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Olivia's p.o.v.


Vielleicht sollte ich von vorne anfangen zu erzählen.
Als Ryan Lynn damals verließ, tauchte er noch einmal bei mir zu Hause auf. Ich wollte ihn eigentlich wütend wegschicken, aber der Trottel war ja schon fast den Tränen nah., als ich die Tür zuknallen wollte. Ich ließ ihn an dem Tag also rein.
Draußen regnete es in Strömen, ab und zu zuckte ein Blitz über den grauen Himmel.
Ryan saß im Wohnzimmer auf der Couch und seufzte schwer, als ich mich ihm gegenüber an den Glastisch lehnte.
„Was willst du noch hier? Du hast ihr das Herz gebrochen und jetzt verschwindest du in die USA. Als wäre nichts gewesen, als hätte sie nie existiert. Lass sie in Ruhe. Melde dich bloß nie wieder bei ihr!“
„Aber...“, er wirkte etwas verzweifelt, als er zu mir aufsah.
„Ryan...“, meine Stimme wurde sanfter, aber das bedeutete noch lange nicht, dass ich aus Mitleid nicht mehr sauer auf ihn war. „Wenn du unbedingt Ash willst- okay. Wenn du weg von hier willst- okay... aber bitte- lass sie in Ruhe!“
„Ich komme wieder.“, platzte es aus ihm heraus.
„Was?“
„Ich komme wieder. Ich bleibe nur vier Monate.“
Ich schluckte schwer. Hatte er zu Lynn nicht gesagt, er würde für immer gehen?
„Aber...“
„Hör zu, Ella, ich hab Lynn nur gesagt, dass ich für immer gehe, weil ich glaube, dass sie dann schneller darüber hinwegkommt. Wenn sie denkt, sie sieht mich nie wieder, macht sie sich keine Hoffnungen mehr, verstehst du? Ich wollte nur... einen glatten Bruch...“
„Ihr Scheißkerle mit euren glatten Brüchen. Die sind schlimmer als alles andere. Und dann lügst du sie auch noch an. Denkst du sie hat dich in vier Monaten vergessen? Soll ich lachen oder weinen? Was soll sie denken, wenn du wieder da bist?“
„Ich-“
„Du bist ein Volltrottel, Ryan.“
„Bitte sag es ihr nicht, Olivia. Das ist das einzige, worum ich dich bitte. Sag ihr nichts. Ich- wollte nur, dass jemand Bescheid weiß, wenn ich plötzlich wieder auftauche und...“
„Verschwinde aus diesem Haus und lass dich hier nie wieder blicken. Wage dich auch nur in die Nähe von Lynn zu kommen und ich köpfe dich eigenhändig!“
Ryan zog damals sofort ab. Er wusste, wie ernst es mir war. Ich würde ihm das Leben zur Hölle machen, wenn er Lynn noch einmal zu nahe kam. In der langen Zeit, die er mich nun schon kannte, hatte er mehr als genau erfahren, was passiert, wenn jemand sich wagte auch nur ein schlechtes Wort über meine beste Freundin fallen zu lassen.
Ich war an dem Abend sofort zu Lynn nach Hause gerannt. Anstatt zu ihr ins Zimmer zu gehen und sie zu trösten, verschwand ich allerdings bei Ben. Ich musste irgendwem erzählen, was Ryan mir anvertraut hatte. Lynn war da wohl nicht die beste Wahl, also musste ihr Bruder herhalten.
„Das behalten wir lieber für uns...“, er schüttelte leicht den Kopf. Wahrscheinlich hoffte er, dass Lynn es schaffte, in den vier Monaten von Ryan loszukommen.
Ich erzählte Lynn, dass Ryan seinen Wagen abgemeldet hätte, um Ryan zu helfen. Er wollte einen glatten Bruch, also wollte ich das nicht zerstören. Es hätte Lynn nicht weiter geholfen, wenn ihr ihr gesagt hätte, dass Ryan bald wiederkommt.
Das Telefonat, das Ben da also geführt hatte, als Lynn nach Hause kam, war mit mir. Ich hatte ihm erzählt, dass sein Auto in meiner Parallelstraße stand. Er war also wieder da. Eine Woche früher, als erwartet.
„Bis gleich, ja?“, fragte ich also, das Telefon zwischen Schulter und Ohr geklemmt, und zog eine dünne Jacke über, ehe ich das Licht ausschaltete.
„Ja, bis gleich!“
Ben und ich hatten uns im Café um die Ecke verabredet. Kriesensitzung, sozusagen.
Als ich ankam, saß er schon draußen an einem Tisch.
Ohne ein Wort setzte ich mich ihm gegenüber und verschränkte die Finger auf der Tischplatte.
„Was machen wir jetzt?“, fragte ich und seufzte leise, denn mir war klar, dass Lynn mich abgrundtief dafür hassen würde, dass ich sie angelogen hatte. Ben war wenigstens mit ihr verwandt. Sie wohnten zusammen. Lynn würde auf ihn viel weniger sauer sein als auf mich.
„Ich hab versucht ihn anzurufen, aber er hat anscheinend eine neue Handynummer. Er muss auf jeden Fall fern von ihr bleiben...“, Ben drehte das Colaglas, das er zwischen den Händen hielt, immer wieder im Kreis.
