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It's time for you
to see yourself



Madelyn's p.o.v.


Ella stand von Chris gefolgt auf und setzte sich mit ihm an den Rand des Daches. Da ich weder müde, noch sonderlich aktiv war, beschloss ich Musik zu hören und auf unsere Rettung zu warten. Ich kramte also meinen IPod aus meiner Tasche und stellte ihn an, auf Shuffle. Die ersten Lieder übersprang ich, nach House war mir nun wirklich nicht. Meine Finger ruhten auf den Tasten des Gerätes, als sich die leisen Gitarrentöne des Liedes „Seaside“ von „The Kooks“ anspielten. Sofort schossen mir Tränen in die Augen, ich musste schlucken und mir dann auf die Unterlippe beißen, um nicht in Anwesenheit der zwei Jungs zu heulen.
Es war eines unserer Lieder- und ich hätte mich dafür ohrfeigen müssen, es mir auf diesem Dach anzuhören, aber weiter schalten ging nicht. Ryan hatte es mir zu meinem 18. Geburtstag geschenkt mit einem Flugticket nach Kalifornien, wo er und seine Familie zu dieser Zeit noch wohnten. Jeden Tag verbrachten wir am Strand mit Lachen, Rumtollen und einfach nur kindisch sein. Ich zog mir schnell die Kapuze des Pullovers über den Kopf und presste dann mit meinen Händen gegen meinen Oberschenkel, um den Schmerz in meiner Brust auf einen anderen zu lenken. Unwillkürlich fing ich leise an, den Text mitzusprechen und verlor den Kampf gegen die Tränen. Es war kein Strom von Tränen- nur eine Einzige, die heiß über meine Wange ran und doch wieder einmal wie Salz in der Wunde wirkte.

Do you want to go to the seaside?
I'm not trying to say that everybody wants to go
I fell in love at the seaside
I handled my charm with time and slight of hand


