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Madelyn's p.o.v.


Mit geschlossenen Augen, versuchte ich mich auf das Wesentliche zu besinnen. Aber was war überhaupt das Wesentliche?
Die Tatsache, dass ich mir meiner Gefühle zu ihm nicht klar war. Die Tatsache, dass ich nicht wusste, wie ich zu ihm stand. Die Tatsache, dass seit Ryans Ankunft sowieso alles Kopf stand. Oder einfach nur die Tatsache, dass ich mir nichts sehnlicher wünschte, als den Moment mit ihm zusammen- glücklich teilen zu können?
Ich seufzte kaum hörbar und ärgerte mich innerliche über meine kindliche Naivität. Genauso würde Ella jetzt wahrscheinlich meinen Zustand beschreiben. Obwohl ich mir nicht sehr sicher darüber war, wie es ihr im Moment erging.
Chris, der mittlerweile nicht mehr so schnell fuhr, stellte das Radio leiser und summte irgendein Lied mit.
„Und hier ist Radio Summertime. Ihr wundert euch sicher, warum Madelyn jetzt nicht da ist. Die hat leider eine kleine Erkältung erwischt!“ Sebastian, meine Vertretung im Krankheitsfall hustete gekünstelt und fuhr mit den Charts fort.
„Erkältung also?“, lachte der Blonde neben mir und warf einen kurzen Blick zu mir. Ich bewunderte nur einen kleinen Moment zu lang, sein, von mir heißgeliebtes, schiefes Lächeln, ehe ich verstand. Ich zog meine Augenbrauen zusammen und schloss meine Augen wieder.
„Es sollte mich nicht wundern, dass du auch von meinem Beruf erfahren hast?“, fragte ich und biss mir leicht auf meine Unterlippe, ehe ich die Augenlider ein wenig aufschlug, um seine kleinen Lachgrübchen sehen zu können.
„Ich habe jetzt seit ungefähr einer Woche regelmäßig zugehört“, gab er grinsend zu. Ich stöhnte nur sehr leise. Der Fakt, dass er von meinem Beruf wusste, machte die Situation für mich noch unangenehmer. Er musste denken, ich sei eine karriegeile, kleine, blöde Gans, die alles darauf ansetzte, groß rauszukommen. Er musste denken, ich wollte ihn nur ausnutzen und mein ständiges Verschwinden und Wiederauftauchen in seinem Leben, war Teil meiner Show. Meine Finger krallten sich in das schwarze Leder des Sitzes. Mein Herz machte einen großen Satz und ich fing an zu verstehen. Er ließ sich darauf ein zu mir zu sprechen, weil er mich zur Rede stellen wollte. Zur Rede dafür stellen wollte, wie ich ihm so ein Theater vorspielen konnte. Er dachte wirklich, ich wäre dieses karrieregeile Miststück, das ihn nur zum Zweck nutzte.
„Ist dir schlecht?“
Meine Augen flatterten auf und ich sah ihn verzweifelt an. Wie konnte er mich denn jetzt noch fragen, ob mir schlecht war. Im Anbetracht der Tatsache, dass er mich gleich zusammenschreien und niedermachen würde, für etwas, was sich logisch erklären ließ, in Wahrheit jedoch ganz und gar nicht so war, machte mich seine Reaktion noch nervöser als sowieso schon.
„Nein“, antwortete ich simpel und schloss die Augen wieder. Wie sollte ich ihm jetzt klar machen, dass ich definitiv nicht auf Karriere aus war und ihn zu allem anderen, als zu meinem Sprungbrett ins BigBusiness nutzen wollte? Ich ärgerte mich tierisch über meine eigene Dummheit. Über die Tatsache, dass ich so wirklich so naiv war zu glauben, dass er wirklich das Gute in mir sah, nach all dem, in das ich ihn mit reingezogen hatte und nach all dem Theater, das er wegen mir mitmachen musste. Sehr fein, jetzt hatte ich nicht mehr nur noch das Problem, dass ich nicht wusste, wie ich ihm meine Gefühlslage erklären sollte, die ich selbst noch nicht einmal zu verstehen wagte, sondern auch noch das Problem, dass ihn das jetzt alles sowieso nicht mehr interessieren würde und er jetzt einfach nur noch Revanche nehmen wollte. Ich konnte ihm noch nicht einmal böse dafür sein, dass er mich für egoistisch hielt. Ich war sicher nicht in der Hinsicht, wie er dachte, egoistisch. Aber ich war egoistisch in all meinem Handeln und Tun. Lief das jetzt aufs selbe hinaus? Ich wusste es nicht. Ich wusste gar nichts mehr. Und die Option Weglaufen, die ich eben noch so erfolgreich ausgeblendet hatte, bot sich mir auf einmal wieder so schillernd schön dar.
