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Madelyn's p.o.v.


Ich atmete tief durch und ging zu meinem Fenster, um den dunklen RangeRover von Ryan mit quietschenden Reifen wegfahren zu sehen. Mit einem Finger fuhr ich über die Fensterscheibe.
Es hatte keinen Sinn. Ich schüttelte den Kopf und drehte mich Ella, die sich auf meinem Bett breit gemacht hatte, wieder zu.
„Also?“, fragte sie und sah mich erwartend an.
„Irgend was von ‚Hast du’s jetzt verstanden, Lynn?‘. Und ach- ich soll dir schöne Grüße von ihm ausrichten“, murmelte ich und setzte mich neben sie.
„Dieser Terrorist“, lachte sie und fuhr auf.
Ich ließ mich neben sie fallen, zog mir mein Kissen über den Kopf und schrie laut in dieses hinein. Ich war mir ziemlich sicher, dass meine Mutter das immer tat, wenn sie Streit mit meinem Vater hatte- und ja, es tat gut.
„Darf ich auch mal?“, fragte Ella, nahm sich das Kissen und schrie genauso lange hinein.
Sie legte es beiseite und sah mir in die Augen. In ein und demselben Moment fingen wir beide an zu lachen und ließen für eine kleine Zeit von dem los, was uns beschäftigte.
„Ich versteh beim besten Willen nicht, wie ihr in so einer Situation so lachen könnt“, beschwerte sich Ben, der in mein Zimmer platzte und uns verwirrt ansah.
„Raus!“, rief ich ihm hinterher und warf mit dem Kissen nach ihm.
„Weiber“, murmelte er und schloss die Tür wieder hinter sich.
„Party?“, fragte Ella und das Glitzern in ihren Augen, das ich schon so lange vermisste, zeigte sich wieder.
„Party!“, stimmte ich ihr grinsend zu und sprang schwungvoll von meinem Bett.
„Ich ruf im Sender an- ich hoffe die verstehen, dass ich…“ Ich hustete und verstellte meine Stimme sehr mitleidig „..total krank bin“
„Oh nein“, auch Ella hustete und griff sich theatralisch an den Kopf- „Jetzt hast du mich angesteckt“
„Schauspielerin“, lachte ich.
„Selber“, grinste sie und stand auch auf.
„In einer Stunde?“
„Im Glow.“, antwortete sie simpel und ich begleitete Ella zur Tür.

Als ich am Glow. ankam, begrüßte ich George, den Türsteher mit zwei Küsschen auf die Wangen.
„Ella ist schon drinnen“, lächelte er mit seinem amerikanischen Akzent und öffnete mir die Tür.
„Danke“, grinste ich- ging vorbei an Tina, die in der Garderobe stand- blöde Kommentare konnte sie sich heute sparen- direkt zu Clemens an der Bar, der sich bereits amüsiert mit Ella unterhielt.
„Hi“, grinste ich und begrüßte auch Clemens mit zwei Küsschen, ehe ich mich Ella zuwandte, die einen großen Schluck ihres Cocktails nahm und dann aufgeregt in die Hände klatschte.
„Taaaaaaanzen“, rief sie, griff nach meiner Hand und zog mich auf die Fläche.
Es war zwar mitten in der Woche, aber das war kein Grund dafür, dass unser Lieblingsclub nicht total voll war. Das Klientel war vielleicht ein bisschen anders, aber das war noch lange kein Grund, nicht her zu kommen.
Der Bass erfüllte den ganzen Club. Kaum noch jemand schaffte es, auf seinem Platz zu sitzen.
Jeder ließ sich einfach von der Musik leiten und vergaß die Welt, die draußen verrückt spielte. So auch Ella und ich. Was auch immer uns über die letzten Wochen so verletzt und runtergezogen hatte, im Moment hatte es keine Chance, uns auch nur im Geringsten zu erreichen.
