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Madelyn's p.o.v.


Ich nahm vorsichtig Ellas Hand und sog die kalte Luft in meine Lungen. Ich hasste Jay dafür, dass er alles darauf anlegte, mir nach seinen Regeln, die Augen zu öffnen. Ich sah ein, dass mein Plan, Richie einfach in Ruhe zu lassen, damit er mich vergessen würde, nicht ganz aufzugehen schien. Ich sah auch ein, dass ich mich nicht mehr länger davor drücken konnte, mit ihm zu sprechen- über alles, was passiert war. Aber ich sah nicht ein, dass das mir nichts dir nichts, von jetzt auf eben passieren sollte. Ich wollte meine Entscheidungen wieder selbst treffen und nicht, weil mich jemand dazu drängte.
Nachdem Ella abgehauen war, redeten die beiden wie die Irren auf mich ein. Nicht, dass ich bereute, dass ich das Gespräch aufgesucht hatte, schließlich brachte es auch für mich neue Informationen- alles was mich störte, war die Art, mit der sie mir die Dringlichkeit ihrer Botschaft übermitteln wollten. Jay stellte die Situation geradezu theatralisch dar, in dem er mir immer neue Geschichten über Richies miese Launen auftischte- von Chris‘ angepisster Lage, an seinem Geburtstag ganz zu schweigen.
„Und wenn du ihn einfach nur mal anrufen würdest, um ihn zu fragen, wie es ihm so geht und was er denn so macht, wäre das doch schon mal mehr als genug für den Anfang“, erklärte er schlussendlich.
Ich schüttelte meinen Kopf, bei dem Gedanken an das Gespräch und bog mit Ella an meiner Hand, in die nächste Straße ein. Ihr Schluchzen und Naseschniefen, holte mich wieder zurück auf den Boden der Tatsachen.
„Einmal will man einen Abend mit seiner besten Freundin verbringen und dann kreuzt DER auf“, schimpfte sie und seufzte laut auf.
„Er hat aber Recht… Und das weißt du genauso gut, wie ich“, antwortete ich ihr und atmete tief ein.
Noch bevor sie mir widersprechen konnte, musste ich stehen bleiben und fuhr auf der Stelle um.
„Madelyn“, rief jemand, geschätzte 40 Meter hinter uns. Ich hätte keine Sekunde daran gezweifelt, aus welchem Mund mein Name eben kam.
Der Blonde kam mit schnellen Schritten auf uns zu und zögerte erst einen kurzen Moment, ehe er mich überschwänglich und für meinen Geschmack, etwas zu lange in den Arm nahm. Sein Parfüm schien direkt durch alle Blutbahnen meines Körpers zu schießen und mich zu lähmen. Ich wusste wieder, warum ich in seiner Gegenwart, so glücklich sein konnte.
Er ließ mich los und nahm auch Ella in den Arm.
„Christopher?“, fragte diese nur ungläubig und fuhr sich mit dem Handrücken über das von den Tränen nass gewordene Gesicht.
„Jay hat angerufen und gesagt, dass ich euch hier sehen kann“, erklärte er und fuhr sich mit der linken Hand durch sein wunderbar weiches Haar.
Ich musste leicht lächeln, als ich in meinen Händen das Bedürfnis verspürte, ihm durch sein Haar zu fahren und weiterhin seinen süßen Geruch einzuatmen.
„Wo ist Chris?“
Ich merkte, als Ellas Körper ein leichtes Zucken durchfuhr, dass sie die Dringlichkeit, die unterschwellig in ihrer Frage mitschwang, direkt wieder bereute.
„In seiner Wohnung, denke ich“, antwortete er. Natürlich war mir nicht entgangen, dass die ganze Zeit über sein Blick auf mir ruhte. In seinen Augen sah man trotz der Dunkelheit ein zufriedenes Glitzern, mit dem er wahrscheinlich jedes weibliche Wesen auf der Welt zu der Glücklichsten machen konnte. Verlegen sah ich auf den Boden und biss mir auf meine Unterlippe. Meine Hand immer noch fest mit Ellas verschränkt.
