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Madelyn's p.o.v.


„Scheiße ich hab Hunger und wir müssen in einer Stunde raus hier!“, mit diesen Worten wurde ich unsanft aus meinen süßen Träumen gerissen.
„Schh! Siehst du nicht, dass sie noch schläft?“, leise, aber bestimmend sprach Richie zu Jay, der nur ein verächtliches Lachen von sich ließ. Ich blinzelte vorsichtig, um meine Augen an die Helle zu gewöhnen. Mein Körper war immer noch in der selben Position und mein Kopf lag auch noch in Richies Schoß.
„Morgen“, murmelte ich und streckte die Arme etwas aus.
„Super, jetzt hast du sie wach gemacht!“
„Meine Güte- sie wird’s überleben! Komm mal runter!“, meckerte Jay zurück. Ich gähnte leicht und blickte dann auf, in das Gesicht des Jungens, auf dessen Schoß ich die Nacht verbringen durfte. Im Tageslicht strahlte das blau seiner Augen noch viel mehr und die Lachgrübchen waren mir bis dato auch noch gar nicht aufgefallen.
„Guten Morgen“, er lächelte mich an und fuhr mir durchs Haar. Einen klitze kleinen Moment lang, genoss ich noch die Nähe zu dem Jungen. Seit Ryan war ich niemandem mehr körperlich als auch geistig so nah gekommen. Ich richtete mich langsam auf, blinzelte noch einmal und streckte dann die Beine aus. Mein erster Blick fiel in Richtung Ella. Das Mädchen lag wohl behütet in den Armen des immer noch schlafenden Chris.
„Jetzt, wo die Tante da noch schläft, können wir doch diesen Ryan anrufen, oder? Ich versteh ja, dass das schwer für dich ist, aber wir haben einen Job zu erledigen und wenn wir nicht in einer Stunde frisch geduscht und umgezogen unten in der Lobby stehen, bekommen wir drei ein ziemlich großes Problem“ Jay sah mich bittend an. Ich zuckte nur mit den Schultern.
„Wenn du es schaffst, ihr das Handy abzunehmen... bitte“, entgegnete ich ihm und ein breites Grinsen setzte sich auf seinem Gesicht fest. Aus seiner rechten Hemdtasche zog er mein Handy und schob es mir zu. Ehe ich danach greifen konnte, hatte Richie es sich blitzschnell geschnappt und hielt es fest in seinen Händen.
„Nein- das machen wir nicht!“ Der bestimmende Ton in seiner Stimme überraschte mich doch sehr. Jay seufzte genervt auf und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Christopher Richard Stringini, du weißt genauso gut wie ich, was das für Probleme gibt! Der Gig ist wichtig- verdammt wichtig!“
„Wichtiger als die Gefühle eines Menschen?“ Ich musste schlucken, nachdem seine Worte verklungen waren.
„Ist schon okay“, flüsterte ich kleinlaut, doch der Junge blockte ab und schüttelte mit dem Kopf.
„Nein das ist nicht okay!“, sagte er und warf mir einen mahnenden Blick zu.
„Richie es reicht!“ Jay, der Bandleader stand auf und ging auf Richie zu. „Gib mir jetzt das verdammte Ding her, oder es knallt!“ Auch Richie stand auf und sah Jay wütend an.
„Das werde ich nicht tun!“ Kaum hatte er dies ausgesprochen, zog Jay ihn zu Boden und versuchte mit aller Gewalt seine Hand zu öffnen. Ich wollte meinen Augen nicht trauen. Sofort sprang ich auf, um zwischen die beiden zu gehen. „Geh runter von ihm!“, schrie ich Jay an, doch dieser ignorierte mich gekonnt.
„Gib es her! Ich will dir wirklich kein blaues Auge verpassen!“, schrie er wieder und wieder.
„Vergiss es!“ Der blonde, deutlich schwächere Junge schaffte es dennoch irgendwie, sich aus Jays Griff zu befreien und wälzte sich zur Seite. Jay wollte ihm hinterherrennen, doch irgendwie stand ich ihm im Weg und da war es schon passiert. Der große Dunkelhaarige zog mich mit voller Wucht zu Boden, sodass ich mit meinem Kopf auf den harten Kieselsteinboden aufprallte.
Der Schmerz, der in meinem Kopf anfing, setzte sich blitzartig durch meinen ganzen Körper und ließ mich laut aufschreien. Es pochte in meinem Kopf, als würde sich ein Presslufthammer durch ihn bohren wollen. Unwillkürlich schossen mir die Tränen in die Augen. Der Schmerz, der in meinem Kopf saß brachte mich bald um den Verstand, sodass ich die Tränen nicht mehr einhalten konnte.
„Madelyn“ Ich hörte, wie Richie auf mich zugerannt kam und sich neben mich kniete. „Oh mein Gott- du blutest“ Die Stimme des Jungens klang verzweifelt und schuldbewusst zugleich.
„Scheiße“, fluchte Jay und kniete sich auf meine andere Seite. Der ganze Lärm musste auch Chris und Ella geweckt haben.