„Scheiße.“, fluchte ich leise in mich rein und wischte mir mit dem Pullover über die Wange. Ryan, Ryan, Ryan! Überall Ryan! Das Lied fand sein Ende, zeitgleich mit dem Anfang des Gewitters, dass sich anbahnte. Es donnerte einmal kurz und ich blickte sofort zu Ella. Wie sehr sie Gewitter im Freien hasste, war kaum in Worte zu fassen. Ihre ständige Angst, vom Blitz getroffen zu werden war fast apathisch- besonders in solchen Moment. Ich zog mir die Stöpsel aus dem Ohr und rief in ihre Richtung:
„Ist alles okay, Ella?“
„Ja, alles klar!“, versicherte sie mir. Sicherlich war nichts klar, aber sich jetzt zu ihr zu setzen und mit ihr zu reden, würde sich nur noch negativer auf sie auswirken. Ich seufzte und legte den IPod wieder weg.
„Ist dir kalt?“, fragte ich Richie, der gedankenverloren in den Himmel blickte. Sein Blick verließ den Himmel und seine Augen ruhten auf mir: „Nein, alles bestens“
„Sag Bescheid, wenn du deinen Pulli wieder brauchst!“ Er nickte nur und schaute wieder in den Himmel. Genau wie Jay, der die Augen zukniff und die Nase komisch in Falten legte.
„Riecht nach Regen.“, sagte er und sah zu mir. Kaum verklangen seine Worte, blitzte es stark am Himmel und mein Blick schnellte zu Ella. Schon wieder zuckte sie zusammen und presste ihren Körper an Chris.
„Ich mach mir Sorgen- sie hat panische Angst vor Unwetter!“, erklärte ich den Zweien, die nun auch zu Ella sahen.
„Sie wird’s überleben.“, sagte Jay schnippisch und grinste zu ihr rüber. Ich schüttelte nur kaum merkbar mit dem Kopf und stand auf.
Auf halbem Weg zu Chris und Ella machte ich doch wieder kehrt, denn ich war mir nicht sicher, ob ich ungelegen kam und blickte dann über das Dach. Der kleine Vorsprung der Tür war mir bis dato noch nie wirklich aufgefallen und ich beschloss, mich gegen alle physikalische Bildung, unter diesen zu setzen, um wenigstens nicht nass zu werden. Sollte der Blitz dort einschlagen, wäre das wenigstens ein theatralischer Abgang meinerseits. Ich setzte mich und lehnte mich mit meinem Rücken gegen die Seitensäule. Meine Beine zog ich an, schlang meine Arme um diese und lehnte meinen Kopf auf meine Knie. Darin sponn wieder mal nur eines- und das war Ryan.
„Scheiße.“, fluchte ich leise, kaum hörbar und versuchte meine Gedanken an Ryan zu verdrängen. „Lass mich doch einfach in Ruhe!“, flüsterte ich gegen die Wand und atmete schwer aus.
„Es tut mir Leid, ich wollte nicht stören.“, sagte jemand, der von der anderen Seite kam und schien auf dem Absatz wieder kehrt machen zu wollen. Ich löste meine Arme, drehte meinen Kopf und sah dem jungen mit dem markanten Gesicht, den tiefblauen Augen und den blonden Haaren ins Gesicht.
„Nein, nein. Bleib bitte!“, sagte ich und hielt ihn vom Gehen ab. Er setzte sich mir gegenüber und streckte die Beine, rechts und links von meinen aus.
„Ist dir kalt- magst du deinen Pulli wieder haben?“ Ich verstand sein Kommen, doch er winkte ab.
„Nein, wirklich- behalt ihn an. Jay nervt und da rüber will ich nicht“, erklärte er und warf einen Blick in Richtung Chris und Ella, welche dicht beieinander saßen. Chris hatte sogar seinen Arm um ihre Schultern gelegt und sie hatte ihren Kopf auf seine fallen lassen.
„Kay, verstehe.“, nickte ich und sah wieder zu ihm.
„Ich weiß es geht mich nichts an, aber vergiss ihn einfach! Du hast was Besseres verdient-“, setzte er an und legte dann sein Gesicht schräg.
„Woher weißt du...“
„Du hast von ihm geredet, im Schlaf.“, unterbrach er mich und durchdrang mich förmlich mit seinem Blick. Ich biss mir auf die Unterlippe und blickte etwas verschämt zu Boden.
„Olivia hat uns erzählt, wer er ist.“ Er setzte ab und schien nach den richtigen Worten zu suchen. „Wahrscheinlich weiß ich nicht mal ansatzweise wie du fühlst, aber was ich sicher weiß ist, dass du das alles nicht verdient hast“
Ich schluckte und blickte zur Seite in den Himmel. Ich wollte nicht mit einem Fremden über mein Gefühlsleben reden. Das ging eigentlich niemanden etwas an. Das Thema Ryan war meine Sache- meine Sache ganz allein. Von ihm loslassen würde ich sicherlich nicht, weil mir irgend so ein daher gelaufener Typ von 'verdienen' und 'nicht verdienen' erzählte.
Der Regen setzte ein und wie sollte es auch anders sein, die anderen drei stürmten zu uns unter den kleinen Vorsprung. Richie klemmte sich neben mich, sodass Chris und Ella auf der einen Seite Platz finden konnten und Jay kam leider zu spät und saß nur zur Hälfte vom Regen geschützt unter dem Vorsprung. Ehe einer von uns etwas sagen konnte, zog sich ein dicker Blitz über die Skyline der Stadt und ich sah, wie Ella sich die Hände vors Gesicht hielt und dieses dann zwischen ihren Knien vergrub. Chris streichelte ihr beruhigend über den Rücken, im Gegensatz zu Jay, der sie nur boshaft lachend ansah. Ella tat mir einfach nur so Leid, aber ich war im Moment machtlos und die alternative Ryan anzurufen hatte sie ja schließlich auch noch.
Es kam mir vor, als würde die Temperatur stetig sinken und trotz der Jahreszeit, dem Pulli und der Nähe zu den Leuten musste ich immer noch frieren.
„Hör auf zu zittern, das macht mich nervös.“, meckerte Jay mich an. Dass der Typ nicht mehr normal war, sollte mir mittlerweile auch klar geworden sein, aber dass er so einen üblen Schuss weg hatte, hätte ich nicht gedacht.
„Halt die Klappe, Jay.“, setzte sich Richie heute zum ersten Mal an diesem Abend gegen den Bandältesten durch und legte mir einen Arm auf den Rücken. Er rieb fest mit seiner Hand dagegen, sodass Wärme entstand.
„Danke.“, sagte ich und lächelte ihm dankend zu. Nach einer Weile ruhte seine Hand wieder auf meinem Rücken und er deutete mit seinem Blick nach vorn. Ich folgte diesem und fand einen dösenden Chris dort vor, auf dessen linker Schulter Ellas Kopf ruhte und auf dessen rechter Schulter Jays. Ich musste bei diesem Anblick grinsen und schloss auch meine Augen, um meinen Kopf dann an Richies Schulter anzulehnen. Er lehnte seinen Kopf gegen meinen und so saßen wir hier. Jegliche Straßengeräusche von denen des Gewitters übertüncht und irgendwie, mitten in Berlin, abgeschnitten von jeglicher Außenwelt.