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Olivia's p.o.v.


Die Hälfte des Films über hatten wir unsere Ruhe vor den Mädchen, bis mein Handy sich lautstark in meiner Hosentasche meldete und ich verwirrt und hektisch danach kramte.
Als sich Lynn so aufgelöst meldete, sank mir das Herz in die Hose. Ich schnappte mir sofort meine Tasche und als sie Ryan erwähnte auch Chris und verließ eilig das Kino.
Die Mädchen sahen uns hinterher, wahrscheinlich etwas verwirrt, warum wir mitten im Film, auch noch an einer relativ guten Stelle, den Film verließen, aber wie ich ihnen ja zuvor schon erklärt hatte, ging sie unser Privatleben einen herzlichen Scheiß an.
„Was ist denn los?“, fragte Chris, als ich zum Auto eilte und hielt mich sanft am Handgelenk zurück.
„Wir müssen zu Lynn... ich erkläre dir das im Auto, wirklich, aber wir müssen jetzt zuerst ans Hotel fahren!“, redete ich schnell auf ihn ein und lief dann weiter. Chris schloss gerade den Wagen auf, als auch sein Handy klingelte.
„Ich bin – war im Kino, was ist los?“, fragte er nach kurzem in das kleine silberne Gerät und ich ließ mich auf den Beifahrersitz sinken.
„Was? Warte – Moment, ich gebe dich an Ella weiter, ich muss fahren, wir sind gleich da!“, auch der Blonde stieg ins Auto und drückte mir sein Handy in die Hand, das ich kurz etwas verwundert anstarrte.
„Ja?“, meldete ich mich also kurz darauf und Chris fuhr los.
„Ich bin's, Richie!“, meldete sich die Stimme am anderen Ende.
„Bist du im Hotel? Kannst du schnell nach Lynn sehen, bis wir da sind?“, fuhr ich ihm sofort dazwischen, aber er seufzte.
„Sie war gerade hier... ich denke nicht, dass sie mich sehen will...“, mein Herz setzte für einen Moment aus, als mir die ganze Geschichte bewusst wurde.
„Hat Ryan euch zusammen gesehen?“, fragte ich und spürte regelrecht, wie mir das Blut aus dem Gesicht wich. Anscheinend merkte auch Chris das, denn er griff nach meiner Hand und drückte sie leicht.
„So könnte man es nennen... ich werd ihn jetzt auf jeden Fall suchen und zur Rede stellen... ich wollte nur fragen, ob Chris im Hotel ist, aber anscheinend fahrt ihr euch jetzt um Lynn kümmern. Das ist gut...“, er klang etwas verwirrt und aufgelöst, aber anstatt die komplette Geschichte zu hinterfragen, sponn ich sie mir zusammen.
„Chris! Bleib wo du bist, Ryan spinnt. Es sollte mich nicht wundern,wenn er denkt, er hätte Besitzansprüche an Lynn und ich glaube es hat ihm nicht besonders gefallen, euch beide zusammen vorzufinden. Mit ihm zu reden bringt überhaupt nichts, glaub mir, ich spreche aus Erfahrung!“, ich strich mir die blonden Haare aus den Augen und lehnte mich angespannt im Sitz zurück.
„Ich glaube an das Gute im Menschen. Er wird mich schon nicht zusammen schlagen!“, während Richie leise auflachte, schloss ich nur die Augen und hoffte inständig, dass er Recht hatte. Ryan war kein schlechter Kerl, aber er hatte eindeutig einen an der Meise und seit der Sache mit Ash war ich mir auch nicht mehr so sicher, ob er noch der Ryan war, der Lynn mal geliebt hatte.
Chris bog um die Ecke und die Scheinwerfer des Autos leuchteten Lynn direkt an, die zusammen gekauert an einer Wand lehnte und lautstark vor sich her schluchzte. Sie sah nicht einmal auf, als Chris direkt neben ihr hielt.
Ich schmiss dem jungen Mann das Telefon zu, riss die Tür auf und stürzte mich aus dem Auto auf die dunkelhaarige Gestalt, die sich vor Schluchzen schüttelte und kaum noch unter Kontrolle hatte.
Wenn ich diesen verdammten Arsch in die Finger kriegen würde, könnte er sich auf etwas gefasst machen, soviel stand schonmal fest.
