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Madelyn's p.o.v.


Ich verharrte noch eine Weile lang in seinen Armen. Sein warmer Atem strich zart über meinen Nacken. Der süße Geruch seines Parfüms ließ mich lächeln. Und sein Herz, das gleichmäßig gegen seine Brust schlug, klang so selten schön und angenehm. Zaghaft vergrub er sein Gesicht in meinem Haar. Ich ließ erst die eine Hand, dann die andere von seiner ab, um meine Arme um seinen Hals zu legen. Er verfestigte seine Umarmung um meinen Körper und murmelte leise: „Am liebsten würde ich dich klauen und mit dir weglaufen“
Ich musste lächeln und fuhr mit meiner Hand über den Haaransatz seines Nackens.
„Und dann kommen die da draußen dir hinterher und machen Brei aus mir“
Er lachte leise.
„Ich versteck dich bei mir zuhause- in den Staaten. In meinem Zimmer ist ein großer Schrank und wenn da jemand kommt, der dich mir wegnehmen will, dann verstecken wir dich da drin!“
„Deine Mama wird sich wundern, warum du auf einmal immer so einen großen Hunger hast und dein ganzes Essen mit in dein Zimmer nimmst. Oh, und sie wird sich wundern, woher das Gekichere kommt“
Er antwortete nicht direkt. Ich war mir nicht einmal sicher, ob er überhaupt antwortete, aber ich meinte ein leises „Sie würde dich lieben“, vernommen zu haben.
Schweigend blieb ich noch so eine Weile in seinen Armen liegen. Ich hatte mir vorgenommen jede einzelne Sekunde zu genießen. Dennoch schaffte ich es nicht ganz von dem krampfhaften Abwägen abzulassen, das mich so sehr beschäftigte. Ich wusste nicht wie ich zu ihm stehen sollte. Ich kannte seine Gedanken und Beweggründe nicht. Alles was sich mir klar darbot, war die Gewissheit, dass mein Leben eine Wende von 180° mitgemacht hatte, seit er in mein Leben getreten war.
„Madelyn?“
Er drückte mich leicht von sich weg, um in mein Gesicht zu sehen. Mein Herz machte einen Satz, als er mich mit diesem verzweifelten Blick ansah.
Ich nickte nur leicht und wartete darauf, dass er etwas sagen würde. Er schien nachgedacht zu haben, aber dennoch machte er den Eindruck, genauso unwissend wie ich zu sein.
Er nahm wieder meine rechte Hand und umschloss sie.
„Ich weiß wie schwer die ganze Situation für dich ist. Aber du sollst wissen, dass es mir auch nicht ganz leicht fällt. Kannst du dich noch an den Tag erinnern, an dem wir auf dem Dach festsaßen?“
Ich nickte leicht und sah nur zu gern sein verträumtes Lächeln.
„Ich hatte mir gewünscht, wir wären noch viel länger da oben geblieben… Es war so unbeschwerlich und schön“
Unwillkürlich dachte ich daran, dass ich genau denselben Wunsch verspürt hatte und musste auch lächeln.
„Wir haben so viele Termine- ständig perfekt sein, immer ein Lächeln auf den Lippen und auf Knopfdruck funktionieren. Ich war total blind vor lauter Arbeit. Egal wie sehr ich die Bühne und meine Fans liebe, wenn man sich nicht immer wieder vor Augen hält, dass es noch so viel anderes in der Welt gibt, geht man früher oder später am Business kaputt. Und ich war kurz davor, kaputt zu gehen. Schon mehr als einmal. Und dann haben mich die Jungs immer wieder aufgebaut; ich habe mir meine Pausen genommen und wieder zu meiner alten Perfektion zu gefunden.“
Er machte eine Pause, senkte seinen Blick und lächelte, während er mit seinem Daumen über meinen Handrücken fuhr.
