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Olivia's p.o.v.


Um ehrlich zu sein, hatte ich in der Nacht weder besonders viel, noch besonders gut geschlafen. Auch die Tatsache, dass Chris neben mir lag und seelenruhig vor sich hin schlummerte, hatte nichts daran geändert, dass ich im Gegensatz zu ihm kein Auge zu tat. Meine Gedanken schienen sich zu überschlagen. Ständig kamen neue Dinge dazu, die mir ein Rätsel nach dem anderen aufgaben und dass Chris die Band verlassen wollte und ich die Einzige war, die davon wusste, schlug mir ganz schön auf den Magen - so sehr, das mir teilweise sogar richtig übel war.
Um halb zehn hatte ich dann genug rum gelegen und mich dazu entschieden aufzustehen. Ich schlich leise aus dem Schlafzimmer und lächelte leicht, als ich im Flur am Spiegel vorbei lief und mich in Chris Shirt aus dem Augenwinkel sah. Es war ungewohnt und doch zugleich gut, wie es sich anfühlte. Es war richtig hier zu sein.
Zu meiner eigenen Verwunderung war ich kein bisschen müde, obwohl ich nur einmal kurz vor mich her gedöst hatte, bevor ich wieder meinen Gedanken nachgegangen war.
In der Küche zog ich den Rollladen hoch und überlegte dann einen Moment, was ich nun tun sollte. Meine Mutter hätte sich eine Zigarette angezündet und einen Kaffee gekocht... sie hätte wenigstens etwas zu tun gehabt. Ich hasste sowohl Zigaretten als auch Kaffee, weswegen ich auch eine ganze Weile gedankenverloren aus dem Fenster starrte, ehe ich damit begann die Schränke leise zu durchforsten. Es dauerte etwas, bis ich die Teller im dritten und die Tassen im ersten Schrank gefunden hatte, bis ich das Besteck aus der zweiten, aber das Brotmesser in der vierten Schublade fand und schlussendlich den Kakao im letzten Schrank hervor grub.
Ich hätte ehrlich gesagt nicht erwartet, dass Chris so ordentlich war. Er schien nicht oft in seiner Wohnung zu sein aber vor allem war er doch auch nur irgendein Typ, der alleine wohnte und von dem man es nicht erwartete, dass er neben all dem Stress auch seinen eigenen Haushalt führen konnte. Alleine.
Ich hatte gerade die Teller auf den Tisch in der Küche gestellt, da klingelte das Telefon und ließ mich leicht zusammen zucken. Kurz darauf rumpelte es kurz, die Schlafzimmertür ging laut auf und Chris lief an der Küchentür vorbei ins Wohnzimmer um abzunehmen.
Ich strich mir die zerzausten Haare hinter die Ohren und legte dann das Besteck zu den Tellern. Chris' Stimme aus dem Wohnzimmer klang müde und zugleich genervt. Dann stand er auch schon am Türrahmen gelehnt, das Telefon ans Ohr gepresst und musterte mich leicht grinsend.
„Ehrlich gesagt ist das jetzt echt unpassend!“, sagte er dann ins Telefon und ich konnte das Schmunzeln nicht unterdrücken. Würde jetzt jemand hier rein platzen und uns so sehen- mich nur in seinem Shirt und ihn in Boxershorts, wie er das ins Telefon sagte und ich den Tisch deckte... als wären wir schon ewig zusammen oder hätten gerade den heißesten Sex unseres Lebens hinter uns – oder noch besser: und wären noch nicht fertig...
„Warte mal kurz...“, er lief zwei Schritte auf mich zu und griff nach meiner Hand, um mich auf sich aufmerksam zu machen. „Ich muss in einer Stunde kurz ins Studio... kommst du mit?“
„Uhm...“, machte ich nur kurz und legte das Brotmesser auf den Tisch, ehe ich mich ganz zu Chris drehte. „Meinetwegen...“
Ich hatte mir den Tag etwas anders vorgestellt und war eigentlich mit der Einstellung, dass Chris erst Abends weg musste, aufgestanden. Die plötzliche Wendung auch noch so kurz nach dem Aufstehen allerdings zeigte mir nur einmal mehr, wie anstrengend es für Chris sein musste und dass er – solange er in dieser Band war – sowieso keine Zeit hatte.
