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Olivia's p.o.v.


Unter der Dusche kam ich mal wieder dazu über mich und vor allem über Chris nachzudenken. Wer hätte es gedacht, aber ich kam zu dem Entschluss, dass ich nicht besser war als Lynn. Ich hatte auch Angst und war verletzlich und an aller erster Stelle brauchte ich Lynns Hilfe so sehr, wie sie meine brauchte.
Im Gegensatz zu Lynn war ich zwar in der Lage mit Chris zu telefonieren und mich mit ihm zu verabreden, ohne in eine peinliche Lage versetzt zu werden – wobei man erwähnen sollte, dass meine Peinlichkeitsgrenze sowieso ziemlich niedrig gesetzt war – andererseits traute ich mich aber nicht mal zu ihm ins Hotel, dabei konnte ich mir sicher sein, dass Chris der Letzte war, der mich irgendwie zu etwas drängen würde.
Als es an der Tür klingelte, war mein Handtuch immer noch um mich geschlungen und meine klitschnassen Haare hinterließen eine feine Spur die Treppe hinunter.
Chris stockte etwas der Atem, als ich so hinunter kam und meine Mutter schüttelte verständnislos den Kopf.
„Ich hoffe, du willst das Haus nicht in dem Outfit verlassen...“, seufzte sie leise und sofort steckte auch mein Vater seinen Kopf aus der Wohnzimmertür.
„Das will ich aber auch hoffen, junge Dame...“, murrte er leise.
Ich verdrehte nur grinsend die Augen und lief die Treppe wieder hoch. Chris blieb in der Tür stehen, bis ihn meine Mutter hinein bat und erst in dem Moment wurde mir bewusst, dass Chris sich in diesem Haus nicht bewegen würde wie es Lynn tat – nämlich wie zu Hause. Ich kratzte mich verlegen am Kopf, ehe ich ihn von oben zu mir rief und dann in meinem Zimmer verschwand, um den Kleiderschrank zu durchforsten.
„Du bist wie immer die Höflichkeit in Person!“, lächelte er und blieb erneut im Türrahmen stehen, diesmal in meinem.
„Das wird sich wohl nie ändern!“, sagte ich nur kopfschüttelnd und schmiss ein graues Top auf mein Bett, dann einen braunen Gürtel hinterher. „Wo sind denn diese dummen Schuhe?“, fragte ich eher mich selbst, als Chris, schmiss währenddessen meine Unterwäsche gleich hinter dem Gürtel her und wühlte den unteren teil des Kleiderschrankes durch.
„Meinst du die hier?“, ich drehte meinen Kopf in Chris Richtung, rechnete aber nicht damit, dass er tatsächlich die Schuhe gefunden hätte, die ich meinte. Es verwunderte mich, als er ein paar hellbraune Ankleboots hoch hielt.
Eine Augenbraue hochgezogen lief ich auf ihn zu.
„Woher wusstest du, dass ich die suche?“, fragte ich etwas verwirrt.
„Ich wusste es nicht, aber sie haben hier neben der Tür gestanden und da hab ich gedacht, du suchst sie vielleicht...“, erklärte er grinsend.
„Hm...“, machte ich nur, schnappte mir den Berg Klamotten vom Bett und ließ Chris mit den Schuhen in der Tür stehen.
Als ich angezogen aus dem Bad zurück kam, saß Chris auf der Couch und überflog einen Stapel weißer Blätter.
„Du hast dich also ein bisschen schlau gemacht, was?“, fragte er grinsend ohne den Kopf anzuheben. Erst in dem Moment wurde mir bewusst, dass er die Beiträge las, die ich mir aus einem Us5-Forum ausgedruckt hatte, um sie Lynn zu zeigen.
„Naja, da draußen sind hunderte von Mädchen, die mehr über dich wissen als ich, obwohl sie noch nie ein Wort mit dir gewechselt haben... ich weiß gern viel über die Leute, mit denen ich zu tun habe...“, versuchte ich mich rauszureden.
„Wer tut das nicht... der Mensch ist nun mal neugierig!“
„Ja... ICH bin neugierig!“, ich hatte schon nach dem Föhn gegriffen und angefangen mir die Haare zu trocknen, als Chris nach kurzer Zeit mit dem Finger auf seine Uhr tippte.
„Wir sollten dann aber auch langsam los, wenn du noch rechtzeitig in irgendeinen Film kommen möchtest!“
„Mhmm... einen Moment noch!“, ich warf mir noch eine Kette über, schüttelte die halbtrockenen Haare über dem Kopf aus und schnappte mir dann meine Handtasche.