Es schien, als ob jeder von uns kurz in seine eigenen Gedanken versunken war, denn die Stille brachte mich bald zum Verzweifeln. Jetzt, wo er vor mir stand, hielt ich es kaum aus seine Stimme nicht zu hören.
All meine Prinzipien, die ich mir so sorgfältig zusammengelegt und eingehalten hatte, schienen ihren Wert in nur kürzester Zeit zu verlieren. Bevor ich seufzen konnte um aufzusehen, riss sich Ella von meiner Hand los und lief geradewegs über die Straße.
„Wo willst du denn hin?“, schrie ich ihr hinterher.
Ellas Schritte wurden immer schneller und mir zu antworten zog sie auch nicht in Erwägung. Ohne auf den Verkehr zu achten, schritt ich über das Trottoir um zu ihr zu laufen.
„Achtung“, schrie Richie und hielt mich an meinem Handgelenk fest. Ich blieb wie angewurzelt stehen und sah dem Lichtkegel des Autos, das direkt vor meiner Nase vorbeifuhr, nur noch ungläubig hinterher. Mein Herz machte einen Sprung. Ob nun wegen dem Auto, das mich beinahe erfasst hatte, oder wegen seiner Berührung- ich wusste es nicht.
„Danke“, hauchte ich leise und rief mir den Grund für mein Verhalten wieder in Gedanken. Ella bog gerade schnellen Schrittes um das Eck auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Ich warf dem Jungen neben mir einen kurzen Blick zu und er verstand.
Diesmal sah ich zu beiden Seiten, um dann sicher über die Straße zu gelangen.
Völlig außer Atem, vom Rennen, griff ich nach Ellas Hand und sah in ihr wutentbranntes Gesicht.
„Lass mich los“, zischte sie und entriss sich wieder aus meinem Griff.
„Wo willst du denn überhaupt hin?“, fragte ich und lief ihr schnell hinterher. Richie, der die ganze Zeit über problemlos neben mir Schritt hielt, machte einen Satz nach vorn, um Ella den Weg zu versperren.
„Wenn ich dich hinfahre, bist du schneller, als wenn du jetzt läufst! Außerdem ist die Gegend unsicher!“, erklärte er ruhig und brachte sie damit zum Stillstand.
„Gut“, sagte sie und verschränkte die Arme vor der Brust. Richie gab mir mit seinem Blick zu verstehen, dass wir einfach nur hier warten sollten und lief dann schnell los.
Ich verstand seine Worte und ihre Reaktion erst recht nicht.
„Wohin hinfahren?“
„Jay ruft Richie an und er kommt gesprungen! Nur, um dich für ein paar Sekunden in den Arm zu nehmen!“
„Du bist eifersüchtig?“, fragte ich und weitete die Augen.
„Nein verdammt! Aber ich hab da noch was zu klären! Genau wie du auch!“
Sie holte mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Ich verschränkte die Arme vor der Brust, um mich in erster Linie zu wärmen und in zweiter Linie, vor dem zu schützen, was mir jetzt wohl oder übel über kurz oder lang, bevorstand.
Ich schloss meine Augen und lehnte mich gegen die kühle Hauswand.
Sie wollte also zu Chris. Und dass Richie wegen mir aufgekreuzt war, passte ihr nur insofern nicht, als dass sie sich wünschte, dass Chris, an seiner Stelle hier gewesen wäre. Wahrscheinlich auch nicht zuletzt, weil Jay ihr so breit und ausführlich aufgetischt hatte, wie sehr Chris sie doch vermissen würde.