Reflexartig schlangen sich meine Arme um Lynn und ich zog sie fest an mich, als könnte ich sie dadurch vor allem Schlechten und vor allem vor Ryan beschützen. Sie sah immer noch nicht auf, aber sie wusste genau, dass ich es war.
Die Siebzehnjährige lag wie leblos in meinen Armen. Das Einzige Anzeichen von Leben war das Schluchzen und das Schütteln, das durch ihren Körper ging.
Chris' Stimme drang aus dem Auto durch die offene Tür lautstark an mein Ohr, als er Richie mit aller Kraft anbrüllte. Um mich herum schien die Welt stehen zu bleiben. Auf der Straße liefen einige Passanten umher, manche flüsterten sich Dinge zu und starrten uns an, andere starrten nur Chris an. Ein ganzer Haufen Autos fuhr an uns vorbei und Fenster und Türen öffneten sich, um nachzusehen, woher der ganze Krach um diese Uhrzeit noch herkam. Aber keinen von uns Dreien störte es im Geringsten, denn wir waren alle mit ganz anderen Problemen beschäftigt.
„DAS TUST DU NICHT!“, schrie Chris erneut in sein Handy und plötzlich schlangen sich Lynns Arme zitternd um meinen Körper und riefen mich damit zurück in die Gegenwart.
Es war, als würde ich erst in diesem Moment realisiert haben, dass der Mensch, der mir mit Abstand am meisten bedeutete, völlig fertig in meinen Armen lag und erst jetzt war ich in der Lage ihr über die Haare zu streichen und zu sagen, dass alles gut werden würde.
Ich wusste nicht, ob es stimmte, aber ich hoffte es aus tiefstem Herzen.
Normalerweise war ich nicht der Typ, der daran zweifelte, dass Liebeskummer irgendwann verging, aber die momentane Situation war so verzwickt und neu für uns beide, dass sich auch in meinem Kopf alles wie wild umherdrehte.
„Ella... ELLA!“, ich reagierte nicht. „OLIVIA!“, erst als Chris meinen ganzen Namen aussprach, sah ich zu ihm auf. „Ich muss ins Hotel. Ich glaube Richie und Ryan schlagen sich gleich die Köpfe ein...“
Ich konnte gar nicht glauben, was Chris da sagte, denn das war es, was ich befürchtet hatte. Ich schätzte weder Ryan noch Richie so ein, als würden sie sich gerne oder oft prügeln, aber ich schätzte die Situation, in der wir alle steckten, durchaus so ein.
Lynns Schluchzen verebbte für einen Moment, in dem sie nicht atmend nach oben zu dem blonden jungen Mann blickte, der sich gerade umdrehte und zurück ins Auto setzte, um loszufahren. Sie wollte nach ihm greifen, schaffte es aber nicht, und bevor sie ein Wort heraus brachte, hatte Chris das Auto schon gestartet und war losgefahren.
Sie drückte mich fest von sich und zog sich an der Wand hoch, ehe sie wortlos und schnell die Straße entlangstolperte. Ich sah ihr einen ganzen Moment nach, ehe ich ihr schnell nach rannte.
„Wo willst du hin, Madelyn?“, fragte ich ernst und hielt sie fest, aber sie schlug meine Hand weg. Ich nahm es ihr nicht übel. In ihrer Situation hätte ich nicht anders reagiert.
„Ich muss ins Hotel!“, keuchte sie und beschleunigte ihre Schritte noch mehr, ehe ich es schwer hatte mit ihr mitzuhalten.
Sie sah ganz schön fertig aus, auch von hinten. Ihre dunklen Locken waren verzaust, der Maskara klebte sogar an ihren nackten Armen und hätte ich nicht gewusst, wie teuer die Schuhe waren, die sie an hatte, dann hätte ich darauf gewettet, dass zu allem Übel ihr Absatz auch gleich abbrechen würde, so wie sie rannte.
Die Jeans waren voller Dreckflecken, ebenso wie das weiße Top, das sie an hatte.
Den ganzen Weg über fühlte ich mich ziemlich beobachtet, denn jeder Passant, an dem wir vorbei rannten, sah uns noch nach und ich hätte schwören können, dass der halbe Stadtteil über uns redete.
