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Madelyn's p.o.v.


„Komm mit“, Richie half mir auf, nahm meine Hand und zog mich mit sich aus der Türe. Wir liefen die Treppen runter und er schloss ein Zimmer auf. Der blonde Junge öffnete die Tür zum Bad und zog mich in dieses. Für einen kurzen Moment lang blieb mir der Atem stehen. Die Platzwunde an meinem Kopf sah wirklich bescheiden aus- und ich beschloss nach einer Dusche und einem kurzen Nickerchen sofort den Arzt aufzusuchen. Richie drehte den Wasserhahn auf und feuchtete ein blauen Halstuch, das auf der Theke lag, ein bisschen an. Dann drehte er den Wasserhahn wieder zu, wandte sich mir zu und musterte kurz meine Wunde.
„Autsch“, sagte er und verzog das Gesicht, sodass ich lachen musste. Kurz darauf nahm er vorsichtig meine Hand mit Jays blutverschmierten Bandana von meinem Kopf und säuberte mit dem Tuch die Wunde. „Call me Doctor Stringini“, er lachte herzlich und steckte mich damit an.
„Dein Pulli“, stellte ich fest und zog mir schnell den blauen Pullover über den Kopf.
„Danke“ Er nahm den Pullover entgegen. Eine kurze Weile lang standen wir so da und sahen uns an.
„Ich glaub ich geh dann mal“, brach ich die peinliche Stille.
„Nein“, er stockte kurz: „Warte- deine Nummer“ Er sah mich verschmitzt an und ein Lächeln konnte ich jetzt einfach nicht mehr zurückhalten.
„Klar“, hauchte ich und tippte meine Nummer, in das Handy ein, das er aus seiner Hosentasche geholt hatte. Ich meinte kurz ein Funkeln in seinen Augen gesehen zu haben. „Ich glaub Ella wartet auf mich“, ich schluckte kurz. Richie trat einen Schritt weiter auf mich zu.
„Pass gut auf dich auf, hörst du?“, sagte er und stockte kurz, ehe er mich umarmte. Überrascht erwiderte ich die Umarmung. „Sei stark“, flüsterte er mir ins Ohr, bevor er sich wieder von mir löste. Ich wollte ihn noch nicht loslassen. Der blauäugige Junge gab mir das Gefühl von Geborgenheit, das ich schon seit 3 Monaten vergebens suchte- das wusste ich jetzt.
„Danke“, flüsterte ich ihm ins Ohr. Er sollte nicht merken, dass mir der Abschied ein wenig schwerer fiel, als ich das geplant hatte, also überspielte ich den „Abschiedschmerz“- wenn man das so nennen durfte- mit einem verträumten Grinsen. Ich drehte mich um und verließ sein Hotelzimmer.
Auf dem Flur stand Ella, die noch mit Chris zu reden schien. „Olivia“, rief ich nach dem blonden Mädchen, um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen. Die beiden verabschiedeten sich voneinander, ehe ich bei ihr war. Auf dem Weg nach draußen unterhielten wir uns über einiges. Darüber, ob sich die Jungs wirklich wieder melden würden und über die ganze Situation.
„Soll ich dich nach Hause fahren?“, fragte Ella mich, nachdem wir am Hotelausgang angekommen waren. Ich nickte, obwohl ich mir sehr wohl darüber bewusst war, was für eine miese Autofahrerin Ella war. Dass sie auch noch hundemüde war, redete ich mir schnell aus- das Risiko mit ihr jetzt einen Unfall zu bauen, war sicher immens riesig. Wir stiegen in ihr Auto ein und sie ließ den Motor an. Natürlich würgte sie diesen kurz nach dem Ausparken ab, aber das war ich mittlerweile gewöhnt und schlimm fand ich es auch nicht mehr. Irgendwie schaffte sie es mich heil daheim abzusetzen.
„Ich hab heute Nachtschicht im Studio“, erklärte ich ihr. Mit dem Studio war der Radiosender gemeint, in dem ich seit ich meine Schule mit einem Realschulabschluss beendet hatte, arbeitete.
„Gut, dann melde ich mich morgen Nachmittag“, sagte sie.
„Komm gut heim“, meinte ich lächelnd zu ihr und stieg aus. Aus meiner Tasche kramte ich den Haustürschlüssel, schloss die Haupttüre auf, ging die Treppen rauf zu meiner Wohnung, schloss auch diese Türe auf, trat ein und verschloss die Türe wieder hinter mir. Ich pfefferte meine Tasche auf den Boden, zog mir die Schuhe aus und ging ins Bett. So müde ich auch war, eine Dusche musste jetzt einfach sein. Das warme Wasser schien meinen Körper wieder ein wenig zu beleben, denn ich fühlte mich besser danach. Meine Haare trocknete ich nur etwas an, schlüpfte in meinen Jogginganzug und ging in mein Schlafzimmer. Dort ließ ich die Rollladen runter und fletzte mich in mein Bett. Die paar Stunden Schlaf auf dem Dach hatten mir nicht sonderlich viel gebracht. Ich dachte noch einmal kurz über alles nach und musste grinsen.
„Verrückte Sache“, murmelte ich und schloss meine Augen. Ich sah ein Lächeln vor mir- und erste war ich mir auch todsicher, dass es das wunderbare Lächeln von Ryan war, doch ich irrte mich. Es war ein viel schöneres. Ich musste noch einmal grinsen und drehte mich zur Seite. „Dieser Traum gehört nicht dir Ryan“, flüsterte ich in die Dunkelheit und klammerte mich an meinem Kissen fest.

