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Madelyn's p.o.v.


Schnell bückte ich mich nach dem Föhn und zog ihn aus der Steckdose, bevor ich mich wieder zu den zwei Männern wendete.
„Besuch“, erklärte Ben und sah mich fragend an. Ich strich mir die Haare aus dem Gesicht und nickte ihm zu. Er trat beiseite und Richie, der in mein Zimmer kam, schloss hinter sich die Türe.
„Ich wusste gar nicht, dass du Männerparfum benutzt“, sprach er und rümpfte die Nase. Ich öffnete schnell das Fenster.
„Nein- das ist...“, ich schluckte und verschränkte meine Hände vor meinem Bauch. Ich musste mich nicht vor ihm rechtfertigen, aber wenn er es so genau wissen wollte- bitte. „Das ist Ryan's Parfüm“, erklärte ich schnell und setzte mich neben ihn auf das Bett.
„Mh“- nickend ließ er seinen Blick in meinem Zimmer schweifen, ehe er dann an mir hängen blieb.
„Wie hast du rausbekommen, wo ich wohne?“, fragte ich ihn und er sah mich stirnrunzelnd an.
„Im Zeitalter von Google ist das keine Zauberei mehr“, erklärte er. Ich nickte und ließ von seinem Blick ab. Wir schwiegen einige Sekunden- ich konnte mir schon denken, was er dachte, bevor er es aussprach.
„Also ist Ryan wieder hier?“, fragte der blonde Junge und unwillkürlich musste ich ihm wieder in die Augen sehen. „Deswegen also keine Zeit“, ergänzte er selber schlussfolgernd und nickte sich zustimmend zu.
„Ryan-“, ich musste schlucken. Es fiel mir immer noch so schwer seinen Namen auszusprechen. „Ryan ist nicht wieder in der Stadt- ich mag lediglich sein Parfüm“ Am liebsten hätte ich ihm in diesem Moment nichts als die Wahrheit direkt ins Gesicht gesagt. Dass er der Grund dafür war, warum der heutige Tag für mich mal wieder die Hölle war- dass ich ihn mit seiner bildhübschen Begleitung gesehen hatte und dass ich ihn jetzt am liebsten aus der Wohnung schmeißen würde, damit ich ihn nie mehr sehen musste und allein die Narbe auf meinem Kopf als kleine Erinnerung an diesen bescheidenen Abend bleiben würde.
Nichts von dem seltsam schönen Gefühl unserer Begegnung war mehr in der Luft. Ich schloss meine Augen, fuhr mir mit meiner Hand durchs Haar und ließ mich nieder auf meinen Rücken.
„Und deine Freundin“, sprach ich- fast beiläufig und verschränkte die Finger über meinem Kopf.
„Nichts“, sagte er. Ein kleines Bisschen der seltsam schönen Stimmung unserer Begegnung kam nun doch wieder auf. Ich spürte wie sein Blick sich über mir verfestigte, doch wagte es nicht meine Augen zu öffnen. Ein kleines Lächeln der Ironie glitt über meine Lippen und ich wiederholte leise seine Worte-
„Nichts“. Für „Nichts“ ging es mir heute aber ziemlich dreckig. Ich spürte wie seine Hand sich auf meiner Stirn niederließ und zuckte zusammen. „Tut's denn noch so weh?“, fragte er und ich öffnete meine Augen wieder. Kein Anzeichen seiner süßen Lachgrübchen. Nichts als eine ernsthaft besorgte Miene. Eine kleine Strähne seines blonden Haares fiel ihm in sein Gesicht. Ich streckte meine Hand auch nach seiner Stirn aus, um sie ihm wieder in die perfekt gerichtete Frisur zu stecken, doch er griff mit der freien Hand nach meiner und zog mich an dieser wieder hoch.
„Nein- alles in Ordnung“, erklärte ich schnell und vergrub meine Hände unter meinen Beinen. Ich wendete meinen Blick wieder von ihm ab und sah auf den Boden. Auch er schien jetzt davon abzulassen, krampfhaft um meinen Blick zu kämpfen und verschränkte seine Finger in seinem Schoß.
