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Olivia's p.o.v.


Als Lynn aufstand, zog ich direkt die Decke zu mir und murrte ihr ein „Sei leise beim Pissen“ hinterher, woraufhin ich hätte wetten können, dass die beiden blonden Jungen neben mir anfingen zu grinsen. Chris zog mich noch etwas enger an sich heran und ich zog die Decke über uns, dann war ich schon wieder eingeschlafen.
Als unten kurz darauf die Haustür zuknallte zuckte ich erschrocken zusammen. Meine Augen rissen sich auf und mein Herz schlug schneller, dann ging das Garagentor auf und wieder zu und ich zog Chris Arm von meinen Hüften und richtete mich auf.
„Was ist?“, fragte Richie leise und setzte sich auch auf. Chris seufzte nur und öffnete die Augen, blieb aber liegen und musterte mich.
„Keine Ahnung...“, ich sah mich im Zimmer um. Lynns Sachen lagen alle noch hier, sie konnte das also eigentlich nicht gewesen sein. „Irgendjemand ist gerade gegangen und hat was aus der Garage geholt...“
„Sind deine Eltern zu Hause?“, fragte Chris leise, aber ich schüttelte den Kopf.
„Geschwister?“, fragte Richie weiter.
„Im Krankenhaus...“, murmelte ich leise und stieg dann aus dem Bett um aus dem Fenster zu sehen, aber da war schon lange niemand mehr.
Mein Blick richtete sich auf meinen Wecker, der gerade mal kurz nach neun anzeigte und ich murrte auf. Das war sehr wenig Schlaf. Mal wieder. Komisch, mit diesen Kerlen kam ich nie zum Schlafen.
„Wann ist Lynn ins Bad gegangen?“, fragte ich Richie und zog die Augenbrauen hoch.
„Schon länger her... sie war zwischen drin noch mal hier und hat sich was aus dem Schrank geholt, seit dem hab ich sie nicht mehr gesehen...“
„Was hast du mit ihr gemacht?“, fragte ich sofort und sah den blonden Jungen eindringlich an.
Chris lachte auf.
„Warum soll er was gemacht haben?“, fragte er und setzte sich nun doch hin.
„Weil Lynn nicht einfach so ohne ihre Sachen verschwindet.“, ich deutete auf die schwarze Handtasche auf der Couch.
„Ach, die ist sicher noch im Bad und macht sich fertig!“, winkte der größere ab.
„Ich hab sie geküsst!“, platzte es dann aus Richie raus und im Gegenzug darauf fiel mein Kinn fast auf den Boden. Ich starrte Richie ungläubig an und bewegte mich nicht, bis ich nach Luft schnappte.
„Das erklärt ihr abruptes Verschwinden auf jeden Fall!“, ich schmunzelte leicht. Sie hatte sich also tatsächlich auf etwas Neues eingelassen? „Bamba!“, murmelte ich und Chris sah mich etwas verwirrt an.
„Hast du das damals also doch im Radio gehört?“, fragte er mindestens genauso verwirrt wie er aussah.
„Ähm...“, ich kratzte mich am Hinterkopf und drehte mich dann einmal im Kreis, auf der Suche nach einer Ausrede. „Frühstück?“
Sofort sprang der Kleinere aus dem Bett aber Chris ließ sich wieder in die Kissen fallen.
„Lieber schlafen!“
„Ich hab Hunger!“, verkündete Richie mit fester Stimme, griff nach meinem Handgelenk und zog mich hinter sich aus meinem Zimmer. Ich warf noch einen Blick auf Chris, der uns nach sah, dann zog er sich die Decke über und Richie mich die Treppe runter.

„Und wie kam es dazu?“, fragte ich und steckte zwei Scheiben Toast in den Toaster.
Der Blonde durchforstete den Kühlschrank und kramte lauter Sachen heraus, von denen ich nicht einmal wusste. Aber er antwortete nicht.
„Hör mal, Chris...“, fing ich an und er drehte sich doch um.
„Du bist echt eine Ausnahme, Ella!“, fuhr er mir dazwischen.
„Was?“, ich zog die Augenbrauen zusammen.
„Du bist eine Ausnahme. Wirklich. Du bist selbst verschlossen bis oben hin und noch höher aber versuchst allen zu helfen. Und außerdem bist du eins der wenigen deutschen Mädchen, die mich Chris nennen und es amerikanisch aussprechen und Chris auch Chris nennen aber es deutsch aussprechen. Du bist eines der wenigen Mädchen, das einen Unterschied zwischen zwei Namen macht, aber keinen zwischen Tag und Nacht. Verstehst du was ich sagen will?“
„Ich glaub, das ist der Alkohol...“, murmelte ich und schüttelte den Kopf. „Ich hab keine Ahnung was du von mir willst!“
Er holte tief Luft, dann schloss er die Kühlschranktür und die zwei Scheiben Toast sprangen aus dem Toaster.