Ich seufzte leise, als ich an das Gespräch dachte, das wir vor wenigen Stunden erst geführt hatten – und an das Geständnis, das mir immer noch schwer im Magen lag. Jetzt war ich gezwungen zu lügen. Sobald mich jemand fragen würde, wie es gelaufen war – und das würde Lynn spätestens am Abend tun – musste ich schweigen oder lügen – und beides war nicht die Wahrheit.
Der Blonde verschwand wieder aus der Küche, während ich nach etwas Essbarem suchte und mit viel Glück auch Toast und ein bisschen Brotaufstrich fand. So perfekt war sein Haushalt also doch nicht.
Immer noch etwas verstrubbelt und gähnend – ein Shirt übergezogen – kam er schließlich kurz darauf wieder zurück und ließ sich auf einen der Küchenstühle sinken.
Mich überkam ein bekanntes und doch völlig unbekanntes Gefühl. Es fühlte sich so normal an hier zu sein. So richtig. Es fühlte sich an, wie der Alltag, nach dem ich suchte, wie das Abenteuer, dass ich wollte, die Liebe, die mir fehlte. Es kam mir vor, als würde ich Chris schon ewig kennen und als wäre das hier ein stink normaler Tag in unserem Leben. Als wäre es normal zusammen aufzustehen, zu frühstücken, zu wissen, was am Tag anstand, und dass man es zusammen verbringen würde.
Ein Lächeln zog sich über meine Lippen, als auch die Wolke plötzlich an der Sonne vorbei zog und ihr warmes Licht in die Küche schien und mich von innen zu wärmen schien. Ich setzte mich ihm gegenüber.
„Müssten wir uns jetzt nicht eigentlich beeilen?“, fragte ich liebevoll und Chris strich sich durch die blonden Haare.
„Hm... ja, kann schon sein. Sie sind selbst dran Schuld, wenn sie erst jetzt anrufen!“, er zuckte mit den Schultern, nahm zwei Toastscheiben und schob sie in den Toaster- Ich kicherte.
„Es ist fast zehn Uhr... hätten sie lieber um sechs anrufen sollen?“, ich überschlug unter dem Tisch meine Beine und erhaschte einen Blick auf seinen Bauch, als er sich streckte und erneut gähnte.
„Hm- lieber nicht.“, ich fühlte mich ein wenig ertappt, als er lächelnd meinen Blick auffing und ich mir verlegen die Haare aus dem Gesicht strich.
Mit einem „Plopp“ sprang der Toast aus dem Toaster, was uns beide dazu veranlasste gleichzeitig danach zu greifen und unsere Finger zusammenstoßen.
Ich lachte leise auf, dachte aber genauso wenig daran meine Finger zurückzuziehen wie er, weswegen ich meine Finger an seinen vorbei schlängelte und einen Toast raus zog.
Wir saßen über eine halbe Stunde so am Tisch, aßen Toast mit Frischkäse und unterhielten uns über irgendwelche belanglosen Dinge, als Chris kurz in seiner ewigen Rede über Gott und Käseaufschnitt unterband und aufstand.
„Du musst noch Lynn anrufen... wir holen sie dann in zwanzig Minuten ab!“
Ich starrte ihm einen Moment nach, in dem er die Küche verließ und schüttelte dann den Kopf. Und er beschwerte sich darüber, dass man ihm zu spät Bescheid gab?

Als Lynn kurz darauf verschlafen ans Telefon ging und ich ihr sagte, wir würden gleich kommen, um sie abzuholen, murrte sie nur irgend etwas Unverständliches, hatte wahrscheinlich selbst nicht ganz verstanden, was ich von ihr wollte, und legte direkt danach wieder auf. Ich hoffte Inständig, dass sie wach war, wenn wir bei ihr ankommen würden.
Ich stellte gerade das Telefon zurück auf seine Station, als Chris im Bad verschwand und mir somit das Zeichen gab, dass ich mich umziehen konnte.
„Hast du zufällig noch eine Zahnbürste für mich?“, fragte ich, als ich an der offenen Tür vorbei lief und er deutete – selbst eine im Mund – mit dem Zeigefinger auf die Schublade des kleinen Schränkchens unter dem Becken.
Wieder erschlich mich dieses vertraute, unvertraute Gefühl. Als wäre es völlig normal, dass ich hier war.
Ich bewegte mich in seiner Wohnung so, als wäre ich schon tausende von Malen hier gewesen, dabei wusste ich bin vor kurzem nicht mal, dass er eine Wohnung hier hatte.