„An dem Abend, an dem wir da oben waren, wollte ich mit Jay und Chris darüber sprechen, dass ich eine Pause brauche. Es ging nichts mehr- meine Luft war aus. Meine Mutter hatte mir angeboten, für ein paar Wochen nach Hause zu kommen. Ich wollte Jay darum bitten, mir diese Pause zu geben. Chris wusste von meinem Plan, er sollte im Notfall Jay davon überzeugen, dass ich diese Pause brauchte.“
Er sah wieder auf und schenkte mir ein schiefes Lächeln.
„Und dann waren wir da oben und die Tür fiel zu und du und Ella…“
Er lachte und fuhr fort: „Und du und Ella wart dann der Grund dafür, dass ich nicht mit Jay über meinen Plan reden konnte.“
„Tut mir Leid.“, murmelte ich. Er zog die Augenbrauen hoch und lachte mich dann an.
„Ich wollte gar keine Pause mehr machen, als wir dann wieder unten waren.“
Ich sah ihn fragend an und lehnte mich gegen die Lehne der Couch.
„Da warst auf einmal du! Die kleine Lynn einfach so in mein Leben geplatzt. Meine Güte- ich kannte dich noch nicht einmal- aber ich wusste, dass ich auf die aufpassen musste. Es fühlte sich falsch an, meinen Blick von die abzuwenden- ich hatte das Gefühl, ich würde etwas verpassen“
Er machte wieder eine Pause und sah mich suchend an.
„Und dann hatte ich mir eingeredet, dass mein Verhalten nur aus der Tatsache resultierte, dass ich einfach so furchtbar kaputt war. Ich redete mir ein, dass es nicht an dir hing, dass ich auf einmal alles andere, als nach Hause wollte, sondern dass mein Empfinden total Kopf stand und ich einfach nur zu müde war, um einzuschätzen was richtig und falsch war.“
Ich schluckte schwer und atmete tief ein und aus.
„Du hast seinen Namen immer wieder im Schlaf gesagt. Ella hatte mir erklärt, wie kaputt du wegen ihm warst. Und aus einem unerklärlichen Grund verspürte ich diesem Kerl gegenüber nur noch Hass. Es war falsch dich so zu sehen. Und dann habe ich das wahrscheinlich einzig Richtige gemacht. Ich hab deinen Körper an meinen gelegt. Und seitdem, kann ich nicht mehr aufhören daran zu denken, wie es wäre wieder zu lieben“
Ich schreckte leicht zusammen. Mein Herz blieb stehen, genau wie alles andere um uns herum: Die Zeit, das Leben und meine Wahrnehmung.
Ich wusste nicht, wie ich seine Worte verstehen sollte. Oder vielleicht wusste ich einfach nur zu genau, was sie bedeuteten. Die ganze Zeit über, war ich davon ausgegangen, dass ich einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen war und jetzt- jetzt versuchte er mir gerade klar zu machen, dass ich für ihn geradezu, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort war. Dass ich der Grund dafür sein sollte, warum er nicht schon längst so vieles über den Haufen geworfen hatte.
Ich hatte das Gefühl, als ob er mich mit seinen Worten gerade ins kalte Wasser geschmissen hatte, in dem ich jetzt tapfer schwimmen und mich über Wasser halten sollte.
Ich wollte meinen Gedankengang nicht weitergehen. Ich hatte Angst, ich müsste mir selbst das eingestehen, was ich schon viel zu lange verdrängte.
„Lynn, du sollst wissen, dass ich dir alle Zeit der Welt gebe, hörst du? Ich warte. Bitte werde dir einfach nur über deine Gefühle klar und lass es mich dann wissen. Du musst glücklich sein und das ist das einzige, was zählt!“
„Und dein Beruf? Die Fans?“
„Ich kann nicht immer auf meinen Beruf Rücksicht nehmen, wenn mein Herz was anderes will. Wenn es mich bald verrückt macht, wenn ich nicht weiß, was du machst und ob mit dir alles in Ordnung ist!“
Wenn mein Körper jetzt einen Knopf besessen hätte, mit dem ich einen Ohnmachtsanfall betätigen könnte, hätte ich diesen sofort gedrückt.
Ich versuchte meine Gedanken wieder einigermaßen zu ordnen. Es gelang mir nicht.
