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Olivia's p.o.v.


Mal wieder einen Samstag auf Fabi aufzupassen, kam mir gerade recht, denn Lynn vergötterte meine Nichte geradezu und das bedeutete, sie würde auf jeden Fall etwas mit uns machen. Falls ich Ryan also auf eine Entfernung von 100 Metern gegen den Wind orten sollte, würden wir mindestens drei Kilometer in die entgegengesetzte Richtung gehen, denn eines stand fest: Lynn sollte vorerst nicht wissen, dass er da war. Zumindest solange, bis Ben und ich einen konkreten Plan hatten, Ryan loszuwerden. Oder bis Richie sie rumgekriegt hatte. Und wenn es ewig dauern würde: Auf den Kampf war ich gefasst.
Im Zoo tappte Fabi eine ganze Weile neben uns her und quiekte freudig, wenn sie mal wieder ein Tier „entdeckt“ hatte. Aber irgendwann stand sie nur noch quängelnd vor mir und verzog das Gesicht. Ich hätte doch ihren Kinderwagen mitnehmen sollen. So blieb mir nichts anderes übrig, als das blonde Mädchen auf meine Arme zu nehmen und durch den kompletten Zoo zu tragen. Nicht, dass sie schwer wäre – nach einer Zeit wurden nur meine Arme schwer.
Im Park des Zoos lies ich sie erst wieder runter, setzte mich mit Lynn auf die Wiese, und sah Fabi dabei zu, wie sie versuchte den Enten hinterherzurennen, die aber allesamt schneller und vor allem geschickter auf ihren Füßen waren, als sie.
„Vielleicht solltest du Richie einfach nochmal anrufen und ihm sagen, dass du heute Abend doch Zeit hast...“, schlug ich Lynn vor und streckte die Beine aus, ehe ich mich mit den Armen hinter mir abstützte.
„Das ist eine echt schlechte Idee. Was soll ich denn sagen?“, sie setzte sich im Schneidersitz neben mich und seufzte leise, bevor sie sich ein paar Strähnen ihrer Haare aus dem Gesicht zupfte und dann durch die Haare fuhr.
„Keine Ahnung- dass mir was dazwischengekommen ist und du deswegen doch Zeit hast oder so...“, ich kramte aus meiner Tasche Fabis Flasche, denn mir war bewusst, dass sie gleich hier auftauchen würde.
„Er hat jetzt sicher schon was anderes vor...“, versuchte sich die Dunkelhaarige heraus zu reden, aber ich schüttelte den Kopf.
„Das kannst du ja nicht wissen, wenn du ihn nicht anrufst und fragst!“
„Doch, kann ich sehr wohl!“
Ich seufzte leise, dann klingelte mein Handy und ich zog verwundert die Augenbrauen hoch. Chris.
„Ja?“, ging ich ran, obwohl ich mich besser mit „Hi“ hätte melden sollen.
„Hey, ich bin's Chris...“, meldete er sich und ich musste leicht lächeln.
„Hab ich mir schon fast gedacht. Wie geht’s dir?“, tatsächlich kam Fabi angelaufen und streckte die Hände aus, als ich ihr ihren Trinkbecher entgegenhielt.
„Ganz gut, die letzte Woche war zwar etwas anstrengend, aber ansonsten geht es mir ganz gut. Und dir?“
„Och- eigentlich auch ganz gut... Ich bin gerade mit Fabi und Lynn im Zoo!“, Lynn tippte sich an die Stirn und gab mir zu verstehen, die Klappe zu halten, aber Chris sprang voll und ganz auf mein Gesagtes ein.
„Ach du bist Lynns mysteriöses Date. Richie war schon ganz schön niedergeschlagen, weil sie ihn hat so abblitzen lassen.“
„Ich bin nun mal ihre Nummer Eins!“, ich lachte leise und Fabi quietschte, als sie sich auf ihren Windelgepolsterten Hintern fallen lies. „Allerdings ist mir heute Abend etwas dazwischen gekommen, sie hat also doch Zeit...“, Lynn schlug mich fest auf den Oberarm, aber ich konnte mir das dicke Grinsen trotzdem nicht verkneifen, als sie „Halt die Klappe“, flüsterte.
„Oh...“
„Ja... ist Richie vielleicht gerade in der Nähe?“
„Der ist vor fünf Minuten abgehauen, frag mich nicht wohin er ist... aber ich kann mal versuchen ihn anzurufen, wenn du willst...“, schlug Chris vor und mein Grinsen wurde immer breiter.
„Das wäre toll, kannst du ihm dann sagen, er soll Lynn um acht einfach abholen?“
„Mach ich- gib mir fünf Minuten!“
„Bis gleich, Chris...“, dann legte er auf und auch ich drückte den roten Knopf.
„Bist du wahnsinnig?“, fragte Lynn laut und sah alles andere als glücklich aus.
„Ist das etwa neu für dich?“, fragte ich dagegen.
Fabienne zog an meiner Tasche, dann bückte sie sich darüber und zog eine Tupperdose heraus.
„Magst du eine Karotte?“, fragte ich sie, als sie sie mir direkt vor die Nase hielt.
„Totte!“, sagte sie überzeugt und ich öffnete ihr die Box, aus der sie sich sofort eine ganze Hand voll nahm.