„Ich hab sie eben geküsst, das ist doch nicht verboten!“, es schien mir, als wolle er sich dafür rechtfertigen, dabei wollte ich das eigentlich nicht bezwecken.
„Das wollte ich damit auch nicht sagen, ich...“
„Ich mag sie eben. Sehr sogar. Und jetzt komm mir nicht mit „Ihr kennt euch erst seit einer Woche“ und „Ihr habt euch noch nicht so oft getroffen“. Das ist eben ein Gefühl. Eine Eingebung. Und...“
„Chris- halt die Klappe. Bitte! Das wollte ich alles gar nicht sagen, es ist nur...“, ich nahm den Toast aus dem Toaster und legte die Scheiben in ein Körbchen, ehe ich zwei weitere Scheiben hineinsteckte und mich an den Küchentisch setzte. „Weißt du, Lynn hat mit Ryan noch nicht abgeschlossen. Und es scheint so, als wärt ihr verdammten blonden, blauäugigen Amerikaner eine Krankheit, die sie verfolgt und irgendwann in den Tod stürzen lässt. Das ist nichts gegen dich. Es ist einfach... Lynn ist meine beste Freundin und vielleicht bald alles, was ich noch habe und- ich will einfach nicht, dass es ihr schlecht geht...“
Richie schleppte den Stapel Brotaufstrich und weiß der Geier was er alles noch gefunden hatte zum Tisch und setzte sich mir gegenüber.
„Vielleicht sollten wir mal ganz vorne Anfangen. Und zwar bei dir.“, sagte der blonde Amerikaner dann zu mir und nahm sich eine Scheibe Toast, was ihn aber nicht davon abhielt mich fordernd anzusehen.
Ich seufzte lauf. „Seit ich mich erinnern kann verlassen mich die Leute die ich liebe. Mein Bruder hat Leukämie. Er liegt fast nur noch im Krankenhaus und- ich schätze er wird nicht mehr allzu lange leben... Noah war immer das Wichtigste in meinem Leben. Er ist 11 Jahre älter als ich und- meine Eltern sind nicht mehr die Jüngsten und ich habe immer gedacht, wenn meine Eltern sterben, dann habe ich noch Noah. Aber so wird es nicht sein und in vielleicht schon wenigen Jahren stehe ich ganz alleine hier. Alles was ich dann noch habe ist Lynn. Ich will nicht, dass es dem Menschen, der mir von allen auf lange Sicht gesehen am Wichtigsten ist schlecht geht, und das tut es. Ständig wird sie verletzt. Erst von Ryan, über den sie bis jetzt noch nicht hinweg ist und- Chris, wirklich, du darfst das nicht falsch verstehen, ich will dich damit nicht angreifen, oder dir etwas vorwerfen, aber... sie hängt noch so sehr an Ryan, dass das mit euch beiden jetzt sowieso nichts werden würde und- verstehst du? Jetzt verletzt du sie noch zusätzlich. Deswegen ist sie abgehauen!“
Richie biss in seinen Toast und musterte mich nachdenklich. Anscheinend war er mir nicht sauer, sondern versuchte zu verstehen, was ich gerade alles erzählt hatte.
„Das mit deinem Bruder tut mir Leid...“, sagte er dann und suchte meinen Blick auf. „Ich will Lynn nicht weh tun. Denk das nicht...“
Ich wollte etwas erwidern, aber sein Blick reichte aus um mich zu stoppen.
„Ich mag sie wirklich, Ella. Es ist vielleicht wirklich etwas überstürzt, aber ich will ja nicht gleich eine Beziehung mit ihr. Sie hat jetzt sowieso erst mal eine Woche Zeit darüber nachzudenken!“
Ich schenkte mir einen Schluck O-Saft ein. „Wieso?“
„Wir fahren heute Nacht weg und sind erst einmal sechs Tage unterwegs. Frag mich nicht wo es hingeht, ich hab keine Ahnung mehr. Wir sind sowieso ständig unterwegs. Dass wir jetzt eine Woche hier sein konnten war schon fast ein Wunder!“
„Seid ihr es nicht satt ständig wo anders zu sein? Ich meine- ich könnte das nicht. Wo ist man da noch zu Hause?“, schlussendlich fing ich auch an mir einen Toast zu beschmieren.
„Ich mag es eigentlich so viel unterwegs zu sein. Das ist einfach mein Traumjob. Ich liebe es auf der Bühne zu stehen. Ich liebe die Fans. Auch wenn die Verfolgerei manchmal zu weit geht... Chris zieht das Ganze in letzter Zeit etwas runter, aber das legt sich sicher wieder...“
Bei mir schrillten alle Alarmglocken und ich hielt dabei inne in den Toast zu beißen.