Als wir dann im Auto saßen, schaffte ich es tatsächlich Chris zu überreden und noch einmal bei mir vorbei zu fahren, damit ich mir wenigstens etwas Frisches anziehen konnte. Im Endeffekt waren wir also etwas später als geplant bei Lynn, die immer noch total verschlafen hinten einstieg, sich anschnallte und die Augen wieder schloss. Sie hatte anscheinend auch nicht viel geschlafen – aber ihr setzte es ausnahmsweise mal etwas mehr zu.
„Wie könnt ihr so entsetzlich wach sein?“, murrte sie leise und lehnte die Stirn an die Scheibe.
„Keine Ahnung. Es kam so über uns!“, lächelte ich, aber sie ging nicht darauf ein, was ein eindeutiges Anzeichen dafür war, dass sie ihren Schlaf eigentlich bitter nötig hatte.
„Euch ist klar, dass ich heute Abend wieder arbeiten muss?“, fragte sie weiter.
„Ich kann dich auch gerne wieder heim fahren... aber Richie wäre seeeehr enttäuscht. Es war schließlich seine Idee dich mitzubringen...“, antwortete ihr nun Chris und Madelyn seufzte müde auf, als sich ein Lächeln auf ihren Lippen bildete. In meinem Kopf spukten die wildesten Gedanken herum, denn dieses Lächeln konnte praktisch alles verheißen. Freunde, Liebende, hatten sie sich geküsst oder was zum Teufel hatten sie getrieben?
Als Chris um die Ecke auf ein etwas größeres Gelände bog und ich von Weitem schon den schwarzen Van sah, in dem ich die anderen vermutete, drehte ich mich zu Lynn um, die schon nach ihrer Tasche griff und sich nochmal die Haare zurecht zupfte. Um ehrlich zu sein, sie sah etwas fertig aus und ich schätze, ich war auch nicht besser.
Kaum hatte Chris den Wagen angehalten, riss Lynn die Tür auf und stolperte aus dem Mietwagen, aber als niemand kam, öffnete sie auch meine Tür.
„Mach schon!“
Ich zog eine Augenbraue hoch und löste den Gurt, während Lynn nach meiner Handtasche griff und dann mit einem Fuß ungeduldig auf den Boden tippte. Ich sah sie nur etwas irritiert an und stieg dann zögernd aus.
„Geht schon mal rein, die Jungs dürften im Empfangsbereich sitzen!“, sagte Chris und nickt in Richtung einiger Mädchen, die kicherten und auf uns zurannte.
„Alles klar.. viel Spaß mit deinen Hühnern!“, sagte ich noch irritierter und ließ mich dann von Lynn durch die Glastür ziehen. Tatsächlich sah ich Richie und Jay und auch die beiden anderen in einer kleinen Sitzgruppe sitzen, als uns die Frau an der Rezeption aufhielt.
„Sucht ihr etwas Bestimmtes?“, fragte sie und musterte uns eindringlich. Hinter ihr stand in großen hellgrünen Buchstaben ARIONWERK. Ehrlich gesagt sagte mir das Ganze nichts, aber ich dachte mir schon, dass sie hier heute mal kein Interview geben würden.
„Wir haben schon gefunden, was wir gesucht haben!“, sagte Lynn und zog mich weiter, als die Frau schon zum Telefon griff.
In dem Moment drehte sich Richie zu uns, stand auf, grinste breit und breitete die Arme aus, was mich unweigerlich dazu brachte den Kopf zu schütteln.
„Heeeeeeeeeeeeeey!“, rief er mit seiner typisch guten Laune und ich riss mich gerade noch rechtzeitig von Lynn los, um nicht auch halb von ihm erdrückt zu werden.
„Wo ist Chris?“, fragte Jay und sah dabei leicht besorgt aus, als er mich kurz musterte.
„Der wird draußen von einem Haufen Freaks belagert!“, sagte ich nur und ließ mich neben ihn auf die Couch sinken. „Hi!“, sagte ich dann in die Runde.
„Hast du schlechte Laune?“, fragte Richie und ich schüttelte den Kopf.
„Nein nein, alles in Ordnung!“
„Das sind übrigens Izzy und Vince.. Vince ist unser Küken, also sei nett zu ihm, Ella!“, stellte Jay uns die beiden anderen dann vor. Den Kleinen hatte ich ja zuvor schon auf dem Dach gesehen, ansonsten hatte ich mit beiden nie etwas zu tun gehabt, seit wir die anderen nun kannten.
