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Olivia's p.o.v.


Ich war wirklich wütend. Mir waren ja schon viele Trottel über den Weg gelaufen und ich hatte in den achtzehn Jahren, die ich auf dieser Erde schon war auch schon das ein oder andere Arschloch kennen gelernt. Und mir war ja auch schon von Anfang an klar gewesen, dass Jay nicht unbedingt alle Tassen im Schrank sortiert hatte, aber über Nacht schienen sie auch noch rausgefallen zu sein. Wie konnte er so dämlich sein?
„Das war nicht seine Absicht!“, Chris' Hand legte sich auf meine Schulter aber ich drehte mich mit einem Ruck von ihm weg.
„Ist es nicht egal, ob das seine Absicht war oder nicht? Dann hätte er eben Richie geschlagen. Wäre das besser gewesen?“, ich hatte die Arme vor der Brust verschränkt. Mein Puls raste, meine Wangen waren wahrscheinlich schon ganz rot, weil ich mich so aufregte. „Es hätte jemand vom Dach fallen können. LYNN hätte vom Dach fallen können! Und was hätten wir dann gemacht? Nicht, dass eine Platzwunde nicht schon schlimm genug wäre!“, ich warf die Arme verzweifelt in die Luft, als Chris mich nur anlächelte. Waren sie hier alle verrückt geworden? „Was ist denn daran so lustig?“
„Es ist süß, wie du dich aufregst. Sicher- es HÄTTE vieles passieren können. Aber es ist doch nichts weiter passiert. Jay tut es wirklich Leid. Er ist normal nicht so, aber wir haben in...“, Chris warf einen kurzen Blick auf seine Uhr, „... genau 43 Minuten einen wichtigen Termin. Wenn wir den nicht einhalten, gibt das ganz schönen Ärger. Und dem will er aus dem Weg gehen.“
„Ihr seid nicht die Einzigen mit wichtigen Terminen. Die Welt dreht sich nicht um US5. Das ist alles keine Entschuldigung dafür sich wie ein verrücktgewordenes Arschloch zu benehmen!“, ich betonte den Satz richtig, damit der dunkelhaarige Idiot in seiner Ecke auch schön alles mitbekam.
Chris lachte. Und ich seufzte nur und gab auf.
„Hast du dich jetzt wieder beruhigt?“, fragte er und kam einen Schritt auf mich zu.
„Nein!“, antwortete ich trotzig aber ergeben. Es hatte keinen Sinn sich weiter aufzuregen. Er nahm mich ja nicht mal richtig ernst.
Ich sah an ihm vorbei zu Lynn. Sie saß zwischen Richies Beinen und schien, trotz der Wunde, guter Laune zu sein. Sie lachten. Und es ging ihr gut.
Chris wollte gerade etwas sagen, da wurde die Tür aufgerissen und ein schwarzhaariger Junge atmete erleichtert aus.
„Da seid ihr ja!“, rief er und wollte einen Schritt auf das Dach machen und die Tür loslassen, als wir alle gleichzeitig losschrien. Verwirrt blieb er also stehen.
Jay lief auf ihn zu während sich Richie und Lynn aufrappelten und auch Chris auf die Tür zu lief.
Ich atmete schwer auf und erwischte Lynn's Blick, der Bände sprach. Sie dachte genau das selbe wie ich. Jetzt ist es vorbei.
Man sollte die Dinge kurz nach ihrem Höhepunkt beenden, weil sie sonst ein unschönes Ende nahmen. Wir hatten den Höhepunkt schon lange überschritten und waren am Tiefpunkt angelangt. Es war besser so. Unsere Wege würden sich jetzt wieder trennen.
Jay war schon nach unten verschwunden, genauso wie der dunkelhaarige Junge. Richie drängte sich gerade aus der Tür und Lynn lief ihm hinterher. Und Chris stand an der Tür, hielt sie offen und streckte mir seine Hand entgegen.
„Na komm. Wird Zeit, dass wir hier runter kommen!“, er lächelte schon wieder. Wie konnte man die ganze Zeit nur lächeln?
Ich nahm seine Hand entgegen und auch wir verschwanden im Treppenhaus.
Als wir im vierten Stock ankamen war von Lynn keine Spur mehr.
„Ich werd' dann mal heim gehen...“, flüsterte ich leise und richtete meinen Blick auf meine Fußspitzen.
„Du musst mir noch deine Handynummer geben.“, Chris' Stimme schien mich zu umschmeicheln, aber ich verdrängte den Gedanken ihn wieder zu sehen. Er hatte doch gar keine Zeit.
