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Madelyn's p.o.v.


Ich lag zitternd in seinen Armen. Mein Schluchzen hatte ein leises Ende gefunden, aber meine Tränen fanden immer noch keines. Ich hatte das Gefühl zu ertrinken und das Einzige, was mich am Leben hielt waren seine vorsichtigen Berührungen.
Achtsam lehnte ich meinen Kopf gegen seine Brust und griff nach seiner anderen freien Hand.
„Alles wird gut, hörst du? Ich bin bei dir- dir passiert nichts“ Er wiederholte diese Worte wieder und wieder.

Ich konnte mich nur sehr wage an das erinnern, was noch vor ein paar Minuten, Stunden oder wie auch immer passiert war. Ella und ich waren in Christophers Zimmer geplatzt. Der Mensch, dem ich einst mein Herz geschenkt hatte und der Mensch, dem ich langsam bereit war, mein Herz zu schenken, schlugen sich beide die Köpfe ein und warfen sich sämtliche Schimpfwörter auf Englisch an die Köpfe. Mein Atem blieb mir stehen und ich wollte das, was sich unmittelbar vor meinen Augen abspielte nicht für wahr verheißen. Ich wollte zwischen die beiden gehen und dann einfach nur verschwinden. Aber alles, was ich herausbrachte waren wirre Worte, die ich selbst nicht verstand.
Ich konnte mich daran erinnern, wie ich Ryan eine dermaßen stark scheuerte, dass ein roter Fleck auf seiner Wange prangte, sodass es mir im nächsten Moment gleich schon wieder Leid tat. Eine Antwort auf die Frage weshalb er hier war, konnte er mir nicht geben.
Der Geruch von Blut war mir in die Nase gestiegen, ich lehnte mich gegen die Wand direkt neben dem Bett und schenkte dem Geschehen, das sich direkt neben mir abspielte keine Aufmerksamkeit mehr. Nachdem Ryan auf einmal verschwunden war, riss Jay mich an seine Brust und redete etwas von Kreislauf. Ich schloss meine Augen und weinte bitterlich an seiner Brust weiter.
„Richie bleibt bei dir, hörst du?“, redete er wieder und wieder auf mich ein und drückte meinen leblosen Körper vorsichtig in Richies Arme.
„Mach das Licht aus“, rief dieser Jay hinterher und setzte zuerst mich auf das Bett, um dann hinter mich zu krabbeln und mir Halt zu geben.
Ich war nicht in der Lage etwas zu sagen. Der Kampf in mir selbst war unerträglich genug.