„So, fertig!“

Schon im Auto diskutierten wir über die Filmwahl und kamen auf keinen Nenner, und auch als wir das Parkhaus verließen, wussten wir noch nicht, was wir uns ansehen wollte.
Die Diskussion hätte noch ewig andauern können, schlussendlich machten wir es nach dem Zufallsprinzip, nahmen uns ein Kinoprogramm und fuhren mit geschlossenen Augen mit dem Finger auf der langen Liste entlang.
„Na wenigstens nicht so eine öde Lovestory...“, seufzte ich leise. Lynn würde super sauer auf mich sein, denn Marvel-Comic-Filme sahen wir uns normal immer zusammen an. Und für Hancock hatten wir uns praktisch schon vor Wochen verabredet, aber gut. Da würde sie eben mal zurückstecken müssen.
„Du klingst ja sehr begeistert!“, stellte Chris fest, machte aber nicht den Anschein, als hätte er vor mich noch einmal einen Film auswählen zu lassen. Er war mit Hancock wahrscheinlich zufrieden.
„Doch doch... Lynn wird nur nicht so begeistert sein!“, ich grinste leicht und der Blonde fragte nicht mehr weiter nach.
„Nagut... ich hol dann jetzt die Karten...“, meinte er und sah dabei etwas misstrauisch aus. Ich glaube, er dachte an unsere letzte Verabredung, bei der ich mich vehement geweigert hatte ihn bezahlen zu lassen. Dieses mal lächelte ich nur und stellte mich im Gegenzug beim Popcorn an. Dann würde ich eben das bezahlen.
Kaum saßen wir im Kino, flüsterten die Mädchen, die eine Reihe hinter uns saßen, aufgeregt und etwas laut miteinander und ich musste leicht grinsen, da sie Chris anscheinend erkannt hatten. Ein leiser Schrei entfuhr ihnen und ich griff ins Popcorn, steckte es mir in den Mund, zog dann vielwissend die Augenbrauen hoch und lächelte den jungen Mann neben mir an, der etwas angespannt wirkte – aber ich dachte mir nichts dabei.
„Und, wie ist es, den ganzen Tag angeschrien zu werden?“, fragte ich unschuldig.
Chris verdrehte die Augen und winkte ab. Er war anscheinend sehr begeistert.
„Es ist was anderes, ob sie dich auf der Bühne oder bei Autogrammstunden oder so anschreien, oder ob sie dich im Privatleben auch wahnsinnig machen!“, flüsterte er leise.
„Zieh doch in die USA!“, schlug ich lachend vor. „Du hast dir das doch selbst ausgesucht!“
„Ich liebe es ja auch... in gewisser Art und Weise, aber manchmal will man einfach seine Ruhe haben und mit seiner Freundin ins Kino gehen und ganz normale Dinge machen, ohne dabei von verrückt gewordenen BRAVO-Fotografen verfolgt oder von wild gewordenen Teenagern vollgeheult zu werden.“, antwortete er und griff auch ins Popcorn.
„Mit SEINER Freundin also, ja?“, fragte ich lachend und Chris zuckte die Schultern.
„Oder einer- das ist doch jetzt völlig egal... du weißt was ich meine!“
„Ehrlich gesagt kann ich es mir denken, aber nicht nachvollziehen. Ich war noch nie in der Situation, dass mich die BRAVO verfolgt hat oder Mädchen mir hinterher gekrischen haben!“, ich legte den Kopf etwas zur Seite, als eines der Mädchen sich an ihren Freundinnen vorbei drückte und zu uns vorkämpfte.
Hinter Chris blieb sie stehen und tippte ihn dann leicht an der Schulter an, woraufhin ihm nichts anderes übrig blieb, als sich zu ihr zu drehen.
„Ähm... hi... kannst- kannst du mir ein Autogramm geben?“, fragte sie schüchtern und ich konnte durch das Halbdunkle des Kinos sehen, dass sie leicht rot anlief, als ich mich auch zu ihr drehte.
„Klar...“, Chris lächelte ein Lächeln, dass ich außer von Fotos noch nicht von ihm kannte. Sein Arbeits-Lächeln, könnte man sagen. Er redete mit dem Mädchen ganz anders, als er es tat, wenn er mit uns unterwegs war. Es war, als wäre er von einer Sekunde zur anderen in eine ganz neue Rolle geschlüpft. Der Chris von US5- der berühmten Boyband war zumindest ein ganz anderer Chris, als ich ihn kennen lernte.
