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Olivia's p.o.v.


„Können wir reden?“, fragte Ryan sofort und ich unterdrückte es ihm eine zu scheuern, denn es kribbelte mir in den Fingern.
„Nimm die Flossen von mir, wenn du nicht willst, dass ich schreie!“, murrte ich und schloss die Tür auf. „Es gibt nichts zu bereden. Dieses Mal hast du wirklich Scheiße gebaut. Das ging zu weit!“
„Ella bitte… du bist meine letzte Rettung. Du musst mir helfen!“, anscheinend tat es ihm wirklich leid. Er zog die Hand sofort von meiner Schulter zurück und hatte gleichzeitig etwas von einem geschlagenen und ausgesetzten Hund, als ich ins Haus trat und die Taschen abstellte.
„Ich muss überhaupt nichts. Das Ganze hättest du dir von Anfang an überlegen sollen. War doch abzusehen, dass es so endet. Du glaubst ja wohl nicht, dass Lynn auch nur daran denkt je wieder ein Wort mit dir zu wechseln?!“, ich wollte die Tür vor seiner Nase zu schlagen, aber er stellte sich dazwischen.
„Bitte, Ella… lass es mich wenigstens erklären!“, versuchte er es noch mal.
„Sag mal, Ryan. Warum kommst du eigentlich immer zu mir gekrochen, wenn du scheiße gebaut hast? Du willst doch Lynn, also klär das mit ihr, obwohl sie dir nichts anderes sagen wird als ich!“, etwas verständnislos schüttelte ich den Kopf. Tatsächlich kam Ryan immer zu mir, wenn er Probleme mit Lynn hatte, anstatt sie sofort mit ihr zu regeln.
„Du bist ihre beste Freundin. Sie vertraut dir. Wenn du ihr sagst, dass sie mir auch vertrauen kann, dann…“
„Ist alles in Ordnung, Schatz?“, rief meine Mutter plötzlich aus der Küche und steckte kurz darauf den Kopf in den Flur.
„Ja, alles Bestens. Ryan wollte gerade gehen!“, damit drückte ich ihn raus und knallte die Tür zu.
Es klingelte noch ein-zwei Mal, dann gab er es anscheinend auf und verschwand. Das war auch sein Glück, denn sonst hätte ich meinen Vater raus geschickt.
„Ist Ryan nicht in Amerika?“, fragte meine Mutter mich und verschwand wieder in der Küche. Ich folgte ihr.
„Offensichtlich ist er das nicht mehr, oder? Gestern hat er sich mit Freunden von uns geprügelt und heute kommt er angekrochen, damit ich Lynn anlüge und ihr sage, sie kann ihm vertrauen, weil er sie wieder will!“, ich schüttelte den Kopf und setzte mich seufzend an den Esstisch.
„Ach Schätzchen… solchen Menschen wirst du noch oft im Leben begegnen! Möchtest du etwas Essen?“, ich seufzte erneut, dann nickte ich.
„Manipulativen Arschlöchern oder sich prügelnden Idioten?“, fragte ich dann und meine Mutter lachte leise.
„Wenn du Pech hast, dann beidem. Männer sind komplizierte Wesen. Man muss sie erst erziehen!“, sie schmiss sich das Handtuch über die Schulter und stellte mir dann einen Teller Kartoffelauflauf vor die Nase.
„So wie Claire Noah erzogen hat?“, fragte ich sie dann und erinnerte mich daran zurück, wie mein Bruder war, bevor er Claire kennen lernte. Man konnte wirklich sagen, dass sie ihn erzogen hatte. Um Besseren.
Nicht, dass meine Eltern ihn nicht auch erzogen hätten. Sie hatten das, sogar wirklich gut, aber was den Respekt vor Frauen anging… da war er immer etwas eigen gewesen, und erst Claire konnte das ändern.
„Genau so. Weißt du… Männer lassen sich nur erziehen, wenn sie jemanden wirklich lieben. Dein Vater räumt seinen Teller erst in die Spülmaschine, seit er mich kennt!“, wieder lachte sie und ich konnte nicht anders, als zu lächeln.