„Stooooopppp, junge Dame, nur eine...“, während Lynn sich weiter lautstark darüber aufregte, was für eine miese Freundin ich sei (so hatte sie es nicht ganz ausgedrückt), legte Fabi die Karotten zurück in die Box und mein Handy vibrierte auf's Neue.
„Das ging aber schnell!“, sagte ich, nachdem ich abgenommen hatte.
„Sein Handy ist aus... wenn er vor acht zurück kommt, sag ich ihm Bescheid, aber ich kann nichts versprechen!“, sagte Chris und ich seufzte leise.
„Hm... okay, schade. Ich werd's ihr ausrichten...“
„Und was machst du heute Abend so Wichtiges, dass du keine Zeit für Lynn hast?“
„Oh, ich treffe mich mit dir- außer du hast etwas anderes vor, natürlich...“, ich lachte leise auf und die Stille auf der anderen Seite der Leitung verwandelte sich sofort in wissendes Lachen.
„Verstehe- du hattest eigentlich gar nichts vor. Ist das ein schlechter Verkupplungsversuch?“
„Jaaa, so könnte man das nennen. Also? Was ist mit heute Abend?“, Fabi griff sich noch eine Karotte und biss grinsend herein, ehe sie mit ihrer freien Hand nach meinem Handy griff.
„Mama!“, sagte sie überzeugt und hielt sich den kleinen schwarzen Kasten verkehrt herum ans Ohr.
„Nein, nicht Mama... Chris ist da dran!“, antwortete ich ihr und sie grinste mich breit an.
„Tis!“, sagte sie und biss wieder in die Karotte, dann lachte sie laut und kindlich, ließ das Handy fallen und klatschte in die Hände.
Grinsend und kopfschüttelnd schnappte ich es mir schnell wieder, bevor Lynn dazu kam danach zu greifen.
„Wirklich sehr süß die Kleine...“, lachte Chris ins Telefon. „Was möchtest du denn heute Abend machen?“
„Oh jeh... können wir ins Kino gehen oder so? Irgendwas entspannendes!“, schlug ich vor.
„Du kannst auch ins Hotel kommen und wir gucken uns einen Film an...“, mir verschlug es kurz den Atem. Ins Hotel? Das war, als würde er mich fragen, ob ich Sex mit ihm haben wollte. Paare die zu Hause nicht ihre Ruhe haben konnten, gingen in ein Hotel. Außerdem fühlte ich mich in bekannter Umgebung viel wohler.
„Ähm... wir können auch bei mir nen Film gucken... meine Eltern sind nur heute Abend ausnahmsweise mal zu Hause...“, Lynn kicherte neben mir, als sie meinen Ton hörte. Wahrscheinlich klang ich wie ein verzweifeltes, verschrecktes Reh- und sah auch so aus.
Es war kurz still, dann hätte ich schwören können, dass Chris nickte. „Also dann ins Kino, ja?“
Erleichtert atmete ich aus. „Ja... treffen wir uns um halb acht vorm Haupteingang, okay?“
„Gut, ich versuch in der Zwischenzeit nochmal Richie zu erreichen, normal hat er sein Handy immer an. Bis nachher dann, Ella!“, bevor ich mich auch verabschieden konnte, hatte er schon aufgelegt und Fabienne erneut nach den Karotten gegriffen.
„Er hat dich mit Sicherheit gefragt, ob du ins Hotel kommst!“, schätzte Lynn und lachte erneut. „Das du aber auch immer gleich denkst, dass die Kerle Sex mit dir wollen, wenn sie dich zu sich einladen!“
„Das ist was anderes... Er ist- das- er wohnt gerade in einem Hotel- Hotelzimmer sind... ach verdammt, du weißt, was ich sagen will!“, ich knallte den Deckel auf die Tupperdose und steckte sie zurück in meine Tasche, bevor ich mein Handy hinterher warf.
„Ja! Du versuchst mir gerade umständlich klarzumachen, dass du Angst hast!“, während sich Madelyn aufrichtete und meiner Nichte ihre Trinktasse in die Hände drückte, seufzte ich nur.
Okay, vielleicht war ich ein wenig panisch geworden, nach dieser Einladung. Aber wäre das nicht jeder?
Mein Blick glitt etwas umher, erst da fiel mir wieder ein, dass ich aufmerksam bleiben musste. Ryan konnte überall sein. Und wenn er hier war, sollte Lynn das nicht erfahren.

Nach einigen weiteren Gehegen und Tieren entwich Fabienne ein langes Gähnen und als ich sie wieder den ganzen Weg aus dem Zoo tragen musste, bereute ich es erneut, dass ich den Kinderwagen nicht mitgenommen hatte, denn sie schlief direkt auf meinen Armen ein.
Bis ich Lynn zu Hause abgesetzt hatte und dann Fabi bei uns zu Hause in ihrem Bett verfrachtete, war es schon halb sieben. Ich hatte also noch eine Stunde Zeit mich fertig zu machen. Und keine Ahnung, was ich anziehen wollte. Ebenso, wie ich keine Ahnung hatte, was mit mir los war, denn nach der Woche, in der die Jungs nicht hier waren, hatte ich genügend Zeit gehabt, nachzudenken. Und kam immer noch zu keinem Ergebnis. Ich wusste nicht, ob Chris gut für mich war oder nicht. Ob ich gut für IHN war.