„Das ist sicher nur eine Phase!“, Richie lachte leise auf. „Du magst ihn, oder?“
Ich biss lieber doch schnell in meinen Toast um Zeit zu schinden und mir genau zu überlegen, was ich antworten sollte.
Natürlich mochte ich Chris. Sehr sogar. Aber ich kannte ihn ja kaum. Er war freundlich und zuvorkommend. Er sah gut aus. Und er hatte einen Beruf, der es ihm nicht erlaubte mit jemandem zusammen zu sein. Er hatte einfach keine Zeit.
„Ich mag dich auch!“, antwortete ich also und zuckte mit den Schultern. Richie lachte wieder.
„Aber anders als Chris. Oder stellst du dir mit mir etwa vor, wie es wäre in einer Beziehung zu sein?“
„Das stell ich mir mit Chris auch nicht vor!“, rechtfertigte ich mich und flunkerte somit auch gleich ein bisschen.
„Ach komm!“, er trat mir unterm Tisch leicht gegen das Schienbein.
„Okay, vielleicht hab ich schon das ein oder andere mal darüber nachgedacht. Aber es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Frauen, wenn sie einen Typen sehen, als erstes darüber nachdenken, ob er gut für ihre Kinder wäre! Als Frau denkt man also bei jedem Kerl gleich an eine Beziehung, wenn man nicht gerade so ein nymphomanisches Etwas ist.“
„Ich wäre also nicht gut für deine Kinder?“, lachte Richie einfach weiter und ich verschränkte die Arme vor der Brust.
„Das hab ich überhaupt nicht gesagt!“
„Also könntest du dir doch eine Beziehung mit mir vorstellen?“
„Nein!“, langsam verzweifelte ich.
„Aber mit Chris!?“
„CHRISTOPHER!“, in meiner Stimme konnte man die Verzweiflung förmlich rauskriechen hören und Richie kriegte sich gar nicht mehr ein vor Lachen. „Arsch!“
„Armes Ella-Mäuschen, hab ich dich etwa aus der Reserve gelockt?“, fragte er und wollte mir in die Wange kneifen, aber ich schlug seine Hand schmollend weg. „Du musst endlich mal etwas lockerer werden. Chris will dir sicher nichts Böses. Das wäre wahrscheinlich das Letzte, was er will. Ich weiß nämlich, dass er dich auch sehr mag!“
Ich biss erneut in meinen Toast.
„Bamba und BDmuc!“, ich malte mit dem Finger ein Ausrufezeichen in die Luft.
„Und das heißt?“
„Blonder Amerikaner mit blauen Augen und Blonder Deutscher mit unwiderstehlichem Charme. Scheiß neue Krankheiten!“
Wieder lachte der junge Mann vor mir.
„Ganz schön schwierig so zu leben, oder?“, fragte ich schließlich und seine Miene wurde wieder etwas ernster.
„Das ist das Leben, das wir uns ausgesucht haben. Sicher- es ist schwer. Wir haben eigentlich nur uns. Ich kann nicht eben mal so nach Hause und mit meinen Eltern reden. Ich bin froh, wenn ich sie zwei-drei Mal im Jahr sehe...“
„Vermisst du dein altes Leben?“
Richie lehnte sich etwas in seinem Stuhl zurück.
„Manchmal.“, antwortete er ehrlich. „Ich vermisse meine alten Freunde. Ich vermisse es sogar in die Schule zu gehen. Ich vermisse es einen Alltag zu haben. Bei uns ist jeder Tag etwas Besonderes. Jeder Tag ist anders. Und das ist natürlich aufregend und kann natürlich auch schön sein. Aber manchmal ist es die pure Hölle. Es gibt hier nicht viele Menschen, mit denen ich wirklich befreundet bin. Ich meine, so richtig. Wenn man neue Menschen kennen lernt muss man höllisch aufpassen, dass sie einen nicht ausnutzen...“
Ich sah etwas betroffen auf meinen Toast.
„Glaubst du wir nutzen euch aus?“, fragte ich dann direkt und sah etwas enttäuscht aus, denn die Anspielung galt sicherlich auch mir.
„Ich weiß nicht. Nein. Wir kennen uns erst seit einer Woche, Ella...“, er lächelte sanft zu mir rüber. „Manchmal will man wirklich ehrlich mit jemandem befreundet sein und findet hinterher raus, dass man diese Freundschaft nicht aufrecht erhalten will oder kann. Oder man wird enttäuscht. Und dann-“
„So bin ich nicht. Und Lynn auch nicht!“, ich schüttelte leicht den Kopf.