Als ich am nächsten morgen um halb sieben aufstand – ich sollte erwähnen, dass ich Dienstage hasse, weil ich bis sechs – manchmal auch länger in der Schule sitzen muss – klingelte keine zehn Sekunden später auch mein Telefon.
Verschlafen griff ich danach und zog dann die Augenbrauen zusammen, als Lynns Nummer darauf erschien.
„Zu deinem Glück hat mein Wecker vor dir geklingelt!“, ging ich ran und richtete mich dann grummelnd im Bett auf
„Rate, was heute Nacht passiert ist!“, warf sie gleich hinterher ohne auf mich einzugehen, und ich lief geradewegs auf meinen Schrank zu.
„Keine Ahnung… hat es geregnet?“, fragte ich und verdrehte die Augen – so wie es Lynn wahrscheinlich auch gerade tat.
„Nein, im Ernst. Rate noch mal!“, ihre Stimme drängte mich etwas und ich seufzte entnervt auf.
„Verdammt Lynn, ich bin gerade erst aufgestanden, sag mir was passiert ist, oder ich lege auf!“, bewaffnet mit etwas zum Anziehen verschwand ich im Bad.
„Lena war heute Nacht bei mir im Studio… ich hab ein Interview mit ihr gehabt!“, Lynn klang aufgeregt und gleichzeitig genervt, was mich etwas verwirrte, aber ich denke, sie wollte nur schnell loswerden, was ihr seit Stunden auf der Zunge lag.
„Wer ist Lena?“, ich stellte den Lautsprecher an und das Telefon auf die Ablage im Bad, dann schnappte ich mir meine Zahnbürste.
„Lena Gercke. Das Topmodel… Jays Freundin!“, die Zahnbürste im Mund, zog ich eine Augenbraue hoch. Jay war mit einem Topmodel zusammen? Wie hatte er das denn geschafft?
„Aha… und jetzt?“, sagte ich undeutlich.
„Naja, da haben erst so ein paar Freaks angerufen und sie über Jay und so ausgefragt… und dann hat ein Tareq angerufen…“
Ich lachte, spuckte die Zahnpasta gegen den Spiegel und hielt mir dann schnell die Hand vor den Mund – immer noch lachend.
„Tareq von der Taliban?“, nuschelte ich durch die Hand und spülte mir schnell den Mund aus.
Ich konnte förmlich vor mir sehen, wie Lynn die Augen sehr langsam verdrehte.
„Ja, genau der. Ich hab das erst gar nicht verstanden… Ella, das glaubst du nicht, der will uns verkuppeln!“, ich spuckte fast schon wieder gegen den Spiegel- diesmal das Wasser. Aber ich hielt es zurück und spuckte es ins Waschbecken.
„Weißt du, was ich hier für eine Schweinerei veranstalte, weil du mir so lustige Sachen erzählst?“, lachte ich. Ich musste mich erst mal auf den Toilettendeckel setzen. „Wieso will er uns verkuppeln? Mit wem denn?“
„Lena hat gesagt, mit Chris und Richie ist nichts mehr anzufangen, seit sie uns kennen. Wahrscheinlich deswegen!“, riet sie und ich seufzte leise. Das waren zu viele Informationen am frühen Morgen.
„Naja, das Problem wird es nicht mehr lange geben. Ich werde mich zumindest nicht mehr bei Chris melden, denn ganz offensichtlich tut ihm der Umgang mit mir nicht unbedingt gut. Und ich bin nicht bereit für jemanden, auf den ich mich so einlassen muss!“, ich war voll davon überzeugt und Lynn nickte bestimmt an der anderen Leitung.
„Ich werd mich wohl auch nicht mehr bei Richie melden… seit wir sie kennen gelernt haben, haben sie nur Ärger mit uns!“, sagte sie und ging nicht darauf ein, was ich noch hinzugefügt hatte, denn anscheinend ging es ihr genauso wie mir.
„Ist wahrscheinlich besser so. Wir haben ja uns!“, ich lächelte etwas, während ich mir meine Socken anzog. „Ryan hat gestern vor meiner Haustür gestanden und wollte, dass ich mit dir rede und dir sage, dass du ihm wieder vertrauen sollst!“, ich lachte auf. „Die spinnen doch alle!“
„Ryan war bei dir?“, fragte Lynn noch mal nach und es entstand eine kurze Pause. „Warum rennt er eigentlich immer zu dir, wenn etwas passiert?“
„Das hab ich ihn auch gefragt und er hat gesagt, er kommt zu mir, weil ich mehr Einfluss auf dich hab. Okay, so hat er es nicht gesagt, aber das war die Bedeutung von dem, was er gesagt hat… oder so!“
„Der soll sich bloß hier her wagen… ich wünsche ihm, dass er schnell laufen kann!“, Lynn wurde hörbar sauer, während ich den Spiegel wieder sauber wischte und immer wieder nickte.
„Ich leg mal auf und geh schlafen. Viel Spaß in der Schule- achso-guten Morgen!“, sagte sie dann irgendwann und gähnte.
„Gute Nacht!“, sagte ich nur und legte auf.

Als ich abends wieder heimkam, war es draußen schon relativ kalt für Mitte September. Langsam musste man wieder Jacken anziehen. Das Wetter hier spielte also ganz schön verrückt, genauso wie meine Gefühlswelt es tat.
Wie meistens waren meine Eltern nicht zu Hause, also lief ich in mein Zimmer, nahm die dünne Übergangsjacke aus dem Schrank und verschwand wieder.
Ich lief schnell, deswegen war ich auch innerhalb von nicht mal 15 Minuten bei Lynn angekommen und klingelte. Das Geschrei von oben war einfach nicht zu überhören und kurz darauf riss sich die Haustür auf und Ryan stürmte sauer an mir vorbei.
Ich eilte nach oben, wo Ben mir fast die Tür vor der Nase zuschlug. Ich brauchte nicht fragen… es war offensichtlich, was hier passiert war.
„Wo ist Lynn?“, fragte ich und Ben deutete sauer auf ihre Zimmertür.
„Jetzt hat sie ihn schon rausgeschmissen und dann klingelt er eine halbe Stunde hier Sturm!“, sauer kratzte er sich am Kopf und ich zog eine Augenbraue hoch.
„Ooooookäse… er wird’s nie verstehen!“, stellte ich nüchtern fest und verschwand in Lynns Zimmer. Sie wollte mich schon anschreien, als ich ins Zimmer kam, bis sie merkte, dass ich es bin und sie tief durchatmete.
„Ich bringe ihn um!“, flüsterte sie und strich sich die Haare zurück.
„Cool- ziehen wir uns was Tolles an und erstechen ihn oder wie machen wir’s?“, fragte ich und das dunkelhaarige Mädchen lachte auf.
„Schön zu wissen, dass du zu mir stehst!“, sagte sie und lächelte leicht.
„Klar doch! Wir morden nur zusammen, verstanden?!“, scherzte ich und Lynn lachte leise.
„Also, was hat Jay so erzählt?“