verschränkte die Arme vor der Brust, als sie merkte, dass ihr Wunsch keinen Anklang fand.
„Sie sind es nicht wert! Guck sie dir doch an“, entgegnete ich und Jay stimmte nickend zu.
„Meine Worte“, sprach er.
Ich drehte mich wieder um, um nach Jays Bandmitgliedern zu sehen. Izzy und Vince kämpften sich langsam durch die Masse, während Richie und Chris weiterhin von ihnen belagert waren. Es kam mir fast so vor, als ob diese Mädchen die Gitterstäbe zu dem Gefängnis waren, in dem jeder einzelne der Jungs saß. Und keiner von ihnen hatte die Macht auch nnur in geringster Weise aus diesem Gefängnis zu flüchten. Denn solange jedes einzelne Mädchen ihren ganzen Fokus auf ihren Liebling konzentriert hatte, gab es nur noch die Option den Star zu spielen, der in jedem ihrer Kinderzimmer in Lebensgröße hing und ihnen liebevoll zulächelte. Die Liebe, die sie also zu empfinden meinten, war rein platonisch und doch war sich keine einzelne von ihnen darüber bewusst, was sie wirklich in diesem Moment für Richie waren. Nicht mehr, als sein Gefängnis. Nicht mehr als die Zuschauer eines schlechten Filmes, in dem er den glücklichen Hauptdarsteller spielen musste.
Das Mädchen, das sich eben noch über meine Anwesenheit beschwert hatte, um mir dann damit zu drohen, mich im Auge zu behalten, stellte sich neben Richie und grinste breit in die Kamera. Dass er wahrscheinlich zwei Mal in ihre Hosen passte, machte ihr in diesem Moment sichtlich wenig aus. Ihre Arme schlang sie fest um ihn und schien ihm etwas ins Ohr zu flüstern.
Mit einem Mal fiel seine wohl einstudierte Maske und er sah sie verständnislos und wutentbrannt an. Ich bemühte mich darum, das Szenario zu verstehen, doch ich war anscheinend nicht die einzige, die seine plötzliche Stimmungsschwankung nicht mehr verstand.
„Und warum schreit er die Fette da jetzt so an? Passt ja mal gar nicht ins ‚Ach so tolle Image‘“, stellte Ella trocken fest und richtete ihre Frage an Jay.
„Ich hab keine Ahnung“, murmelte dieser und lehnte sich über Ella, um den kleinen Hebel an der Türinnenseite drücken zu können, mit dem man das Fenster des Autos betätigte.
„Jan“, rief er und zeigte mit den Fingern auf Richie und Chris. Chris, der sich zwischen den Jungen und die Mädchen gestellt hatte, machte einen Schritt zur Seite, als er Jays Anweisungen wahrnahm und sah sich suchend um.
Es bedurfte nicht großer Kenntnisse, um rauszufinden, wer Jan war. Ein großer, braungebrannter Mann, mit der Statur eines ehemaligen Boxers und kurzgeschorenen blonden Haaren, drückte sich mit großen Schritten, gekonnt und autoritär durch die Menge von Mädchen, um Richie am Arm zu packen und hinter sich herzuziehen. Ich wunderte mich darüber, dass ich Jan noch nicht eher wahrgenommen hatte. Doch seine offensichtliche Anstellung als Bodyguard war wohl so beabsichtigt, dass er nur in den entscheidenden Momenten durchgriff. Jay betätigte erneut den kleinen Knopf, sodass sich das Fenster wieder schloss und setzte sich zur Einen neben Ella, um dann den Gurt um seinen Körper zu legen.
Jan kam mit dem blonden Jungen im Schlepptau an das Auto, öffnete die Tür und drückte ihn unsanft hinein. Schnell rückte ich durch, um ihm und den anderen Jungs, die jetzt schnell auf das Auto zugerannt kamen, Platz zu machen.
„Lynn, es tut mir furchtbar Leid“, er wendete sich mir zu und griff mit seinen Händen nach meinen, um sie dann fest zu umschließen. Verständnislos sah ich ihn an und zuckte leicht zusammen, als die Tür mit einem lauten Ruck wieder zugeknallt wurde.
„Du kannst die Fans doch nicht anschreien! Spinnst du?“, schrie der Bandälteste ihn an. Doch er reagierte nicht und sah mich immer noch flehend an.
„Du hast sie echt angeschrien?“, fragte Ella.
„Die haben sie als Tochter einer blutbepissten Hafenhure bezeichnet! Soweit kommt’s noch!“, entgegnete er Ella, auf deren Gesicht sich ein zufriedenes Lächeln breit machte.
„Endlich einer, der den Ernst der Lage versteht“, grinste sie und lehnte sich vor, um Richie auf die Schulter zu klopfen.
„Und wenn sie noch so schlimme Sachen sagen! Du kannst sie nicht einfach anschreien!“, mischte sich Jay wieder ein und zeigte Richie einen Vogel.
„Kann er wohl! Die hättet ihr erziehen sollen! Die benehmen sich doch wie Geistesgestörte, die gerade aus der Klappse abgehauen sind“, schrie Ella jetzt Jay an und haute sich in kurzen Abständen mit der flachen Hand auf die Stirn, um ihm zu demonstrieren, wie hirnrissig die Mädchen waren.