„Du wirst mich nicht los, Madelyn- noch nicht jetzt“, flüsterte mir Ryan ins Ohr. Erschrocken drehte ich mich um und sah dem Jungen, der mir das Herz gebrochen hatte ins Gesicht. Sein Lachen war gemein und kalt. Ich machte auf dem Absatz kehrt und ging in die andere Richtung. Er holte mich ein und packte mich am Arm.
„Nein“, schrie ich ihn an und versuchte mich zu lösen. Der Junge riss mich zu Boden. Ich schrie, schrie so laut ich nur konnte.
„Hier wird dich niemand hören“, schrie auch er mich jetzt an. Die Tränen liefen mir über mein Gesicht. Ich atmete schwer.
Plötzlich riss jemand Ryan von mir. Ich drehte mich zur Seite und kauerte mich zusammen.
„Schh“, flüsterte eine vertraute Stimme und nahm mich in den Arm. „Ich bin doch da“, flüsterte die Stimme wieder und ich öffnete die Augen. Blaue wunderschöne Augen funkelten mich an. Ich warf meine Arme um Richie und hielt ihn fest. Er trug mich zu meinem Bett, legte mich auf dieses und stellte sich daneben. „Ich muss jetzt gehen“, flüsterte er mir zu und strich mir eine Strähne aus dem Gesicht.
„Nein- noch nicht“, hauchte ich und versuchte meine Hand nach ihm auszustrecken, doch er wich mir aus.
„Ein glatter Bruch- hörst du? Der wird besser verheilen, ich lasse dich in Ruhe und sag Olivia Bescheid, dass sie vorbeikommt und nach dir sieht“, sagte der Junge lächelnd zu mir. Ryans Worte- es war als hätte mir jemand mit dem Messer direkt ins Herz gestochen und die alte Wunde wieder aufgerissen.
„Nein- Richie“, hauchte ich, doch da war es schon zu spät. Er war verschwunden und ich lag wieder weinend in meinem Bett und schlang meine Arme um meinen Körper, um nicht wieder auseinander zu fallen.


Piepe, Piepe, Piepe. Verschwitzt wachte ich aus diesem Albtraum dank meines Weckers auf. Ich rieb mir die Augen und umklammerte mein Kissen.
„Nur ein Traum“, flüsterte ich mir wieder und wieder zu.