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It's time for you
to see yourself



Madelyn's p.o.v.


„Vielleicht möchte Gott, dass wir die falschen Menschen treffen, bevor wir dem Richtigen begegnen, so dass wir, wenn wir endlich die richtige Person getroffen haben, dankbar sind für dieses Geschenk. Es ist wahr, dass wir nicht schätzen was wir haben, bis wir es verlieren, aber es ist auch wahr, dass wir nicht wissen, was wir vermissen, bis es uns begegnet. Wenn die Türe des Glückes sich schließt, öffnet sich eine neue, aber wir starren solange auf die verschlossene Pforte, dass wir das für uns geöffnete Tor nicht sehen.
When you try your best but you don't succeed
When you get what you want but not what you need
When you feel so tired but you can't sleep
Stuck in reverse
When the tears come streaming down your face
When you lose something you can't replace
When you love someone but it goes to waste
Could it be worse?
Lights will guide you home
And ignite your bones
And I will try to fix you
And high up above or down below
When you're too in love to let it go
But if you never try then you'll never know
Just what you're worth
Lights will guide you home
And ignite your bones
And I will try to fix you
[Fix you- Coldplay]


Yours Richie“


Ich umklammerte das Papier fest und las mir die fein säuberlich geschriebenen Worte wieder und wieder durch. Er wollte mir die Augen öffnen- nein- er öffnete mir die Augen.