„Du bist furchtbar kalt!“, stellte der blonde Junge fest und umarmte mich noch fester. Ich spürte wie meine Lippen bebten, der Rest meines Körpers war wie betäubt.
Man konnte meinen Zustand mit einer Vase vergleichen, die zu Boden gefallen war und jemand hatte sie mühsam wieder zusammengeklebt, bis jemand sie unachtsam erneut von einer Tischkannte schmiss und die Scherben noch viel kaputter als zuvor waren.
Ich schloss meine Augen und drehte mich um, um mein Gesicht an seiner Brust zu verstecken. Er streichelte mir durch mein Haar und wog mich wie ein Baby hin und her, während er eine leise Melodie summte.
„Lynn- Kleines- du bist immer noch so kalt! Ich weiß nicht, was mit deinem Kreislauf ist, aber das gefällt mir nicht, ich ruf den Arzt an“, sprach er leise an mein Ohr. Ich schüttelte meinen Kopf und hielt mich noch fester mit meinen Fingern in seinem Shirt fest. Es roch nach Blut.
Er seufzte leicht und richtete sich langsam auf. Meinen Kopf bettete er auf das Kissen- ich wollte nicht loslassen, ich wagte es nicht in diesem Moment von ihm alleingelassen zu werden- doch meine Befürchtung bestätigte sich nicht, denn er stand nur kurz auf, um mich dann von dem Bett in seine Arme zu heben und einmal durch das Zimmer zum Bad zu tragen. Chris setzte mich vorsichtig in die Badewanne, um sich dann wie eben hinter mich zu setzen, mich fest zu umarmen und dann das heiße Wasser aus der Duschbrause laufen zu lassen.
Ich schnappte schwer nach Luft und hielt mich an ihm fest. Meine Klamotten saugten sich mit dem heißen Wasser voll. Die Wärme erleichterte mir das Atmen wieder. Mein Zittern ließ allmählich nach, aber meine Tränen erstickten nicht. Ich ließ meinen Kopf wieder an seiner Brust nieder und schloss meine Augen.
Nicht ich hatte von Ryan losgelassen. Ryan wollte wieder nach mir greifen und hatte dabei nicht bedacht, dass längst schon jemand anders meine Hand an sich gerissen hatte, um auf mich Acht zu geben. Ich hatte mich aus beiden Griffen losgerissen und mich in den freien Fall gestürzt.
Richie wollte mir helfen und dafür sorgen, dass es mir bald wieder gut ging. Ich verstand seine Fürsorge nicht- aber Ich wollte ihm danken.
Und konnte doch nicht.
Denn obwohl er mir zeigte, dass ich nicht allein war, hatte ich immer noch das Gefühl hart aufzukommen und mir das Genick zu brechen.
Als das laute Geräusch des prasselnden Wasser im Abfluss verschwand, griff Richie direkt nach einem weißen weichen Handtuch, um mich in dieses zu wickeln und seinen klatschnassen Körper dann aus der Wanne zu hieven. Ich wollte nach ihm greifen, doch er nahm nur kurz meine Hand in seine, um sie an sein Gesicht zu halten, mir dringlich in die Augen zu sehen und mir dann zu erklären, dass ich mich nicht vom Fleck bewegen sollte.
Ich lehnte meinen schweren Kopf gegen die kalten Fliesen und wartete einfach nur darauf, dass er wieder zu mir kommen würde, um mich zu halten.
Er ließ mich nicht lange warten, obwohl mir seine Abwesenheit wie eine halbe Ewigkeit vorkam.
Der Blauäugige legte einen Pulli- genau denselben, den er mir bereits auf dem Dach gegeben hatte- und eine Boxershorts auf die Ablage des Waschbeckens.
Die Wärme hatte mich müde gemacht- meine Augen waren furchtbar schwer, aber ich wollte es mir nicht erlauben ihn nicht anzusehen.
Richie wendete mir wieder sein Gesicht zu, zog mich aus der Badewanne und drückte meinen nassen Körper an seinen, um meine Körperwärme zu überprüfen.
„Schaffst du es dich anzuziehen?“, fragte er und sah mich ernst an.
Ich nickte leicht. Er drückte mir einen flüchtigen Kuss auf mein Haar und verließ dann das Bad. Der Boden war nur nass und ich bemühte mich sehr darum nicht darauf auszurutschen. Langsam zwängte ich mich mit meinen letzten Kraftreserven aus den nassen eng anliegenden Klamotten und rubbelte meinen Körper etwas trockener an dem Handtuch, das zu meiner Linken lag.
Ich zog mir seine Sachen über und sog ihren wunderbar süßlichen Geruch tief ein. Langsam öffnete ich die Tür und sah mich vorsichtig um. Der blonde Junge stand an dem großen Fenster und fuhr sofort um, als er mich bemerkt. Auch er hatte seine nassen Sachen gegen trockene Boxershorts und ein T-Shirt eingetauscht.
„Komm her“, seufzte er und ging auf mich zu, um mich nochmal in seine Arme zu schließen und dann vorsichtig mit mir an seiner Seite zu dem Bett zurückzugehen.
Er positionierte mich so, dass ich auf meiner Seite lag und aus dem Fenster sehen konnte. Dann legte er sich hinter mich, umschloss mich fest mit seinen Armen und legte seinen Kopf direkt neben meinen. Ich wollte ihn sehen- hielt es in diesem Moment nicht aus, ohne seine unmittelbare Anwesenheit.
Ich drehte mich um, um ihm direkt in die Augen sehen zu können. Er lächelte nur leicht- ich konnte ihm ansehen, wie erschöpft er war.
Es tat mir so unheimlich Leid, dass er wegen mir in diese Lage gekommen war. Dass er wegen mir eine blutige Nase geschlagen bekommen hatte und wahrscheinlich den Schock seines Lebens.
„Verzeih mir“, flüsterte ich. Die ersten Worte, die ich überhaupt gesagt hatte, nachdem ich Ryan nach dem Grund seines Auftauchens gefragt hatte.
„Verzeih du mir“, flüsterte er zurück und fuhr mir wieder durch mein nasses Haar.
Ich konnte nicht verstehen, wie er mich in diesem Moment um Verzeihung bitten konnte. Ich wollte es nicht verstehen. Die einzige Person, die sich etwas zu Schulden kommen ließ, war ich.
„Du musst schlafen“, sprach er beruhigend und legte seine Stirn an meine. Ich schüttelte nur leicht mit dem Kopf. Meine Abneigung an den Gedanken von Schlaf konnte ich ihm in diesem Moment nicht so mitteilen, wie ich es zu verhoffen versuchte.
„Doch- heute ist zu viel passiert. Schlaf meine Kleine“
„Bleib bei mir“, hauchte ich und griff nach seiner Hand, um meine Finger mit seinen zu verschränken.
„Solange wie du willst“, sprach er und wog mich wieder vorsichtig hin und her und summte die Melodie von vorhin wieder.
Ich wartete ab, bis auch er endlich seine Augen geschlossen hatte, um meine beruhigt schließen zu können.