Ella so sorglos und frei zu sehen, erleichterte mich ungemein. Ich wusste, wie viele Sorgen, ich ihr in letzter Zeit bereitet hatte, doch das unbeschwerte Funkeln in ihren Augen, beruhigte mein Gewissen.
„Drink?“, rief sie lachend gegen die Lautstärke und ich nickte zustimmend. Alkohol war der einfachste Weg in diesem Moment, das Glück für möglichst lange zu halten.
Wir setzten uns an die Bar- ließen uns von Clemens‘ göttlichen Cocktails verwöhnen und führten- genau wie früher- die besten Gespräche überhaupt.
„Ich verwette meinen Arsch drauf, dass ich den Kerl da drüben dazu bringe, uns einen Drink zu spendieren“, grinste ich und wendete mich einem jungen, gut- und nicht zu allerletzt reich aussehenden Kerl zu- doch bevor ich auch nur den Ansatz eines Flirts starten konnte, zog Ella mich an meiner Hand zu sich und deutete auf den Eingang.
„Und ich verwette meinen Arsch drauf, dass da ein verdammter Terrorist mit seiner Terroristenfreundin auf uns zu kommt und ‘ne Menge Gesprächsbedarf mitbringt“, murmelte sie.
Ich folgte ihrem Blick und sah ein lächelndes Paar auf uns zukommen.
„Aber- ich dachte die seien gar nicht in Berlin“, sprach ich und musterte Jay von oben bis unten.
„Anscheinend schon“, sprach Ella genervt und drehte sich auf ihrem Stuhl, wieder Clemens zu.
Ich konnte ihrem Beispiel nicht folgen, denn ich wollte einfach nicht glauben, dass Jay und Lena ausgerechnet heute, in ausgerechnet diesem Club auftauchten und ausgerechnet Ella und ich hier heute unsere Unbeschwertheit feiern wollten. Noch bevor Ella mich zu sich ziehen konnte, waren Lena, die sich in Jays Arm gehakt hatte, und er bei uns, um uns breitgrinsend anzusehen.
„Hey“, lachte die Blonde und ließ aus dem Arm ihres Freundes ab, um mich mit einer Umarmung zu begrüßen und dann Ellas Rücken zu mustern. Ella, die es immer noch bevorzugte, Jay solange es nur ging zu ignorieren, saugte angestrengt durch den Strohhalm ihres Getränks. Anscheinend wollte sie demonstrativ verdeutlichen, wie viel Lust sie im Moment darauf hatte, sich mit Jay auseinandersetzen. Ich konnte sie verstehen, auch wenn ihr Verhalten trotzig und kindisch war.
„Hallo ihr beiden“, meinte ich nur sehr bescheiden und biss mir auf meine Unterlippe.
„Dass man sich hier sieht…“, endlich meldete Ella sich zu Wort, drehte sich auf ihrem Stuhl den beiden zu und sah Jay missbilligend an.
„Ella“, lachte er und kratzte sich an seinem Bart.
„Charmant wie eh und je“, säuselte er weiter und warf Lena einen Blick zu. Ehe ich verstehen konnte, was hier vor sich ging, hatte Lena meine Hand gegriffen, Jay Ellas und die beiden zogen uns zu einer der Tischgruppen, an denen wir mit Chris und Richie vor nicht all zu langer Zeit bereits einmal gesessen hatten.
„Kannst du mich bitte mal loslassen?!“, fauchte Ella Jay an, doch dieser lachte nur und drückte sie mehr oder weniger sanft in das weiße Leder und setzte sich uns gegenüber. Ehe ich auch nur einen Satz sagen konnte, war Ella von ihrem Platz aufgesprungen und stapfte wütend durch die Menge.
„Soll ich- oder gehst du?“, fragte Jay und grinste mich mit einem siegessicheren Lachen an.
„Was zum Teufel soll das hier überhaupt? Warum seid ihr hier und warum müssen wir reden?“, fragte ich verwirrt. Mein Blick wanderte von Jay über Lena.