„Denkst du dabei an ihr oder an unser Wohl?“, fragte ich und Ben konnte sich ein kleines Grinsen nicht verkneifen.
„Ehrlich gesagt denke ich dabei in erster Linie nur an unser Wohl! Sie wird uns köpfen...“
„Und wenn wir ihr sagen, dass wir davon nichts wussten?“
„Willst du sie weiterhin anlügen?“, der strenge Blick des älteren mir gegenüber ließ mich erneut seufzen. Er hatte Recht. „Und du bist dir sicher, dass das sein Auto war?“
„Hunderprozentig. Und auch wenn nicht: Spätestens nächste Woche würde er wieder zurück kommen. Da hätten wir das selbe Problem.“
Ben wischte sich mit einer Hand über die Augen.
„Und ich dachte, wir hätten schon genug Probleme!“, sagte er leise.

Ich kam erst um zwei Uhr Nachts wieder nach Hause. Ein leiser Schrei entfloh mir, als das Licht vor unserer Haustür ansprang und Ryan direkt vor mir stand.
„Verdammt, was machst du hier?“, zischte ich und er zuckte mit den Schultern.
„Ich hab auf dich gewartet... du warst ganz schön lange weg!“
„Spionierst du mir jetzt etwa hinterher? Seit wann stehst du da schon?“, genervt drückte ich mich an ihm vorbei und schloss die Haustür auf.
„Seit elf oder so... ich glaube du warst gerade gegangen, als ich angekommen bin!“, als wäre es das Normalste auf der Welt stolzierte er einfach hinter mir in das Haus rein und lehnte sich dann an die Wand.
Ich hatte den Mund schon offen und holte Luft, um etwas zu sagen, aber Ryan unterbrach mich.
„Wo warst du?“
Meine Augenbrauen zogen sich zusammen. „Wie bitte?“, fragte ich ungläubig.
„Ich habe gefragt, wo du warst!“, wiederholte der blonde seine Frage.
„Ich glaube nicht, dass dich das etwas angeht. Was willst du, Ryan?“
„Das mit Ash und mir ist vorbei...“, fing er dann an und ich lachte spöttisch auf.
„Na das hat ja lange gehalten!“
„Zwei Monate, um genau zu sein. Sie ist in den USA geblieben!“
„Du hast Lynn also wegen einer zweimonatigen Affäre mit deiner besten Freundin verlassen? Äußerst klug von dir, ihr deswegen das Herz zu brechen!“, kopfschüttelnd verschwand ich in der Küche, schaltete das Licht an und nahm mir ein Glas Wasser.
„Das war ein Fehler, das ist mir jetzt schon klar... Lynn war das beste, was mir je passiert ist...“
„Sie ist das Beste, was dir jemals passiert sein wird!“, korrigierte ich ihn.
„Ja- okay. Ich weiß es, Ella, du brauchst nicht noch darauf herumzureiten!“
„Worauf? Auf deiner absoluten Dummheit?“, wie immer, wenn ich sauer wurde, lief ich im Haus umher, Ryan folgte mir auf Schritt und Tritt.
„Olivia, ich bitte dich... du musst mir helfen sie wieder zurück zu bekommen!“
„Zurück? Vergiss es. Sie ist endlich auf dem Weg der Besserung. Außerdem hat sie schon längst ein Auge auf jemand anderen geworfen, und ich könnte wetten, dass er viel besser ist als du.“
„Wer ist es?“
„Das geht dich nichts an. Du hast es versaut. Egal was sie macht, es geht dich nichts mehr an. Geh, brich einer anderen das Herz. Und komm ja nicht auf die Idee, sie zu Hause zu besuchen, Ben erschlägt dich, wenn er dich dort sieht.“, ich riss mir die Jacke vom Körper und pfefferte sie auf die weiße Wohnzimmercouch.
„Du hast es ihm erzählt?“, fragte der blonde Amerikaner erschrocken.
„Natürlich. Er ist ihr Bruder!“
„Weiß sie auch, dass ich... ich-“
„Nein. Und das soll auch so bleiben. Lass sie einfach in Ruhe. Sie hat was Besseres als dich verdient. Geh zurück zu Ash, die freut sich sicher.
„Da wäre ich mir nicht so sicher!“, flüsterte er leise und senkte den Kopf.
„Denk ja nicht, dass ich jetzt Mitleid mit dir kriege. Du weißt wo's raus geht, mach die Haustür von außen zu.“, damit drehte ich mich um und griff zum Telefon. Ich musste Ben noch einmal anrufen.
Als die Haustür zuknallte, hob Ben ab.
„Er war gerade bei mir... er will sie wieder. Wir müssen uns was ausdenken... und zwar schnell. Ryan hat sich von meinen Worten noch nie beeindrucken lassen!“, hektisch tippelte ich mit den Fingern auf dem Sideboard herum.
„Keine Angst, den knöpf ich mir schon selbst vor. Der soll sich nur in ihre Nähe wagen, dann...“
„Körperverletzung und Mord sind in Deutschland strafrechtlich zu verfolgen, Ben!“
„Das klingt ja wie in einem Krimi... geh ins Bett, Ella, ich kümmere mich schon darum... gute Nacht!“, und aufgelegt. Tzz. Als könnte ich jetzt schlafen.