Richie griff sich noch einen Toast aber mir war der Hunger eindeutig vergangen.
Kurze Zeit später hörten wir Schritte auf der Treppe und Chris ließ sich schließlich neben mir auf dem Stuhl nieder.
„Was herrscht hier denn für eine Trauerstimmung?“, fragte er und strich sich die verstrubbelten Haare etwas glatt.
Keiner antwortete, also griff er sich einen Toast. „Dann redet eben nicht mit mir!“, murrte er schulterzuckend.
„Wir haben nur gerade über Dies und Jenes geredet...“, sagte ich.
Chris musterte Richie fragend, aber dieser erwiderte darauf nichts. Dieses Gespräch würde unter uns bleiben.
„Okay, wenn mir keiner sagen will, worum es ging...“, er biss in seinen Toast, dann sah er mich an. „Wann fängt die Schule hier an?“
„Ähm... übernächste Woche...“, antwortete ich etwas perplex.
„Schade, wir fahren heute Abend...“
„Ich hab schon gehört, dass ihr eine Woche wegfahrt...“
„Du lässt einen seinen Satz auch nicht zuende reden!“, Chris schüttelte leicht den Kopf und Richie lächelte leicht.
Ich zuckte etwas zusammen.
„Tut mir Leid...“, antwortete ich nur und Chris sah Richie wieder fragend an.
„Sie ist vielleicht etwas angeschlagen!“, sagte dieser nur.
Na super. Schreib dir doch gleich ein Leuchtschild auf dem steht „Sie steht auf dich!“, dachte ich mir.
Ich zupfte etwas gedankenverloren an meinen Boxershorts herum, bis Chris nach meiner Hand griff, sie auf den Tisch legte und mit seiner umschlossen hielt.
„Okay, was ist hier los?“, fragte er dann und ich konnte mich nicht zurückhalten und lachte los.
„Nichts, wirklich, das Thema gerade war nur nicht so berauschend!“, antwortete ich. Wieder dieser Blick zu Richie.
„Ich hab ihr erzählt, dass es schwer ist Vertrauen zu Menschen zu fassen, weil man immer davon ausgehen muss, dass man nur ausgenutzt wird!“, antwortete Richie nun auf die ungefragte Frage und Chris seufzte.
„Ihr seid so scheiße!“, brach es aus mir raus und ich entzog Chris meine Hand. „Ich versteh das ja, wenn es euch schwer fällt, aber ihr seid hier nicht die Einzigen, die Probleme haben fremden Menschen zu vertrauen. Klar? Euch Kerlen kann man ja sowieso nicht vertrauen, aber gerade ihr mit eurem Scheiß Popstar-Dasein macht es mir nicht unbedingt einfach Vertrauen zu fassen. Ihr habt ja kaum Zeit auch nur einen Gedanken an diese „Freundschaft“ zu verschwenden, wie soll...“
„Ella, reg dich wieder ab!“, sagte Richie beschwichtigend und legte seinen Toast weg um den Stuhl zurück zu schieben, aber ich war schneller und stand vor ihm auf.
„Ihr tut so, als würde sich die Welt um euch drehen, aber es gibt noch andere Menschen, die Enttäuscht wurden!“, Chris und Richie waren beide auch aufgestanden und liefen langsam auf mich zu. Es sah etwas aus, als würden sie mich gleich gleichzeitig anspringen.
„Wir wollten damit gar nicht sagen, dass wir dir nicht vertrauen...“, sagte Chris beschwichtigend.
„Es klang aber stark danach!“, ich wedelte abwertend mit der Hand in der Luft, dann drehte ich ihnen den Rücken zu.
„Bei dir klang es gerade auch nicht besser!“, Richies Hand legte sich auf meine Schulter und er drehte mich wieder zurück, aber ich hielt den Blick auf den Boden gesenkt und setzte mich auf die Ablage hinter mir. „Einigen wir uns darauf, dass wir uns falsch ausgedrückt haben. Alle!“
Ich zuckte die Schultern. „Meinetwegen! Und jetzt verschwindet von mir, ich kriege ja schon richtige Platzangst!“, lachend wedelte ich mit den Händen vor mir herum und drängte die Jungs etwas von mir weg.
„Aus dir soll mal jemand schlau werden!“, murmelte Richie in seinen nicht vorhandenen Bart hinein.
Bevor ich dazu kam etwas darauf zu sagen, klingelte mein Handy oben laut und ich war schneller oben verschwunden, als sie gucken konnten.
Die SMS war – wie erwartet – von Lynn. Hm- Kriesensitzung... ich würde mich einfach nachher mal melden. Die Welt würde schon wegen einem Kuss nicht untergehen.