„Ich fahr dann mal los“, meldete sich eine Stimme von vorne und erst jetzt bemerkte ich die Anwesenheit von Jan. Meine Güte, der Kerl schaffte es wirklich unsichtbar zu sein und im richtigen Moment wieder aufzutauchen.
Das Auto setzte sich in Bewegung, vorbei an den vielen Mädchen und langsam wurde mir bewusst, was sein Verhalten sollte. Er war sauer darüber, dass seine Fans, mich beleidigt hatten. Es passte ihm nicht, dass andere sich das Recht nahmen, mich als etwas zu bezeichnen, das er ganz und gar nicht in mir sah. Die Fans, die den Aspekt, dass auch ihr toller Richie Gefühle entwickeln konnte, gänzlich ignorierten, hatten soeben die Person kennengelernt, die er wirklich war- hinter der Maske, die er sich sorgfältig und mit viel Mühe aufgebaut hatte. Eine Person, die für ihren Beruf lebte und doch nur ausgenutzt wurde.
Sein hochroter Kopf ließ mich darauf schließen, dass er immer noch nicht mit der Sache abgeschlossen hatte. Ich lehnte vorsichtig meinen Kopf gegen seine Schulter und griff langsam nach seiner Hand.
„Es macht mir nicht aus- die sind es nicht wert“, murmelte ich gegen seinen Hals und rieb meine Wangen an seine Haut. Er fuhr mir mit seinem Daumen über meinen Handrücken und seufzte leise.
„Wenn doch nur alles einfacher wäre“, sprach er seine Hoffnung halblaut aus und lehnte seinen Kopf gegen meinen.
„Könnt ihr bitte aufhören neben mir so rum zu schmachten?“, zischte Izzy und versetzte Richie einen Stoß gegen die Rippen.
„Shut your mouth“, entgegnete dieser ihm nur leise in seiner Muttersprache.
„Keine Beschimpfungen hier!“, mischte sich Jay erneut an.
„Ach halt einfach die Klappe“, meldete sich Ella und schüttelte mit dem Kopf.
„Er hat Recht!“, griff der Bandjüngste, Vince Partei und verschränkte die Arme.
Ohne ein Wort zu sprechen, griff Ella erneut nach ihrer Tasche und holte ein kleines Bonbon, das in buntes, glänzendes Papier gewickelt war, heraus, um es ihm gegen den Kopf zu schmeißen.
„Au!“, beschwerte er sich sich und rieb sich mit der Hand am Kopf.
„Du solltest doch nett zu ihm sein!“, motzte Jay und sah Ella wütend an.
Izzy fing laut an zu lachen und das gesamte Auto, Jay und Vince ausgenommen, stimmten mit ihm ein.
„Ich liebe ihn jetzt schon wie meinen eigenen Sohn!“, meinte Ella nur schnippisch und lehnte sich vorsichtig gegen Chris auf der anderen Seite neben sich.
Jay ließ sich genervt gegen die Lehne des Sitzes fallen und schmollte vor sich hin.
Das Auto fuhr noch eine Weile. Bis es zum Stillstand kam, war das einzige Geräusch, das uns vor dem großen Schweigen bewahrte, das leise Summen von Izzy und Richie zu jeglichen Liedern, die aus dem Radio kamen. Die leichten Vibrationen, die folglich von seinem Hals aus kamen, lösten ein wohliges Gefühl in mir aus. Ich schloss meine Augen und hoffte einfach nur darauf, dass er sich keine Vorwürfe für seine herrischen Fans machte.
Jan stellte den Motor aus und stieg aus, um die Türen zu öffnen. Ich öffnete meine Augen wieder und löste mich von Richie. Wir stiegen aus und gingen Jay hinterher, der geradewegs auf ein Restaurant zusteuerte.
„Sein Lieblingsrestaurant- da gehen wir eigentlich nur hin, wenn’s was zu feiern geht“, erklärte Chris und lächelte.
„La cuisine excusite“ prangte groß über dem Eingang. Ich hoffte inständig darauf, dass heute mein Glückstag war, denn das Restaurant, in das wie gingen, war das Restaurant, in dem er seine Mittagspausen verbrachte. Es war mir nicht unangenehm, dass er mich so mit den Jungs und Ella sah. Es kam mir nur einfach ein wenig zu früh vor.
Wir setzten uns in eine Niesche, in dem modern gestalteten Restaurant und ließen uns die Karte bringen.
Während Jay sich zufrieden durch die Karte blätterte, die er höchstwahrscheinlich sowieso schon in und auswendig kannte, ließ ich meinen Blick durch den Saal schweifen.
„Lynn, guck mal wer da ist“, sagte Ella und winkte ihm lachend zu.
„Ella!“, zischte ich und sah auf. Er kam auf mich zu und sah mich verwirrt an.
„Hey…“, murmelte ich und sah den großen Mann an, der sich über einen der Jungs beugte, um erst Ella und dann mich zu umarmen.
„Du willst uns vorstellen?“, lächelte er und deutete in die Runde.