Gratis bloggen bei
myblog.de

Mini Twitter



follow Zwei_Sommer at http://twitter.com


Affiliates



become?


Icon Of The Month

Wettbewerb


Where you can reach us




To say

It's time for you
to see yourself



Madelyn's p.o.v.


Ich übergab das Studio der Frühschicht und schlurfte total müde, aber doch auf eine unerklärliche Weise zufrieden aus dem Studio zur Bushaltestelle. Meine Nase fühlte sich durch den fehlenden Schlaf kalt an und meine Augen wurden von Minute zu Minute merklich schwerer. Der Bus ließ Gott sei Dank nicht lange auf sich warten und so konnte ich auf dem schnellsten Weg nach Hause.
Die Tür hinter mir fiel leise ins Schloss, ich stellte meine Tasche im Flur ab und schlich in mein Zimmer. Schnell zog ich mich um, ließ den Rollladen herunter und legte mich in mein Bett.

Ich wurde unsanft nach knappen 6 Stunden Schlaf durch das schrille Geräusch meines Handyklingeltons geweckt. Laut seufzte ich auf und hielt mir mein Kissen über den Kopf in der Hoffnung, dass das Handy einfach aufhören würde zu klingeln- Fehlanzeige. Gähnend tastete ich auf meinem Nachttisch herum, bis ich das Handy in die Finger bekam und es zu mir zog.
„Ja?“, murmelte ich schlaftrunken in den Hörer und blinzelte leicht.
„Madelyn?“, fragte die mir vertraute Stimme. Schnurstracks öffneten sich meine Augen und ich saß waagerecht in meinem Bett.
„Richie“, flüsterte ich und stütze mich mit einer Hand an der Bettkante ab.
„Du klingst komisch“, sprach der Junge besorgt in den Hörer und ich konnte mir vorstellen wie er stirnrunzelnd in seinem Hotelzimmer saß und aus dem Fenster schaute.
„Oh- du hast mich geweckt, aber ist nicht weiter schlimm“, erklärte ich schnell und glitt langsam wieder auf mein Kissen herunter.
„Aber es ist 12 Uhr“, lachte er und brachte mich damit auch unwillkürlich zum Grinsen.
„Nachtschicht“, murmelte ich und schloss meine Augen wieder um mir den Jungen besser vorstellen zu können.
„Dann melde ich mich nochmal in drei Stunden, okay?“, sprach er- doch mein Körper sträubte sich dagegen, was sich dadurch bemerkt macht, dass meine Hand sich in die Matratze grub und ich schnell ein leicht verlorenes
„Nein“ von mir gab.
„Keine Widerrede- ich melde mich- versprochen! Schlaf noch ein bisschen“ Ich konnte mir vorstellen wie er mit seinem „Call me Dr. Stringini“- Lächeln auf seinem Bett saß und einen Finger hob um mich zu mahnen.
„Na gut“, gab ich mich geschlagen und verheimlichte, dass er es mir mit seinem Anruf sowieso unmöglich gemacht hatte noch einmal ein zu schlafen.
„Bis nachher dann“
„Bis nachher“, murmelte ich verträumt und legte den Hörer auf. Ich musste Grinsen und war mit einem Mal glockenwach. „Pure Schwärmerei!“- redete ich mir selbst schnell ein und schloss meine Augen. Mein Herz pochte so stark gegen meine Brust, dass es sich anfühlte als ob es mit einem Satz herausspringen und die ganze Welt umarmen wollte.
Ich blieb noch einen kurzen Moment lang so liegen und starrte an die Decke. Meine Hände ruhten auf meinem Bauch und mein Atem wurde wieder gleichmäßiger. Ich hörte wie im Flur die Wohnzimmertür leise aufging und erkannte meinen Bruder direkt anhand seiner lauten Schritte.
„Ben“, rief ich leise, aber dennoch laut genug, dass er hörbar auf dem Absatz kehrt machte und meine Zimmertüre vorsichtig öffnete. Durch den geöffneten Spalt fiel ein heller Lichtstrahl und ich kniff von diesem geblendet meine Augen zu.
„Bist du wach?“, flüsterte er und schloss die Tür hinter sich.
„Ich kann nicht mehr schlafen“, erklärte ich und mein Bruder lachte kurz herzlich auf, ehe er sich auf mein Bett setzte und eine Hand auf mein Bein legte.
„Soll ich dir ein Glas Milch bringen- oder besser noch- ein Liedchen vorsingen?“
„Blödmann“, grinste ich, griff nach einem Kissen und warf es auf ihn.
„Du wirfst wie ein Mädchen“, lachte er und legte das Kissen neben sich.
„Woran das wohl liegt!“ Ben musste lachen und ich konnte spüren, wie sein Blick auf meiner Stirn ruhte.
„Was hat der Doktor gesagt?“, fragte er und rutschte ein Stückchen weiter hoch, um mich in der Dunkelheit ein bisschen besser sehen zu können.
„Er hat mir eine Salbe verschrieben“, erklärte ich kurz und bündig, um nicht weiter auf dieses Gespräch eingehen zu müssen.
„Mh“, murmelte er und ließ sich nach hinten auf seinen Rücken ab. „Weißt du, was morgen für ein Tag ist?“, fragte er mich. Ich durchforstete mein Gehirn nach dem morgigen Datum, aber etwas konkretes dazu fiel mir nicht ein.