Als wir am Hotel ankamen, war niemand zu sehen. Auch als ich einen Blick auf das Dach warf, war dort nichts zu erkennen, was mich erleichtert ausatmen ließ.
Lynn stand verzweifelt und ineinander gesunken unter einer Laterne und starrte die Eingangstür des Hyatts an, bis ich sie an der Hand packte und hinter mir her mit schnellen Schritten rein zog.
Die Frau an der Rezeption sah uns etwas verwundert an, als wir so hereinstürmten und dabei aussahen wie die letzten Penner, aber anscheinend dachte sie sich nichts dabei – da waren vorher wohl auch schon drei andere rein und raus gestürmt wie die letzten Idioten.
Zielsicher lief ich in den zweiten Stock und tatsächlich stand Richies Zimmertür einen Spalt breit auf. Schon vom anderen Ende des Flures war das Gebrüll zu hören, das Lynn kurz in ihren Schritten inne halten ließ, aber ich hielt ihre Hand fest in meiner.
Ich konnte es erst gar nicht glauben, als wir durch die Tür traten und Ryan und Richie sich tatsächlich auf dem Boden welzend prügelten. Chris versuchte die beiden auseinanderzubringe und kriegte dabei selbst die ein oder andere Faust ab.
Bevor ich reagieren konnte und Ryan seine Hand hob, um Richie erneut eine zu verpassen, hallte Lynns helle Stimme durch das Zimmer und das komplette Stockwerk und versetzte uns allen einen kleinen Stich.
„AUFHÖREN!“, Ryan drehte den Kopf sofort in unsere Richtung und ließ Richie einen Augenblick aus den Augen. Schlechte Taktik, denn so hatte er schneller als er sich versah Richies Faust im Gesicht und kippte etwas nach hinten, sodass Richie sich unter ihm aufrappeln konnte.
„AUFHÖREN! AUFHÖREN AUFHÖREN AUFHÖREN AUFHÖREN AUFHÖREN AUFHÖREN!“, schrie Lynn immer wieder und wieder und trampelte mit ihren Absätzen feste auf den Boden, die Hände zu Fäusten geballt, als könne sie nicht glauben, was sie gerade sah.
Richie holte erneut aus, ebenso wie Ryan, bis sich Chris zwischen sie stellte, was Ryan nicht daran hinderte trotzdem zuzuschlagen. Erst jetzt schien sich mein Gehirn wieder einzuschalten und ich stürmte auf die drei zu um Ryan mit aller Kraft, die in meinem Körper steckte, wegzuschubsen. Tatsächlich knallte er rückwärts auf den Rücken und verzog einen Moment schmerzhaft das Gesicht.
„SPINNT IHR JETZT ALLE?“, schrie ich schrill. Mein ganzer Körper spannte sich an und als Chris nach meiner Schulter griff, schlug ich seine Hand nur wütend weg.
„VERSCHWINDE ENDLICH VON HIER! LASS LYNN IN RUHE. LASS UNS ALLE IN RUHE. DU GEHÖRST HIER NICHT MEHR HER, SCHON LANGE NICHT MEHR! ALSO VERPISS DICH ENDLICH, HAST DU GEHÖRT?“, meine Stimme überschlug sich und wurde immer lauter, aber Ryan sah mich nur verwundert an, ehe dieses ekelhafte überlegene Grinsen auf seinen Lippen erschien und er sich wieder am Schrank hochzog.
„Du hast doch keine Ahnung, Ella! Du wusstest noch nie was abgeht. Eigentlich bist du echt eine miese Freundin. Ich konnte nie verstehen, was Lynn mit dir anzufangen wusste. Das du sie jetzt auch noch dazu bringst sich mit solchen Idioten zu treffen, beweist es mir nur noch mehr.“, ich weiß, seine Worte hätten mich nicht interessieren dürfen, aber sie trafen mich ganz schön hart und schienen mich einen Moment zu lähmen. Als er dann direkt vor mir stand und Chris weg drückte, als er mich wegziehen wollte, tat ich das Einzige, was ich für richtig hielt. Und ich war glücklich darüber, dass ich die Schuhe mit den acht-Centimeter-Absätzen angezogen hatte, denn Ryans schmerzerfülltes Gesicht, als ich ihm meinen Absatz in den Fuß bohrte, befriedigte in gewisser Weise mein Ego.