NEIN! Wenigstens das war ich ihm schuldig. Die Wahrheit war das Mindeste, das ich ihm jetzt noch schuldete. Ich schob meine Unterlippe vor und zurück und strengte mich an, einfach einen klaren Kopf zu behalten. Auf den Rest musste ich mich jetzt spontan einstellen.
Das dunkle Auto, fuhr durch den Eingang der Tiefgarage, des Hotels und nach kurzem Suchen, fand er einen Stellplatz, auf den er gekonnt rückwärts einparkte und dann den Schlüssel, aus dem Zündschloss holte, um den Motor auszuschalten.
Ich wendete ihm mein Gesicht zu und sah mir noch zum wahrscheinlich einem der letzten Male, seine perfekten Gesichtszüge, im ruhigen und scheinbar glücklichen Zustand an. Auch er sah mir fest in die Augen.
„Wir warten jetzt einen kleinen Moment, um zu gucken, ob die Luft rein ist“, erklärte er ruhig und verdrehte dann spaßeshalber die Augen. Ich konnte weder verstehen, was er mit seinen Worten meinte, noch wie er es schaffte, mir noch solange und so perfekt vorzuspielen, der Ruhige zu sein. Ohne die erste meiner Fragen auszusprechen, verstand er und antwortete wie selbstverständlich: „Es könnten jederzeit irgendwelche Fans hier runter gerannt kommen, die mein Auto erkannt haben. Nicht, dass ich ein Problem damit hätte, dich denen vorzustellen- aber ich glaube, die hätten ein Problem damit“
Er lachte und lauschte noch eine ganze Weile den Geräuschen des Parkhauses.
Innerlich musste auch ich lachen. Sicher hatte er kein Problem damit, mich vor voller Montur anzuschreien. Wahrscheinlich hatte ich das auch nicht anders verdient. Mein Schuldgefühl wuchs von Sekunde zu Sekunde.
„Okay, ich glaub wir können hoch“
Er stieg aus dem Auto, ich tat es ihm gleich und folgte dem Älteren dann zu einem Aufzug. Wir warteten, mir unendlich lang vorkommende 3 Minuten, bis der Aufzug endlich in unserer Etage hielt, stiegen dann ein, um auf dem direkten Wege, zu der Etage zu gelangen, in der sein Zimmer lag. Keiner von uns beiden schaffte es in dieser Zeit etwas zu sagen. Ich ging schwer davon aus, dass er sich seine Worte gerade so zu Recht legte, damit sie ihr Ziel am wirksamsten erreichten.
Die roten Zahlen, die auf der Anzeigetafel aufleuchteten, stoppten bei 3 und die Tür ging auf. Er ließ mir den Vortritt und ich ging den Gang entlang, bis wir an seinem Zimmer angelangt waren. Aus seiner Hosentasche holte er den Schlüssel und öffnete die Tür.
„Entschuldige das Chaos… Ich bin nicht mehr zum Aufräumen gekommen“
Mit anderen Worten: Lynn, ich wäre niemals davon ausgegangen, dass du tatsächlich so dumm und naiv bist, zu glauben, dass ich jetzt ein ernsthaft ruhiges Gespräch mit dir führe. Deshalb habe ich leider nicht für diesen feierlichen Anlass aufgeräumt.
Ich setzte ein verzweifeltes Lächeln auf und ging hinein. Das letzte Mal, das ich hier war, war nicht all zu lange her. Jede Faser meiner Körpers, spürte direkt wieder das eigenartige Gefühl. Das Gefühl von Schmerz und Verlassenheit auf der einen, das Gefühl von Liebe, Fürsorge und Geborgenheit auf der anderen Seite.
Ich setzte mich auf das cremefarbene, zu den Gardinen passende, Sofa am Fenster, während Richie den Kühlschrank öffnete.
„Magst du auch was trinken?“, fragte er, als wäre es das Natürlichste auf der Welt- jetzt in seiner Situation.
„Danke, nein“
Wenn ich ehrlich gewesen wäre, hätte ich jetzt den einen oder anderen Kurzen vertragen können. Nur um das Folgende besser über mich ergehen zu lassen. Oder auch, um eine gute Ausrede für mich selbst zu haben- denn ich ging schwer davon aus, dass ich den Abend nicht, wie erhofft, ohne Tränen überstehen würde.
Er nahm sich das Glas von der Ablage, füllte es sich mit Cola und kam mit dem Glas zu mir. Ich schürzte die Lippen, sah mir sein engelsgleiches Gesicht nur zu gerne an und lächelte zaghaft. Ich war alles andere als glücklich. Ohne, dass er ein Wort hatte fallen lassen, hatte ich das Gefühl, die Tränen, die sich ihren Weg früher oder später über mein Gesicht bahnen würden, schnürten mir jetzt schon die Kehle zu. Ich wollte ihn so gerne noch einmal umarmen- nur ein einziges Mal.