„Du weißt ich kann mir Daten nicht gut merken“, erklärte ich ihm, um seine Frage zu verneinen. Er schluckte und fuhr fort:
„Papas Geburtstag“ Auch ich musste jetzt schlucken und ließ einen Seufzer von mir.
„Ich melde mich sicher nicht“, winkte ich direkt ab und drehte mich auf den Bauch.
„Maddie, wir haben uns jetzt seit 3 Jahren nicht mehr zu seinem Geburtstag gemeldet- meinst du es wird nicht langsam mal Zeit vernünftig zu werden?“
Ich spürte förmlich wie sein Blick mich durchbohrte, aber das konnte nichts an meiner Einstellung zu meinem Vater ändern. Es war nicht so, dass ich ihn nicht leiden konnte- die Chemie zwischen uns stimmte einfach nicht. Es war schier unmöglich uns beide an einen Tisch zu setzen, ohne dass eine Diskussion ausbrach. Mit Ben und ihm war das im Grunde genommen dasselbe, jedoch war mein Bruder in der Hinsicht nicht so ein Sturkopf wie ich. Meine kleinere Schwester, Alex- die immer noch in unserem Elternhaus lebte war aus demselben Holz geschnitzt wie er . Das war wahrscheinlich auch der Grund, weshalb die beiden sich so gut verstanden. Ben und ich legten kaum wert auf die Gesprächsthemen, die die beiden zu führen pflegten: Geld, Geld, Geld und nochmal Geld!
„Keine Chance“, verneinte ich erneut und richtete mich in meinem Bett auf.
„Er hat dir zu deinem Geburtstag Geld überwiesen und...“ Ich unterbrach ihn:
„Ich bin nicht käuflich und das weiß er auch!“
„Er ist aber unser Vater, verdammt noch mal!“, schimpfte er und stand auf.
„Vater, Erzeuger- wie auch immer“, ich seufzte auf und schaltete das Nachttischlämpchen neben mir an. Mein Bruder blinzelte mich mit seinen großen grün-braunen Augen an und schüttelte den Kopf.
„Mama würde sich sicher auch freuen dich wieder zu sehen!“ Er versuchte mich wirklich dringlich zu überreden. Seinen Beweggrund zu der plötzlichen Meinungsänderung im Bezug auf unsere Eltern konnte ich mir beim besten Willen nicht erklären- ich wollte es auch irgendwie nicht. Im Moment gab es einfach viel wichtigere Dinge die mich beschäftigten- aber darüber konnte ich mit Ben auch nicht reden, also versuchte ich das Thema einfach so diplomatisch wie möglich zu beenden.
„Gut- wir rufen an- ein simpler Anruf- nicht mehr und nicht weniger- hörst du?“, gab ich mich geschlagen. Er versuchte ein Grinsen zu unterdrücken, doch das Funkeln in seinen Augen verriet ihn. Ich verdrehte nur genervt die Augen und warf einen Blick auf die Uhr.
13:00 Uhr.
Wortlos schaltete ich den Fernseher an und zappte durch das Programm- Zeit totschlagen konnte unheimlich schwer sein. Wir sahen uns eine Weile lang eine dumme Talkshow und eine noch dümmere Gerichtssendung an. Ich konnte mich kaum auf die Handlung der Sendung konzentrieren, da ich noch viel krampfhafter versuchte mich dazu zu zwingen nicht auf die Uhr zu sehen. Als mein Wecker nach drei Stunden dann in rot aufleuchtenden Zahlen 16:00 Uhr anzeigte, gab ich auf und schloss meine Augen.
„Scheiss auf diesen Idioten“, flüsterte ich mir innerlich zu und seufzte. Ben schien das zu bemerken und tat genau das, was er immer in solchen Momenten tat- mich aus meinen Gedanken reißen, damit ich nicht noch verzweifelter wurde und lenkte mich ab.
„Hunger?“, fragte Ben und ich blickte wieder zu ihm und nickte. „Ich lad dich ein- McDonalds, ja? Bitte, bitte, bitte- ich brauch jetzt dringend was Fettiges“, grinste er und ich verdrehte nur die Augen und nickte erneut. Ben verschwand aus meinem Zimmer, machte mir das Licht an und ich schaltete den Fernseher aus, um mich fertig machen zu können. Einer bescheuerter als der andere. Ich schloss noch einmal die Augen und nahm mir vor mich in naher Zukunft einfach von blonden Amerikanern fernzuhalten.
Ben wartete bereits ungeduldig im Wohnzimmer und hielt mir nichts sagend meine Tasche entgegen. Ich legte mein Handy in diese und nickte ihm zu.
Wir gingen gemeinsam in das besagte Restaurant und setzten uns in eine Ecknische, nachdem wir uns unsere Burger abgeholt hatten. Ich zupfte eine Weile lang an dem Brötchen und sah gedankenverloren aus dem Fenster. Der Wind wehte nur leicht und die Menschen, die vorbei liefen schienen den wunderbaren Sommertag zu genießen.
So auch er.
Mit seiner rothaarigen Begleitung- und es war erneut ein Schlag in die Magengrube, der saß.
„Ben ich muss hier raus“, erklärte ich kurz und warf beim Verlassen das Getränk meines stutzig drein blickenden Bruders um.
„Lynn“, rief er mir hinterher, doch ich achtete nicht darauf und stürmte aus der Tür- an ihm vorbei- und er bemerkte es nicht.