„Lynn- Madelyn“, setzte er an, doch ließ wieder los. Ich richtete meinen Blick wieder zu ihm auf und sah wie er versuchte die richtigen Worte zu finden. „Ich wollte dich wirklich nicht versetzen, verstehst du? Das ist nicht meine Art. Und eigentlich hatte ich mir auch als Entschädigung für die ungemütliche Nacht auf meinem Schoß etwas für dich ausgedacht“, er zog zwei Kinokarten aus seiner Hosentasche und legte sie neben mich. Er lachte kurz auf und fügte hinzu: „Die sind leider abgelaufen- Die Vorstellung war heute Nachmittag. Eine Freundin, Jessica- kam überraschend aus den Staaten zu Besuch und ich hab einfach alles vergessen, weil ich mich so mit ihr verquatscht hatte, dass ich einfach nicht mehr auf die Uhr gesehen habe.“ Die Entschuldigung klang in meinen Ohren plausibel, wenn auch irrelevant. Vergessen war vergessen und versetzt war versetzt. Meine Güte- es ging mir nicht um seine Aufmerksamkeit, ein wenig Verständnis hätte es auch schon getan. Ich wollte jetzt nicht mit ihm reden. Es war mir egal, was er erzählte.
„Ich glaub es ist besser, wenn du dann jetzt wieder zu ihr gehst und die Zeit mit ihr genießt. Meine Schicht fängt in einer Stunde an“
Ich atmete einmal tief durch und sah in die schreiend blauen Augen des Jungens neben mir, die so verzweifelt wie bei meinem kleinen Zusammenprall mit Jay wieder an mir hefteten. Es tat mir weh ihn so zu sehen. Den Jungen, den ich kaum kannte und doch wieder so gut. Ich wusste nicht, was in diesem Moment in ihm vorging. Es war so schwer ihn zu durchschauen.
„Gut“, hauchte er, nickte- sah mich noch einen kleinen Moment so an, als würde er etwas suchen, doch schüttelte dann wieder den Kopf, um anscheinend etwas mit sich selbst auszumachen und stand dann auf. „Mach's gut, Madelyn- pass auf dich auf“, sprach er, bevor er aufstand, aus meinem Zimmer ging und die Tür im Flur hinter sich verschloss. Ich lehnte mich zurück und atmete wieder tief durch. Was auch immer diese unserer komischen Begegnungen ausmachte, es trieb mich bald in den Wahnsinn. Der Junge, der sein Leben der Musik widmete, schien das Bedürfnis zu haben, sich durch total seltsam emotional beeinflusste Treffen, in mein Leben einmischen zu wollen- aber das komische an der Geschichte war, dass er es auch wirklich schaffte.
Das große Tor zum Glück, das Ryan hinter sich geschlossen hatte, als er gegangen war, glänzte in meiner Erinnerung immer noch so schmerzend schön. Es wieder aufzureißen, war unmöglich. Und darauf zu warten, dass Ryan wieder durch das Tor zu mir kam, auch. Von Moment zu Moment erschien es mir immer kindischer so stur auf das zu warten, was niemals eintreffen würde. Es war das Ungewisse, was ich befürchtete. Die Ungewissheit, was passieren würde, wenn ich von Ryans Seil ablassen würde, um zu fallen und wieder neu aufgefangen zu werden. Ella wusste wie es sich anfühlte los zulassen. Obwohl ich mir sicher war, dass es für sie genau so schmerzhaft war, wie es für mich werden würde. Vor allem, wenn der besagte Fall nicht weich abgefangen wurde, sondern ich einfach so lange fiel, bis es mir das Genick brach und ich mir gewünscht hätte, niemals von Ryan abzulassen.
Ich wusste, ich musste frei kommen. Ich musste frei kommen, um Bens Willen, um Ellas Willen und besonders um meinen Willen.
Die piepsende Uhr neben mir, riss mich unsanft aus meinen Gedanken. Ich richtete mich widerwillig auf warf mir mein Jäckchen um und nahm meine Tasche, um zur Arbeit zu fahren.
Um Abstand zu gewinnen.