Nachdem Ella mich zuhause abgesetzt hatte und ich die Tür zu meiner Wohnung aufgeschlossen hatte, fand ich den Brief auf dem nur ein einziges Wort- mein Name- stand auf dem Küchentisch. Ben musste ihn dort für mich hingelegt haben.
Ich wusste von wem der Brief war und schämte mich furchtbar für mein Verhalten am Vormittag. Richie schien sich keinen Spaß aus der Sache mit mir zu machen. Und wenn doch, hatte er sich anscheinend sehr sorgfältig darüber Gedanken gemacht, wie er mich am Besten für sich gewinnen würde. Nein- ich wollte an der Wahrheit des Briefes keine Zweifel hegen.
Ich setzte mich auf den Stuhl neben mir und fuhr mir mit meiner linken Hand durch mein Haar- stets darauf bedacht den Brief auf keinen Fall loszulassen.
Ich hatte mich schon einmal fallen lassen- auch wenn ich betrunken war. Aber er hatte mich aufgefangen. Und alle Zeichen sprachen dafür, dass er mich auch wieder fangen würde, wenn ich nur wollte. Aber genau das war der Punkt. Wollte ich überhaupt?
War ich bereit für etwas Neues, nach nur so einer kurzen Zeit?
Nach etwas so Intensivem wie Ryan?
Und zu der ganzen Verwirrung kam auch noch der Status, den Richie hatte. Geliebt von Millionen Fans. Ständig auf Achse. Sich über Wochen nicht sehen. Groupies, die ihm bis aufs Hotelzimmer auflauern und alles dafür tun würden, auch nur für kurze Zeit seine Aufmerksamkeit zu gewinnen. Ich müsste großes Vertrauen aufbringen. Zu großes Vertrauen?
War ich wirklich schon so weit?
Wenn ich ihn wirklich anfangen würde zu lieben, dann wäre es zu spät sich darüber Gedanken zu machen, ob ich den Anforderungen, den er aufgrund seines Berufs mit sich brachte, auch wirklich gewachsen war.
Ben hatte mir schon so oft gesagt, dass ich mich immer viel zu schnell von Partnern in einer Beziehung abhängig machen würde, sodass wenn dieser eines Tages mal weg sei, ich nur leiden würde. Er hatte Recht. Wie oft würde Richie weg sein?
Ihn einmal im Monat zu sehen, wäre unerträglich für mich. Ich hielt es ja so schon kaum aus, seine Stimme nur eine Woche lang nicht zu hören. Auch wenn ich mir das alles nicht eingestehen wollte.
Die Sache war komplizierter, als sie jemals hätten werden sollen.
Ich schloss meine Augen und massierte mit meinen Zeigefingern meine Schläfen. Einen kühlen Kopf zu behalten war jetzt das A und O.
Wenn ich meinem Herzen folgen würde, dann wäre ich jetzt schon längst auf dem Weg zu seinem Hotelzimmer und würde mich der Herausforderung stellen, ihn zu bitten, mit mir zu reden.
Aber mein Herz hatte mich schon so oft in die Irre geführt…
Ich seufzte laut auf und legte meinen Kopf auf die Tischplatte und verschränkte die Finger über meinem Haar.
„Denk nach Madelyn Christine!“, zischte ich mir selbst leise zu und kniff die Augen noch fester zusammen.
Ich führte einen Kampf in mir, den ich selbst nicht zu verstehen wagte. Sollte ich meinem Kopf oder meinem Herzen trauen. Ich wusste es nicht- und das machte mich verrückt.
Ella war wahrscheinlich schon längst mit Chris unterwegs. Ben auf der Arbeit.
Ich richtete mich wieder auf und ging in mein Zimmer, um mich dort auf mein Bett zu setzen und mir mein Telefon zu nehmen. Langsam wählte ich die Nummern meines Elternhauses und setzte das kleine Gerät an mein Ohr.
„Parker“, meldete sich genau die Stimme, die ich jetzt hören wollte. Ich atmete leise auf und mein angespannter Körper, entspannte sich wieder.
„Mom“, hauchte ich- mehr Frage als Feststellung.
„Madelyn- Kleines?“, fragte sie. Es fühlte sich so richtig an.
„Ja. Mom, ich brauch deine Hilfe“, seufzte ich und strich mit meiner freien Hand mein Kissen glatt.
„Ist was passiert?“, fragte sie erschrocken und ich konnte förmlich ihren Gesichtsausdruck durch das Telefon sehen.
„Nichts Schlimmes. Ich weiß auch nicht, wo ich anfangen soll“, begann ich und suchte in meinem Kopf nach den richtigen Worten.
„Am besten am Anfang“, sprach sie mit ihrer wunderbar herzlichen Stimme.
„Also gut. Was kann ich mehr vertrauen? Meinem Verstand, oder meinem Herzen?“, fragte ich und hoffte einfach nur darauf, dass sie verstehen würde.
„Ein Junge?“, hakte sie nach. Meine Antwort komprimierte ich auf ein leichtes Seufzen- Sie verstand.
„Ist er es denn wert?“
„Ben würde ‚nein‘ sagen…“