„Hol sie und wir erklären alles“, sagte Lena ruhig und wippte gelassen zu der Musik. Ich seufzte laut auf, drängte mich an Lena und Jay vorbei und rannte durch die Menge, um Ella noch an der Garderobe abzupassen. Ich griff nach ihrer Hand und sie drehte sich wutentbrannt um, bis sie mich erkannte und ihre Gesichtszüge sich wieder entspannten.
„Wir gehen“, maulte sie wütend, löste sich aus meinem Griff und nahm im Gegenzug meine Hand, um mich rauszuschleifen. Ich blieb stehen und sah ihr fest in die Augen. Wenn Ella sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, dann verfolgte die ihr Ziel solange, bis sie es auch endlich erreicht hatte.
Diesmal sollte ich meinen Willen bekommen- entgegen aller Naturgesetze!
Ich bearbeitete Ella bestimmt zehn Minuten, stets mit dem Gedanken daran, etwas Neues von Richie zu erfahren. Ich wusste es war falsch nur aus diesem Grund mit Jay sprechen zu wollen. Es war sogar sehr kindisch. Schließlich war ich diejenige, die Christopher hatte abblitzen lassen. Ich war diejenige, die jeglichem Kontakt aus dem Weg ging. Aber wenn sich mir die Chance jetzt so darlegte, wollte ich sie nutzen. Es wären nur ein paar Informationen, um sicherzugehen, dass es ihm gut ging und er mich nicht vermisste. Das mein Plan aufging und er auf dem besten Wege war, alles zu vergessen, was mich anbelangte.
„Bitte!“, sagte ich dringlich und verfestigte meinen Blick.
„Wenn’s sein muss!“, sprach sie und fuchtelte theatralisch mit den Händen in der Luft rum.
Wir gingen zurück zu Lena und Jay, die immer noch an derselben Tischgruppe saßen und auf uns warteten. Ich drängte mich vorbei an Lena, Ellas Hand immer in meiner und setzte mich wieder zurück in das Sofa.
„Wollt ihr was trinken?“
„Nein!“, lehnte Ella Jays Angebot forsch ab und verschränkte die Arme vor der Brust.
Ich schüttelte mit dem Kopf und legte meine Hände einfach nur in meinen Schoß.
„Ihr wollt jetzt sicher wissen, warum wir hier sind“, fing Lena an.
„Ich will zu aller erst wissen, woher ihr wusstet, dass ihr uns hier findet!“, warf Ella ein. Sie hatte Recht. Diese Frage blieb auch noch offen.
Jay fing an breit zu grinsen und schlug sich aufgeregt mit den Handflächen auf die Oberschenkel. „Ich bin ein Spion“, sagte er lächelnd und Lena musste laut anfangen zu lachen.
„Wohl eher ein Terrorist“, murmelte Ella leise.
„Eine klare Antwort bitte“, forderte ich ihn, Ellas Aussage ignorierend, auf.
„Mh, sagen wir, wenn du unter der Woche krank machst, was nicht all zu oft vorkommt, weil du ziemlich zielstrebig und ehrgeizig bist und ich davon ausgehen kann, dass du nicht krank bist, weil meine Freundin dich nur sehr kurz davor gesehen hat, dann bin ich mir sehr sicher, dass du feiern gehst- der Rest war reine Spekulation und sehr viel Glück“
„Woher wusstest du, dass ich krank mache?“, fragte ich und zog eine Augenbraue hoch.
„Kontakte“, sprach er ziemlich selbstsicher.
„Und woher wusstest du, dass ich dabei bin?“, fragte Ella ihn und sah ihn misstrauisch an.
„Wer geht schon alleine weg? Wie gesagt- reine Spekulation“, lachte er und grinste wieder über beide Ohren.
Ich seufzte und verdrehte die Augen.
„Schön- sag an, was ihr wollt“