Es gibt Phasen in dem Leben eines Menschens, in denen er nicht geben, sondern nur nehmen kann. Ich war in dieser Phase.
Ich hatte den Eindruck eine einzige Belastung für ihn zu sein.
Ich öffnete meine Augen wieder und sah in sein müdes Gesicht. Er sah so erschöpft aus.
Ich fuhr ihm vorsichtiges mit meinen zitternden Fingern über sein Gesicht. Er schlief seelenruhig. Und doch hatte er seine Arme fest um mich gelegt.
Ich merkte wie sich meine Augen wieder mit Tränen füllten. Ich hielt den Druck einfach nicht aus.
Es war mein Fehler. Ganz allein ich war dafür verantwortlich. Ich hätte eher dafür sorgen müssen, dass Ryan niemals mitbekommt, wer Richie ist.
Ich hätte Ellas und Bens Verhalten verstehen müssen, ich hätte nicht so blind sein sollen und Ryan suchen müssen. Denn egal wie sehr es mich verletzt hätte, Chris hätte niemals etwas abbekommen.
Ich hätte mich wieder Ryan zugewandt und einfach den Kontakt zu Richie abgebrochen. Vielleicht hätten Ryan und ich wieder zueinander gefunden. Ich hätte ihm verziehen- so wie ich es immer tat und Richie wäre irgendwo in meinem Gedächtnis versickert.
Ich musste schlucken und rückte etwas von ihm ab.
Er würde sich wieder sorglos seinem Beruf widmen können- hätte keine Probleme- würde weiterhin die Herzen von Millionen Mädchen brechen und mich vergessen.
Es ging nicht mehr darum, was das Beste für mich war.
Ich durfte nicht mehr so egoistisch und egozentrisch denken. Ich musste mindestens genauso barmherzig denken wie er.
Es war meine Verpflichtung das Beste für ihn zu tun, was in meiner Macht stand.
Ich musste ihm einfach wieder sein altes Leben zurückgeben und dafür sorgen, dass er mich sobald, wie möglich vergessen hatte.
Es brach mir erneut mein Herz. Die unaufhaltbaren Tränen bahnten sich erneut ihren Weg über mein Gesicht. Ich musste tapfer sein- es hatte keinen Sinn an meine Interessen und mein Herz zu denken. Das Einzige was zählte, war sein Wohl.
Langsam und stets darauf bedacht ihn nicht zu wecken, löste ich mich aus seiner festen Umarmung. Er hielt lange stand, doch nachdem ich ihm einen leichten Stoß in die Rippen versetzte und er sich zwangsläufig zur anderen Seite drehte, kletterte ich so schnell ich konnte aus dem Bett.
Meine Haare waren noch immer nass. Mein Körper, den er so mühevoll gewärmt hatte, schien in Windeseile wieder zu erfrieren.
Ich biss mir auf die Lippen, warf noch einen kurzen Blick auf den Blonden, der so seelenruhig in seinem Bett schlief und lief aus dem Zimmer.

Ich hatte weder Schuhe, noch eine Jacke. Es war zwar noch Sommer und die Tage waren lang und angenehm, aber die Nächte wurden von Mal zu Mal kühler.
Meine Wertsachen hatte ich in seinem Zimmer liegen gelassen- nichts, was ich zwangsläufig brauchte. Barfuß lief ich aus dem Hotel. Die Dame an der Rezeption bemerkte mein Verschwinden noch nicht einmal, denn sie war viel zu sehr in ihr Buch vertieft.
Der Wind wehte nur leicht und die Kälte machte meinem ohnehin schon betäubten Körper nicht mehr viel aus.
In seinen Boxershorts und dem blauen Pulli stolperte ich, so schnell mich meine Füße trugen durch Berlin.
Es war nur zu seinem Besten.