„Keine Angst, ich behandele ihn wie mein eigenes Kind!“, sagte ich und grinste leicht in seine Richtung, aber er verdrehte nur die Augen. Ich wusste nicht genau, ob das nun ein gutes oder ein schlechtes Zeichen für mich war, aber als Izzy ihm auf die Schulter klopfte und irgendetwas aufmunterndes sagte, musste ich mich zwingen jeglichen weiteren Kommentar zu unterdrücken.
Jay lachte leise und ich wunderte mich etwas darüber, sagte aber nichts. Ob wir uns nun vertrugen oder nicht machte auch keinen Unterschied mehr.
„Du bist also Chris' Flamme?“, fragte mich Izzy dann und grinste mich breit an.
Ich hustete kurz lachend, dann sah ich zu Lynn, die mich ansah, als könne sie meine folgende Reaktion nicht ganz einschätzen.
„Scheint so. Und wessen Flamme bist du?“, fragte ich kess gegen und aus dem Augenwinkel sah ich das dicke Grinsen, dass sich über Jays Lippen zog.
„Der gehört zu Vinnie!“
Ich lachte auf, als sich eine Hand von hinten auf meine Schulter legte und ich den Kopf rumdrehte, um in Chris' lächelndes Gesicht zu sehen.
„Ihr scheint euch ja endlich zu verstehen!“, sagte er dann und Vincent brachte ein verächtliches „Pff!“, heraus, was Izzy dazu veranlasste ihm durch die Haare zu strubbeln, wodurch er sich einen Schlag einfing.
„Die diskriminieren mich. Als wäre Jay nicht schon genug, schleppst du jetzt noch so jemanden an!“, jammerte der Jüngste und ich kramte in meiner Tasche nach einem Kirschbonbon, um ihn ihm zuzuwerfen.
„Ich hab auch Schokolade!“, während alle lachten und Vince mich ungläubig anstarrte, legte sich Chris' Hand auf meinen Mund und er zog mich seitwärts an der Couch vorbei nach oben.
„Hör nicht auf sie, sie hatte zu wenig Schlaf. Normal ist sie nicht so ein Monster!“, entschuldigte er sich dann für mich, grinste leicht und zog mich mit sich.
„Woher willst DU das denn wissen?“, fragte ich weiter, aber er ließ seine Hand nur meinen Arm hinunter gleiten und umschloss meine Finger mit seinen.
„Ich weiß vieles, von dem du nichts ahnst!“, sagte er dann nur und kurze Zeit später standen wir in einem relativ kleinen Raum, der ziemlich zugestellt mit Stühlen, einem Mischpult und sonstigem Schrott war.
Die anderen folgten bald; im Schlepptau hatten sie einen Mann, der sich schlussendlich als Sammy Naja vorstellte.
Chris hatte geschworen, es würde nicht lange dauern, aber als Sammy anfing zu reden, gab ich die Hoffnung schnell auf und musterte Lynn, die mir zunickte und mich somit dazu brachte meine Finger von Chris' zu lösen und zu ihr zu gehen.
Das dunkelhaarige Mädchen stand an die Wand neben der Tür gelehnt, die große Handtasche in der Armbäuge baumelnd, und seufzte leise.
„Na toll. Wieso sollten wir mit hier her kommen?“, fragte sie mich und ich zuckte mit den Schultern.
„Keine Ahnung...“, antwortete ich ihr schulterzuckend und als Jay dann anfing irgendwas über „noch einen Song einsingen“ zu quasseln, seufzten Lynn und ich erneut auf – gleichzeitig.
„Wir warten draußen auch euch, ja?“, fragte ich Chris leise und er musterte mich kurz ehe er nickte. Es stand mir wahrscheinlich auf der Stirn geschrieben, wie dämlich ich mich fühlte. Nicht, dass es mich nicht interessierte, was sie taten, wie sie arbeiteten... mir – und so ging es vermutlich auch Lynn – war einfach nicht danach ihnen zuzusehen, wie sie immer und immer wieder das selbe sangen.