„Entschuldigung, ich wollte dich nicht anfahren“, gab sie kleinlaut zu und fasste mir vorsichtig an meinen Arm. Ich öffnete meine Augen wieder, um direkt in ihre zu sehen. Noch bevor ich etwas sagen konnte, leuchtete uns das Licht des schwarzen Range Rovers von Richie an. Er hielt direkt neben uns. Ella stieg durch die Tür, auf der Rückbank ein und zwang mich somit dazu, auf dem Beifahrersitz zu sitzen.
Die Temperatur in dem neuen Auto war angenehm warm und die Musik, die leise im Hintergrund lief, beruhigte mich ungemein. Richie legte den Gang ein und fuhr weiter. Das leise Surren des Motors, ließ nicht darauf schließen, dass er ca. 30 km/h schneller fuhr als erlaubt. Sein konzentrierter Blick Richtung Straße jedoch, beruhigte mich wieder. Ich wollte ihm vertrauen und schloss zum Beweis einfach meine Augen. Ella würde verstehen, wie viel Mut mich das kostete.
Ich hatte keine Ahnung, wie lange wir gefahren waren, doch als das Auto zum Stehen kam und er den Schlüssel aus dem Schloss zog, öffnete ich meine Augen und sah mir durch das Fenster die Gegend an. Er hatte Recht, sie schien alles andere als sicher. Ich wusste nicht wieso, aber sie ließ mich erschauern. Wahrscheinlich war sie eine Art Tarnung. Welcher Fan kam schon auf die Idee, seinen Star, der nicht schlecht verdiente, in dieser Gegend wiederzufinden.
„Da oben?“, fragte sie, doch er antwortete nicht direkt auf die Frage, sondern stieg einfach nur aus, um ihr die Tür zu öffnen.
„Ich bring dich hoch“, sagte er leise und half ihr aus dem Auto, um dann die Tür zuzuschlagen und sie zu dem Haus zu geleiten. Die Tür öffnete sich, nachdem Richie auf eine Klingel gedrückt hatte.
Die beiden gingen durch die Tür. Ich schloss meine Augen und atmete tief durch.
Also sollte der Moment, an dem ich mich der Wahrheit stellen sollte, doch eher gekommen sein, als ich es mir erhofft hatte.
Gestern noch, wollte ich nicht wahrhaben, dass ich früher oder später mit ihm über alles reden musste und heute schon, saß ich in seinem Auto und wartete darauf, das alles hinter mich zu bringen.
Wenn ich ehrlich war, musste ich mir selbst eingestehen, dass seine Gegenwart mich mehr als glücklich machte. Alle meine Anläufe ihm das irgendwie zu zeigen scheiterten immer wieder.
Ich wusste jetzt, wie sehr es ihn belastete, dass ich immer wieder vor meinen Problemen weg lief. Wie sehr es ihn belastete, dass ich immer wieder vor ihm weg lief und in den entscheidenden Momenten einen Rückzieher machte.
Ich trippelte mit meinem Zeigefinger an die kühle Fensterscheibe und versuchte mich auf das Wichtigste zu besinnen.
Ich wollte alles langsam angehen, jede Entscheidung zweimal in meinem Kopf durchgehen und ja keinen Fehler machen.
Die Tür zu meiner linken ging auf und die kalte Luft, die mit ihr hineinströmte, holte mich wieder auf den Boden der Tatsachen. Richie stieg ein und verschloss die Tür wieder hinter sich.
„Soll ich dich heim fahren?“
Ich war dankbar dafür, dass er mir trotz allem, immer noch die Option frei ließ, aber diesmal wollte ich stark sein und das einzig Richtige tun.
„Können wir reden?“, fragte ich ihn und verschränkte meine Finger in meinem Schoß.
„Sollen wir zu mir ins Hotel fahren?“
Ich nickte und sah ihm fest in die Augen. Ich würde jetzt nicht aufgeben. Ich würde stark sein und keinen Rückzieher machen.
Er ließ den Motor wieder an und fuhr los.