„Lynn?“
Seine Stimme riss mich aus meinen Gedanken und ich schreckte leicht auf. Er lachte kurz herzlich auf. Ich hielt es für überflüssig seine Reaktion jetzt zu interpretieren und versuchte Kapital aus der Situation zu schlagen.
„Bevor du jetzt irgendwas sagst, gib mir bitte nur eine Minute, um dir alles zu erklären?“
Er zog die Augenbrauen in die Höhe und mimte den Verwirrten, aber ich ließ mich nicht durch seine Gesten verunsichern und fuhr fort.
„Du sollst wissen, dass ich dich oder deinen Status niemals ausgenutzt habe. Ich hatte noch nicht einmal die Idee. Mein Verhalten war niemals gespielt. Alles, was ich gemacht habe, war echt- jede Reaktion, jede Emotion. Du bist in mein Leben getreten und hast einfach nochmal alle umgeschmissen, sodass ich überhaupt nichts mehr verstanden habe bzw. verstehe.“
Ich holte tief Luft und setzte zum Endspurt an: „Und auch wenn du mir jetzt kein einziges Wort geglaubt hast, war es mir wichtig, dir das zu sagen. Ich habe dich nie angelogen und hatte niemals vor, dich ausnutzen. Und jetzt kannst du mich anschreien, wie du willst“
Kaum war mein letztes Wort verklungen, kniff ich wie ein kleines Kind, das wusste, dass ihm jetzt ein gehöriges Donnerwetter bevorstand, meine Augen zusammen und biss mir abermals an diesem Abend auf meine Unterlippe.
„Was redest du denn da?“, fragte er. Ich hörte, wie er sein Glas auf die Fensterbank stellte, um sie dann an meine Hand zu legen. Ich öffnete vorsichtig wieder meine Augen, immer den Gedanken an das Geschrei, was mir bevorstand, im Hinterkopf. Sein Blick sprach Bände. Er sah mich verständnislos und zugleich so vertraut an.
„Lynn, ich habe niemals daran gezweifelt, dass du echt bist“, fuhr er fort und umfasste mit seiner anderen Hand, meine freie Hand.
„Du musst denken, ich bin karrieregeil und falsch.“ Ich schüttelte nur leicht meinen Kopf. Was sollten seine Worte? Kein Bisschen machte mehr Sinn. Aber hatte es das jemals gemacht?
„Lynn! Was redest du denn da? Ich vertraue dir- du sollst mir vertrauen. Das habe ich dir doch gesagt, weißt du das denn nicht mehr?“
Ich versank in dem tiefen Blau seiner Augen und wusste wieder von was er redete. Er meinte den Abend bei Ella. Dem Abend, an dem ich mich fallen ließ. Mein ganzes Vertrauen in seine Hände legte und er darauf Acht gab, wie auf nichts anderes.
Der Blonde fuhr sich durch sein Haar und kratzte sich dann am Hinterkopf.
„Ich hatte gehofft, dass das hier Klarheit für uns beide schafft und jetzt ist die ganze Sache ja noch viel verzwickter.“, murmelte er.
Meine Augen füllten sich mit den unvermeidbaren Tränen. Ich blickte schnell zur Seite- aus dem Fenster und drückte seine Hände vorsichtig. Auf der anderen Straßenseite saßen wie fast immer, seit ich ihn kennengelernt hatte, ein paar Mädchen, auf dem Bordstein. Wenn die wüssten, was für ein Szenario ihr geliebter Richie mit mir mitmachen musste, hätten sie mich sicher eigenhändig erwürgt.
„Ich hab alles kaputt gemacht“, hauchte ich leise, kaum hörbar und die erste Träne, rinn heiß über mein Gesicht. Ich hasste es, mich jetzt in dieser Rolle zu sehen. Als ob ich mich nicht irgendwie anders für mein Verhalten entschuldigen konnte. Aber meine Reaktion, kam wie sonst auch immer, aus meinem Herzen und war wahr. Genau wie alles andere, was ich für diesen jungen Mann zu empfinden schien.
Er seufzte leise und zog mich an meinen Händen, an seine Brust. Er drückte meinen Körper fest an sich und erfüllte mir damit den Wunsch, ihn einfach noch einmal zu umarmen. Wie so oft waren es die simplen Dinge im Leben, die den Menschen glücklich machen konnten.
„Irgendwie bekommen wir das alles auf die Reihe“, flüsterte er mir leise ins Ohr. Sein Versprechen klang zu schön, um wahr zu sein.
„Versprich es“
„Ich verspreche es dir“