„Hast du einen Stift?“, fragte er und das Mädchen schüttelte den Kopf, da kramte ich schon in meiner Tasche herum und zog einen Kugelschreiber heraus.
„Bitte schön!“, sagte ich lächelnd und reichte ihn Chris, der dem Mädchen dann seinen Namen auf ein Taschentuch kritzelte.
In der Zwischenzeit war eine ihrer Freundinnen zu uns gestoßen und musterte mich etwas verwundert.
„Darf man fragen, wer du bist?“, fragte sie leicht säuerlich und ich zog eine Augenbraue hoch. Normalerweise würde ich in solchen Situationen mit „Pass auf, wie du mit mir redest, Fräulein“ anfangen, aber ich tat es nicht. Chris war nicht einfach irgendwer und ich konnte mich in seiner Gegenwart nicht benehmen wie der letzte Volltrottel.
„Darf man erst fragen, wer du bist?“, fragte ich daraufhin höflich und setzte ebenfalls ein Lächeln auf, dass ziemlich gespielt war. Erst jetzt konnte ich nachvollziehen, wie es Chris gehen musste.
Ich beugte mich etwas weiter zu ihr nach hinten und sie zog arrogant eine Augenbraue hoch.
„Mona!“, erwiderte sie daraufhin knapp.
„Ella, schön dich zu treffen!“, ich reichte ihr eine Hand, die sie aber nicht annahm, also zog ich sie wieder zurück.
„Und was machst du hier?“, fragte sie weiter und mir wurde ihre dumme Dreistigkeit langsam etwas zu wider, aber ich bleib weiterhin so ätzend freundlich.
„Ich gehe ins Kino. So wie der Rest der Leute in diesem Raum es wahrscheinlich auch tun!“, antwortete ich darauf und versuchte nicht patzig zu klingen, was mir auch ganz gut gelang.
„Aha...“, sie warf Chris einen Blick zu, verschränkte die Arme vor der Brust und musterte mich erneut. „Seid ihr zusammen?“, fragte sie dann unverschämter Weise und ich spürte, wie mein Blut förmlich anfing zu kochen.
Chris griff sanft nach meiner Hand, aber ich schüttelte sie ab.
„Hör mal zu, ich weiß, das ist als Fan ganz schwer seinen Star mit Freunden irgendwo zu treffen, aber stell dir vor, der arme Kerl hier hat auch ein Leben neben dem Beruf. Ich glaube nicht, dass dich Einzelheiten aus seinem Privatleben etwas angehen. Und aus meinem auch nicht.“, damit drehte ich mich mit einem süßen Lächeln wieder zur Leinwand um, deren Vorhänge immer noch zugezogen waren, griff nach der Tüte Popcorn, die ich auf den Boden gestellt hatte und ignorierte jedes weitere Gezicke.
Ich könnte schwören, das Chris ihr noch ein Lächeln zuwarf, ehe auch er sich umdrehte und dann wurde es auch endlich dunkel im Kino und die Vorschau begann.
„Danke, dass du so ruhig geblieben bist!“, flüsterte er leise und beugte sich etwas zu mir.
„Ich möchte morgen nicht als Superzicke in der Zeitung stehen!“, sagte ich daraufhin nur leise.
„Dafür wirst du als meine Freundin erwähnt, wenn wir Pech haben!“
„Hör mal Chris... wir sind nicht zusammen, daher ist es mir egal... wären wir ein Paar, wäre das was anderes, so ist es nur wieder eines von vielen Gerüchten, die über euch in die Welt gesetzt werden!“, ich winkte ab.
Als Chris sich dann wieder in seinen Sitz lehnte, wurde mir bewusst, dass ich ihn gerade vielleicht ganz schön gekränkt hatte. Das ich mir damit für die Zukunft auch alles schwerer machte, war mir zu dem Zeitpunkt noch nicht bewusst.
„Tut mir Leid...“, flüsterte ich leise, aber nun war er derjenige, der abwinkte.
„Schon okay, du hast ja Recht... wir dementieren einfach alles!“
Ich sagte darauf nichts mehr. Es würde nur schlimmer werden und außerdem fing die Eiswerbung gerade an.
Kurz darauf kamen zwei Kinomitarbeiter rein und ihre Stimmen ertönten im Einklang. „Möchte noch jemand ein Eis?“