Während Lynn und ich also zwei geschlagene Stunden auf der Couch im Eingangsbereich saßen und uns gegenseitig erzählten, wie unsere Gespräche verliefen und zu welchen Entschlüssen wir schlussendlich gekommen waren (man stelle sich vor: wir wollten beide warten – welch Wunder), kamen ab und zu ein paar Mädchen herein, die die nette Dame am Empfang sofort wieder hinaus schickte. Irgendwann schien sie genug zu haben und seufzte auf.
„Die machen mir noch mehr Arbeit, als ich sowieso schon habe!“, sagte sie dann laut und ich lächelte ihr aufmunternd zu.
„Ist das immer so, wenn sie hier sind?“, fragte ich und sie verstand sofort meine Anspielung auf die Jungs.
„Ja... wenn sie herausfinden, wann sie hier sind, dann schon... manchmal frage ich mich, wie sie es anstellen den Terminplan anderer so gut zu kennen!“, sie lachte leise und zupfte das Mikrophon ihres Headsets zurecht, ehe sie einen Knopf drückte. „Anni Weißmann, Arionwerk Berlin, wie kann ich Ihnen weiter helfen?“, fragte sie dann freundlich und wand sich wieder von uns ab.
„Das wüsste ich auch gerne!“, sagte ich dann und verdrehte die Augen, als ein kleiner Haufen Mädchen einen Blick durch die Glastür erhaschte und uns kurz musterte.
„Wer weiß, was die für heimliche Kontakte haben... wahrscheinlich haben sie sonst kein Leben und spionieren den ganzen Tag anderen hinterher!“, schätze Lynn und drehte die Bändel an ihrer Tasche zwischen den Fingern hin und her.
„Solche Leute KÖNNEN kein eigenes Leben haben!“, mutmaßte ich dann und warf einen Blick auf den Gang, in dem Vince und Izzy herum hüpften und dann den Kopf durch die Tür zu uns steckten.
„Wir sind gleich fertig, wenn ihr wollt, könnt ich schon mal raus gehen!“, rief Izzy uns dann zu und ich stand sofort auf. Je schneller Lynn und ich hier draußen waren, desto schneller würden wir auch etwas Interessanteres unternehmen können.
Wir verabschiedeten uns mit einem Winken still von Anni und verließen dann das Gebäude nebeneinander. Kaum war die Tür automatisch wieder hinter uns zugegangen, musterte uns ein ganzer Haufen wild gewordener ,verrückter Fans und ich unterdrückte den Drang die Augen zu verdrehen. Na super. Wenn das so weiter gehen würde, würde ich nicht nur einmal in der BILD gewesen sein – dabei war einmal schon einmal zu viel.
Lynn griff nach meiner Hand und zog mich zum Auto, als eines der Mädchen ihr irgendetwas nach rief, das ich im ersten Moment nicht verstand.
„Was?“, fragte ich sie zurück, obwohl mir langsam dämmerte, dass es ein „Hey, du mit den dunklen Haaren – Schlampe!“, war.
„Mit dir hab' ich nicht geredet!“, zischte sie mir zu und meine Augen verengten sich zu Schlitzen.
„Jetzt hör mir mal zu, du vierzehnjähriges Etwas: Wenn du irgendwen beleidigen willst, such dir Freunde und lass gefälligst meine in Ruhe!“, entgegnete ich ihr ruhig.
„Sie hat Freunde!“, rief uns eine andere zu und ich verdrehte die Augen.
„Wer so Freunde hat, braucht keine Feinde!“, murrte ich und lief mit Lynn weiter zum Auto.
„Hey, du mit den braunen Haaren!“, rief sie nun wieder und was nun folgte war ein Durcheinander von Schimpfwörtern der übelsten Art, die auf Lynn nieder prasselten und mich langsam aber sicher zur Weißglut brachten. Wo Schlampe noch nett war und Miststück noch akzeptabel, wurden Ausfälligkeiten wie „Deine Mutter ist 'ne blutbepisste Hafenhure“ schlussendlich mir und nicht Lynn zu viel.
Meine Tasche rutschte zu Boden und hinter mir ging die Nebentür de Gebäudes auf.
Lynn rief mir etwas hinterher und bevor ich bei den Mädchen ankam, schlangen sich zwei starke Arme um mich und hielten mich davor zurück ihr eine reinzuhauen.
Meine Nägel gruben sich in Jays Finger, als ich mich von ihm losmachen wollte, aber sein Griff um meine Taille wurde nur noch fester.
„Egal was sie gesagt hat – es ist es nicht wert!“