Er hielt mir sein Handy entgegen und ich brauchte einen Augenblick, bis ich realisierte, dass er es ernst meinte.
Nachdem ich meine Nummer eingegeben hatte reichte ich ihm das kleine Handy wieder.
„Ich ruf dich an. Wie versprochen!“, sagte er und ich nickte nur. Am Ende des Flurs rief Lynn nach mir. Sie kam anscheinend aus Richies Zimmer.
„Ich muss dann jetzt gehen...“, wich ich aus und wollte mich gerade auf den Weg machen, als er mich sanft am Arm packte und zurück hielt. Er drückte mir kurz die Lippen auf die Wange und ich merkte, wie sie heiß wurden und sich garantiert leicht rosa färbten.
„Bis dann...“, sagte er fröhlich.
„Ciao...“, und dann rannte ich.

„Was hast du in Richies Zimmer gemacht?“, fragte ich Lynn, als wir aus dem Hotel schlurften.
„Den Pulli ausgezogen und ihm zurück gegeben. Er hat mir seine Nummer gegeben...“, erzählte sie glücklich. Und das machte mich glücklich. Endlich dachte sie mal einen Moment lang nicht an Ryan.
„Schön...“, sagte ich und lächelte.
„Glaubst du, wir sehen sie wieder?“, fragte das dunkelhaarige Mädchen dann und ich zuckte mit den Schultern.
„Keine Ahnung- sie haben sicher viel zu tun. Wahrscheinlich haben sie gar keine Zeit.“, ich zuckte erneut mit den Schultern. Ich war schon jetzt eine viel zu starke Bindung zu ihm eingegangen. Ich hätte es einmal tun sollen, wie ich es mir selbst sagte: Abstand halten, ihn als Bekannten sehen... aber nein. Ich konnte mich ja wieder nicht zurück halten. Und er musste ja auch so verdammt freundlich sein.
„Meinst du?“, Lynn's Stimme riss mich aus den Gedanken und ich zuckte wieder mit den Schultern.
„Keine Ahnung, Lynn. Ich denke nicht, dass sie sich melden! Wieso auch? Wir haben auf dem Dach zusammen fest gesessen, mehr nicht!“
„Immerhin haben wir mindestens acht Stunden da oben mit ihnen verbracht. Das verbindet!“
„Mhm... normale Menschen vielleicht. Aber-“
„Sie sind auch normale Menschen, Ella... sie kommen nicht vom Mond.“
„Sie leben für ihre Karriere. Nicht wie andere Menschen...“
„Ellaaaa!“, Madelyn zog meinen Namen lang und grinste dabei. „Sie atmen, sie haben ein schlagendes Herz, sie schlafen und essen genauso wie wir...“
„Sie schlafen viel weniger und essen sicher auch andere Sachen...“, ich redete wirres Zeug. Das war mir sogar klar. Aber ich wollte Recht behalten.
„Hör auf so einen Mist zu reden. Sie sind ganz normale Menschen mit einem eben etwas anderem Job. Hätten wir mit jemand anderem da oben fest gesessen, dann würdest du dir nicht so unsicher sein, ob sie sich melden würden. Du bist viel zu misstrauisch geworden!“
Und wieder zuckte ich nur die Schultern. Und wenn schon. Ich hatte allen Grund dazu. Mich verließen ständig Leute, die mir etwas wert waren. Nur Lynn war beständig.
Mein Bruder war totkrank, meine Eltern stritten sich dauernd und ich hegte den Verdacht, dass sie sich bald trennen würden, mein Ex-Freund hatte mich vor über einem Jahr verlassen, obwohl ich ihn so geliebt hatte- schon in der Grundschule hatte mich meine damals beste Freundin verlassen,weil sie mit ihren Eltern nach Magdeburg gezogen war. Meine Großeltern waren alle schon gestorben- wie sollte ich anders als misstrauisch jeder neuen Bindung gegenüber sein?! Mir wurde sowieso immer wieder genommen, was ich liebte.
„Ich wette, dass sie sich melden!“, sagte Lynn bestimmt.
Da vibrierte es in meiner Hosentasche und kurz darauf ertönten die Klänge meines mir wohl bekannten Klingeltons. Verwirrt zog ich es in meine Hand und wunderte mich über die unbekannte Nummer.
„Ja?“, fragte ich, nachdem ich den Abnahme-Knopf gedrückt hatte.
„Ich hab doch gesagt, ich melde mich!“