Wie auch, wenn ich noch vor kurzem alles getan hätte, um wieder bei Ryan zu sein und dann als er aufkreuzte, um mich wieder zu gewinnen, war auf einmal Richie in meinem Leben. Und als ob das noch nicht genug gewesen wäre, wusste ich immer noch nicht, was ich ihm jetzt antworten sollte.
Ich wusste, dass ich mehr als nur Freundschaft für ihn empfand. Ich wusste, dass ich Gefühle für ihn entwickelt hatte, die nicht zu unterschätzen waren und ich wusste, dass eine Beziehung dennoch unmöglich war. Egal wie sehr er beteuerte, dass sein Status in dieser Hinsicht keinen Wert hatte, ich wusste, dass sein Beruf alles beeinflussen würde. Die Presse würde sich das Maul über ihn- über mich- über uns zerreißen. Ich wäre Staatsfeind Nummer eins für jedes kleine Mädchen, das seine Zimmer mit seinen Postern zugekleistert hatte. Viktor, mein Chef, würde mir den größten Stress meines Lebens machen. Ich würde im schlimmsten Falle meinen Job im Sender verlieren- könnte meinem Bruder meinen Anteil zu der Miete nicht bezahlen. Wir würden die Wohnung verlieren und müssten wieder bei unseren Eltern einziehen und…
STOP! Ich steigerte mich da schon wieder viel zu sehr in eine Sache hinein, die reine Spekulation war. Dabei hatte ich doch eben erst gesehen, wie verdammt falsch meine Spekulationen sein konnten.
„Richie“, ich atmete schwer durch und suchte seine Aufmerksamkeit. Unsere Blicke kreuzten sich.
„Du hast vollkommen Recht. So zu tun, als ob nichts zwischen uns wäre, wäre Heuchelei. Aber das mit der Liebe, das ist wie mit einer Blume. Am Anfang sieht man sie nicht und wenn sie sich dann langsam entwickelt, braucht sie ihre Zeit, um zu wachsen und zu gedeihen. Wenn du immer gießt und viel Zeit in sie investierst, blüht sie so schön wie eh und je.“
„Lynn, ich nehme mir alle Zeit dafür, dass sie blüht!“, unterbrach er mich. Ich hörte sehr wohl die Dringlichkeit in seiner Stimme, aber überhörte sie und fuhr fort.
„Es geht nicht darum, dass ich dir nicht vertraue. Ich habe nur so Angst, dass die Blume dann langsam abstirbt. Nichts hält für die Ewigkeit.“ Ich musste unwillkürlich an Ryan denken und ließ meinen Blick durch sein Zimmer schweifen, ehe ich wieder an seinen Augen hingen blieb.
„Ich will dich nicht verlieren, hörst du? Ich will dir nicht wehtun! Du darfst mir nicht wehtun… Noch mal so ein Theater halte ich nicht aus…“
Ohne zu zögern zog er mich zu sich und hielt mich wieder fest an seinem Körper. Vorsichtig berührte ich mit meinen Lippen seinen Hals und sprach leise:
„Bitte gib mir die Zeit.“
Er nickte.
„Wenn’s am Schönsten ist, soll man aufhören.“
Auch ich nickte.
„Ich fahr dann jetzt mal heim.“
Schweren Herzens löste ich mich wieder von ihm und sah ihm noch einmal lange in seine Augen, ehe ich dann aufstand.
„Ich fahr dich heim.“, erklärte er und tat es mir gleich.
Schweigend gingen wir nebeneinander her- aus seinem Zimmer, denselben Weg, den wir hinaufgekommen waren, wieder hinunter.
Wir stiegen aus dem Aufzug, gingen zu seinem Auto und er ließ den Motor an.
Die Uhr in seinem Auto zeigte 4:00 Uhr an. Er parkte aus und fuhr mit quietschenden Reifen aus dem Parkhaus. Unter dem kreischen der Fans (Meine Güte, wieso saßen die da immer noch? Hatten die kein zu Hause?) bog er viel zu schnell um das Eck und fuhr die menschenleere Straße entlang.