„Wenigstens breche ich ihr nicht das Herz, du verdammtes Arschloch!“, meine Stimme war so hasserfüllt wie schon lange nicht mehr.
Lynns Gebrüll ließ mich zum ersten Mal an diesem Abend kalt, als ich einfach weiter sprach und den Blick nicht von Ryan nahm, der ungläubig seinen Fuß festhielt.
„Wenn du dich noch einmal in ihre Nähe traust, oder in die Nähe von den beiden, dann kannst du mir glauben, dass ich zur Polizei gehen und mir irgendeine Geschichte ausdenke, um dich hinter Gitter zu bringen. Und wem werden die wohl eher glauben? Dem zerbrechlichen blonden, unschuldigen Mädchen, oder einem Trottel wie dir?“, ich war zu dem Zeitpunkt bereit alles zu tun, um Ryan von Lynn fernzuhalten und wahrscheinlich hätte ich in diesen Minuten auch die Polizei angelogen, um ihn loszuwerden, was man meiner Stimme mehr als deutlich anhörte. Für Ryan war es typisch, dass er mir alles zutraute, unter Garantie auch, dass ich alles menschenmögliche und noch viel mehr tun würde, um ihn nie wieder sehen zu müssen.
Chris schmunzelte, als ich redete und Richie griff sich stöhnend an die blutende Nase, während Lynn sich schlussendlich zwischen Ryan und mich stellte, ausholte und ihm die wahrscheinlich härteste Backpfeife ihres Lebens verpasste. Ihr Handabdruck pragte rot auf seiner Wange, als sie tief Luft holte und plötzlich nur noch eins schrie:
„WAS MACHST DU HIER?“
Er hatte mal wieder ihr ganzes Leben über den Haufen geworfen. Gerade war sie auf dem Weg der Besserung und hatte Vertrauen zu jemand neuem gefasst, da tauchte er wieder auf und schmiss alles um, kramte die alten Geschichten raus und brach verheilte Wunden auf.
Während Ryan Lynn nur ungläubig ansah, knallte die Tür an die Wand und Jay stapfte in das Zimmer. Als er uns fünf sah, glaubte er seinen Augen nicht. Wahrscheinlich wollte er mir die Schuld geben, denn er starrte mich einen Moment ziemlich böse an, als er dann aber Lynn und Ryan entdeckte, schien er zu begreifen.
Was in den nächsten Minuten passierte, kann ich nicht mehr genau beschreiben, denn ehrlich gesagt, drehte sich alles in meinem Kopf. Ich weiß nur noch, dass Lynn neben dem Bett zusammenbrach und weiter schluchzte, Jay Ryan hochkannt rausschmiss und ihm hinterherrief, er brauche nie wieder kommen und Chris sich kurz Richies Nase ansah. Ich blieb einfach stehen und atmete tief durch, um zu realisieren, was gerade passiert war.
Ich konnte Jay vielleicht nicht wirklich ausstehen, aber an dem Abend war ich froh, dass er kam und das Ganze für den Moment beendete. Vorallem aber war ich Dankbar, als er sich um Lynn kümmerte, denn dazu war ich in dem Moment nicht mehr in der Lage.
Es tat mir Leid meiner besten Freundin nicht helfen zu können, aber ich war mir sicher, dass meine Worte keine Besserung hervorrufen würden und außerdem war ich viel zu sehr damit beschäftigt zu verarbeiten, was sich in meinem Kopf ansammelte.
Eigentlich weiß ich von dem restlichen Abend gar nichts mehr. Irgendwer kümmerte sich um Richies Nase. Als es ihm wieder besser ging, bemerkte ich sein jetzt schon blaues Auge und wie er Lynn auf sein Bett legte. Ihr Körper erzitterte ständig von Neuem, sogar noch, als Richie sich hinter sie gelegt und einen Arm um sie geschlungen hatte.
Chris zog mich vorsichtig aus dem Raum, schloss die Tür hinter sich und zog mich ins Nebenzimmer. Als er dort hinter uns die Tür schloss, lehnte ich mich dagegen und schloss die Augen.
„Bitte sag mir, dass das ein schlechter Traum war!“