Sie lachte leise. „Ben würde sowieso immer ‚nein‘ sagen, wenn es um Jungs geht, die um dich buhlen. Denkst DU denn, er ist es wert?“
„Ich glaube er meint es ernst. Zumindest macht er allen Anschein. Er meldet sich regelmäßig und selbst nachdem ich ihm wegen meiner elenden Dummheit abgedrückt habe, hat er nicht locker gelassen. Er beteuert immer wieder, dass er mich auffängt, wenn ich mich fallen lasse, aber ich habe Angst. Trotzdem- Er ist klug und sieht sehr gut aus. Aber er hat einen eher ungewöhnlichen Beruf, auf den wir nicht näher eingehen müssen. 1000 Mädchen würden für ihn alles tun.
Aber ich weiß noch nicht mal, ob mich das am meisten abschreckt. Ich glaube am meisten habe ich Angst davor, dass er dasselbe mit mir macht wie Ryan“
Meine Stimme brach zum Ende hin weg.
Meine Mutter verstand und ich war mir in diesem Moment so sicher, dass sie mich am liebsten in den Arm genommen hätte, um mich hin und her zu wiegen- genau wie damals, als ich noch ein kleines Kind war und sich meine ganze kleine Welt nur um meinen heißgeliebten Bruder, meinen Vater und meine wunderbare Mutter drehte.
„Dein Verstand sucht immer den sicheren Weg. Aber wenn du die schönen Seiten des Lebens erleben möchtest, musst du auch die schlechten kennen. Und dazu musst du auf dein Herz hören.
Ich weiß, dass du mit Ryan Torturen mitgemacht hast, die ich dir lieber erspart hätte, aber wenigstens weißt du die schönen Dinge jetzt zu schätzen. Du musst dich nur darauf einlassen“, erklärte sie mit all ihrer Überzeugungskraft und Liebe.
Ich schloss meine Augen und ließ mir ihre Worte nochmal durch den Kopf gehen.
„Danke“, sprach ich und ein kleines Lächeln floh über meine Lippen.
„You got it“, sagte sie und ich hörte wie auch sie erleichtert lächelte.
„Erzähl mir, was passiert“, fügte sie noch schnell hinzu, ehe ich mich von ihr verabschiedete und aus meinem Bett sprang.
Ich wusste jetzt, was ich wollte. Wusste, was ich zu tun hatte und wollte dem Weg, der mir nun klar gegeben war, folgen.
Ich lief aus meinem Zimmer zurück in die Küche, zog mir mein Jäckchen wieder über, nahm mir meine Tasche, pfefferte meinen Schlüssel hinein und schlüpfte in meine Schuhe.
Ich hatte es sehr plötzlich sehr eilig. Ich stolperte die Treppen runter und rannte zu der Bushaltestellte, an der nächsten Ecke. Glücklicherweise erwischte ich den Bus, der mich an das Hotel bringen sollte, an das ich jetzt umgehend musste. Ich ließ mich völlig außer Atem auf einen freien Platz fallen und lehnte meinen Kopf, gegen die kalte Fensterscheibe.
Selten nahm ich meine Umgebung so intensiv wahr, wie in diesem Moment.
Das lag wahrscheinlich auch daran, dass die Zeit so selten langsam vorbeiging und ich den Anschein hatte, der Busfahrer, würde an jeder Haltestelle extra lange warten, um mich zu ärgern.
Ich hatte nie verstanden, weshalb Ella in bestimmten Situationen immer den Drang dazu hatte, mit ihren Fingern auf Gegenstände zu tippen. Jetzt verstand ich sie. Ich musste mich irgendwie beschäftigen und auch wenn ich jetzt den Anschein hatte, der ganze Bus würde seine Blicke auf mich richten- ohne dieses Getippe, hielt ich die Anspannung kaum aus. Ich hatte mir noch nicht ausgemalt, wie ich Richie jetzt gegenüberstehen wollte. War wahrscheinlich auch besser so- am Ende hätte ich doch nur wieder irgendwas zusammengestottert und wäre verzweifelt weggerannt. Ich musste mich der Herausforderung stellen und total ausblenden, dass ich immer noch die Option „Wegrennen“ hatte.
„Heinrich von Wegener Straße- Hyatt Hotel Berlin“ Ich schreckte aus meinen Gedanken auf und sah aus dem Fenster. Ich war da. Schnell stand ich auf, und stieg aus dem Bus. Wie oft stand ich schon vor diesem Hotel und saß auf diesem Dach?
Doch noch nie zuvor hatte ich so ein Gefühl. Mein Herz schien mir, mit jedem Schritt, den ich auf das Gebäude zuging, ein Stückchen mehr aus meiner Brust springen zu wollen.
Ich atmete tief ein und aus und zog es nicht in Erwägung noch einmal stehen zu bleiben, um über mein Handeln nachzudenken. Ich musste da jetzt einfach durch und spontan reagieren.
Ich ging durch die Schiebetür, durch die ich schon so oft gegangen war, auf genau demselben Weg, der mir so vertraut war. Diesmal mit einem komplett anderen Vorhaben. Ein Vorhaben, das alles ändern sollte.