„Ihr Idioten! Was habt ihr mit ihr gemacht!“ Ella stürmte auf mich zu.
„Mir geht’s gut“, presste ich mit aller Mühe raus.
„Nein- verdammte Scheiße noch mal!“, schrie sie mich an. Ihre schrille Stimme bohrte nochmal in meinem Kopf, sodass ich das Gesicht verzog.
„Nicht so laut!“, säuselte ich und versuchte die Augen zu öffnen.
„Eine kleine Platzwunde“, stellte jemand- ich glaube es war Chris- fachmännisch fest. „Hat einer von euch sein Bandana dabei?“, fragte er seine Bandkollegen. Ich sah undeutlich, wie Jay etwas aus seiner Hosentasche holte und es Chris in die Hand drückte. Dieser legte es mir auf den Kopf und presste dagegen.
„Auaaa, nicht so feste!“ Ich öffnete meine Augen und sah wie sie alle um mich herumknieten.
„Es tut mir Leid, hörst du? Ich wollte dich nicht runterhauen“, Jay suchte nach den richtigen Worten.
„DU IDIOT! DU VERDAMMTER IDIOT!“ Ella konnte ihre Wut nicht mehr bremsen.
„ES WAR KEINE ABSICHT!“, wehrte sich Jay.
„Nicht so laut!“, wiederholte ich, doch meine Stimme schien in dem Geschrei unterzugehen.
„GUCK WAS DU ANGERICHTET HAST! DU WILLST VERNÜNFTIG SEIN? EINE AUTORITÄTSPERSON DARSTELLEN?“ Ella lachte schnippisch auf.
„Nicht so laut!“, ich suchte verzweifelt nach jemandem, der mich hörte und mein Blick fing den von Richie ein. Er legte seine Hand an meine Wange und nickte mir kurz zu.
„Schreit nicht so rum“, mahnte er die beiden und deutete mit seinem Blick zu mir.
„Danke“, seufzte ich und schloss kurz meine Augen, um mich zu sammeln. „Alles in bester Ordnung!“, murmelte ich, griff mit meiner Hand an das Tuch auf meinem Kopf, damit es nicht runterfallen würde, wenn ich mich aufrichtete. „Bleib lieber liegen“, meinte Chris, doch ich hörte ihm nicht zu.
„Ich hab auch schon ganz anderes überlebt“, murmelte ich wieder kaum hörbar in mich hinein und setzte mich langsam und vorsichtig auf. Sofort merkte ich, wie sich jemand hinter mich setzte, sodass ich mich abstützen konnte.
„Ich fass es nicht! Ich fass es wirklich nicht! Dass du was am Kopf hast, war mir schon die ganze Zeit bewusst, aber das ist eindeutig zu viel!“ Wütend stand Ella auf, um ein paar Meter zu gehen. Das tat sie oft, um sich abzuregen. Chris warf mir noch einen kurzen Blick zu, ehe er ihr nachlief.
Jay seufzte laut auf und sah dann in den Himmel.
„Irgendwer da oben, muss heute einen verdammt schlechten Tag haben“, stellte er fest, stand auf und ging in die andere Richtung. Ich atmete schwer aus und lehnte mich an Richies Brustkorb ab. Er legte seine Arme um meine Hüfte, um mich noch mehr zu stützen und säuselte etwas vor sich hin.
„Den Tag wirst du wohl nie vergessen“, trotz des nicht nachlassenden Hämmerns in meinem Kopf, versuchte ich meinen Humor nicht zu verlieren.
„Niemals!“, sagte der Junge hinter mir und strich mir sanft mit seinem Zeigefinger über die Hüfte. Vorsichtig nahm ich das Tuch von meinem Kopf. Tatsächlich war es blutig, aber nachdem Ella so hysterisch deswegen geschrien hatte, war ich von deutlich mehr ausgegangen.
„Es tut mir Leid“, sprach der Junge hinter mir leise. Ich löste mich aus seinem Griff und drehte meinen Oberkörper leicht zur Seite, um ihm in die Augen zu sehen.
„Das ist nicht deine Schuld- wirklich ich bin dir nicht sauer!“, versuchte ich ihn zu beschwichtigen, doch er schüttelte mit dem Kopf und redete weiter:
„Hätte ich Jay direkt das Handy gegeben, wäre das nicht passiert-“ Ich unterbrach ihn:
„Das konnte keiner wissen“
„Es hätte aber nicht passieren müssen! Mich trifft alle Schuld“, er blickte zu Boden. Ich legte vorsichtig beide Arme um seinen Hals und flüsterte ihm ins Ohr:
„Ich hab's überlebt! Und ohne dich, wäre ich heute Nacht wahrscheinlich erfroren“ Dann nahm ich meine Arme wieder von ihm und drehte meinen Oberkörper wieder nach vorn. Er legte seine Arme wieder um meine Hüften und lächelte kurz auf.
„Auf dass wir bald hier runter kommen“, sagte er leise. Irgendetwas in mir dachte ganz und gar nicht so. Ich wollte hier nicht runter.
Noch nicht jetzt.