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Olivia's p.o.v.


Nicht, dass ich nicht auch hier runter wollte- vielleicht nicht sofort, aber irgendwann in dieser Nacht. Aber lieber würde ich hier oben versauern, als dass ich Lynn ihren Ex-Freund anrufen, geschweige denn kommen lassen würde. Und lieber würde ich hier oben Wurzeln schlagen als dass mich irgendwer mit den dreien sehen würde. Denn dann würden nicht nur die werten Herren in der Presse landen, sondern auch Lynn und ich. Und darauf konnte ich dankend verzichten. Uns blieb also nichts anderes übrig, als abzuwarten und zu frieren.
In der Zwischenzeit war es tatsächlich ziemlich kalt geworden, und ich war Chris wirklich dankbar dafür, dass er mir seinen Pulli gegeben hatte, allerdings machte ich mir Sorgen um ihn. Kerle taten zwar immer so, als wären sie unbesiegbar und als könnte ihnen nichts schaden, aber er war doch auch nur ein Mensch- und es war nun mal eine unbestreitbare Tatsache, dass es hier oben - trotz, dass es Sommer war – verdammt kalt war.
Ich rückte ein Stück an ihn ran, streckte die Beine von meinem Körper weg und legte den Kopf leicht schief, um ihn besser sehen zu können. Chris lächelte.
„Ist dir nicht kalt?“, fragte ich leise, wand dabei aber den Blick nicht von ihm ab.
„Ach, das geht schon!“, antwortete er genauso leise und machte eine abfallende Handbewegung.
„Hm- aber ich will nicht schuld sein, wenn du dich erkältest oder so... magst du deinen Pulli nicht lieber wieder zurück haben?“, ich drängte ihn schon fast zu seinem Glück, aber er lachte nur leise auf und sah mich dann eindringlich an.
„Wirklich- so kalt ist mir nicht, lass ihn ruhig an. Ich will nämlich nicht daran schuld sein, wenn du dich erkältest. Wir haben schließlich auch die Tür zugeworfen; das ist das Mindeste, was ich tun kann!“, er legte seine Hand auf meinen Oberarm und rieb kurz, sanft darüber.
Mein Blick legte sich auf seine Finger und zauberte unwillkürlich ein Lächeln auf meine Lippen. Es war lange her, dass mich solch eine kleine Geste zufrieden stellte.
Lynn schien sich gar keine Gedanken darüber zu machen, ob Richie nun fror oder nicht. Sie lag auf dem Boden, die Augen geschlossen, und machte ein wenig den Eindruck, als würde sie gleich einschlafen. Richie hingegen war hellwach. Ihm schien die Kälte überhaupt nichts aus zu machen, aber ich glaube, das lag nur daran, dass er in Gedanken so vertieft war, dass er nicht mal bemerkte, dass er Madelyn anstarrte.
Er veranlasste mich praktisch dazu noch mehr zu lächeln.
„Sehr niedlich!“, holte mich Jay's sarkastische Stimme wieder zurück in die Realität und ich seufzte auf.
„Ist der immer so, wenn er schlechte Laune hat?“, fragte ich Chris und ignorierte den Ältesten gekonnt. Chris grinste und warf ihm einen kurzen, amüsierten Blick zu.
„Ja- er kann unerträglich werden. Kommt Gott sei Dank nicht so oft vor!“, antwortete er mir dann. Seine Finger waren schon längst von meinem Arm gewichen.
„Deine Worte in Gottes Ohren!“, lachte ich ruhig, strich mir dann durch die Haare und atmete tief die kühle Luft ein. „Warum seid ihr überhaupt hier hoch gekommen?“
Ich schien Richie aus seinen Gedanken gerissen zu haben, denn er löste seinen Blick von Lynn und musterte mich dagegen kurz.
„Izzy und Vince waren schon auf ihren Zimmern und wir drei sind etwas länger unten bei den Fans geblieben. Als wir dann eigentlich auch in unsere Zimmer wollten sind uns ein paar Mädchen hinterher gerannt. Was heißt ein paar – es waren zehn oder so... zumindest wollten wir nicht, dass sie erfahren, wo unsere Zimmer sind, schließlich wollten wir heute auch noch etwas Schlaf kriegen... wir müssen eigentlich morgen früh um fünf wieder los... wie dem auch sei, sind wir dann eben hier hoch gerannt, weil wir gedacht haben, dass keiner auf die Idee kommt, dass wir auf dem Dach sind. Soweit scheint es auch geklappt zu haben... schließlich sitzen wir ja jetzt hier fest.“, erklärte Chris mit ruhiger Stimme.
Richie seufzte auf und unterdrückte ein Gähnen.
Genau in dem Moment, in dem ich etwas darauf sagen wollte, drehte sich Lynn im Schlaf zu Richie und zog die Beine eng an den Körper an. Sie schien verkrampft und spätestens, als sie Ryans Name leise erwähnte, entwich mir ein Seufzen.
„Wer ist eigentlich Ryan?“, setzte sich Richie nun zu Wort. Seine Augen bohrten sich in meine und trotz der Dunkelheit hatte ich das Gefühl, dass sie kurz aufblitzten.
„Naja...“, ich schloss kurz die Augen und zog die Beine wieder nach oben, bevor ich die Arme um die Knie schlang. „Er ist ihr Ex-Freund. Die Geschichte sollte sich schon längst erledigt haben... die beiden sind über drei Monate nicht mehr zusammen... aber anstatt besser zu werden, wird es von Tag zu Tag schlimmer...“
Jay schnaubte auf und fing sich dafür böse Blicke ein. Ich verdrehte nur die Augen. Trottel.
„Für eine 17-Jährige ist es eben nicht so einfach von der ersten großen Liebe verlassen zu werden. Bekannter Maßen lieben Mädchen sowieso intensiver als Jungs. Und wenn man dann auch noch gesagt bekommt, man ist nicht dran Schuld- Ryan ist ein Vollidiot. Er hat sie überhaupt nicht verdient. Er ist mit seiner besten Freundin durchgebrannt. Einfach so, von einem Tag auf den nächsten.“
„Scheißa...“, bemerkte Richie an und brachte mich damit trotz des unbehaglichen Themas zum Lächeln.
„Ja- scheiße...“, erwiderte ich nur. Mein Blick heftete wieder auf Lynn, die immer noch nicht den glücklichsten Eindruck machte. Sie tat mir Leid.
„Sie hat wirklich an ihm gehangen, oder?“, fragte Chris nach einer kurzen Stillepause und ich nickte nur leicht und zog die Ärmel seines Pullovers über meine Hände.
„Weil der Typ sie verlassen hat rufen wir ihn nicht an und sitzen hier also in der Kälte auf dem verdammten Dach? Nur deswegen?“, fragte Jay und ich musste mir auf die Lippe beißen, um nicht loszubrüllen.
„Hättest du Vollidiot nicht die Tür zugeschmissen, würden wir jetzt nicht heir oben sitzen. Und nur um deine Gedanken ein bisschen aufzufrischen: Wären wir nicht hier oben gewesen, hättet ihr nicht einmal die Möglichkeit jemanden anzurufen. Also hör gefälligst auf zu meckern. Was bist du? Ne Diva oder sowas?“, wieder spürte ich Chris Hand an meinem Oberarm.
„Ist gut, Olivia- wir sind alle ein bisschen mitgenommen. Die Situation ist tatsächlich nicht die Beste!“
Lynn jammerte wieder kurz auf. Aus dem Augenwinkel beobachtete ich, wie Richie ihren Kopf auf seine Beine zog und ihr ein paar Haare aus dem Gesicht strich.
„Whatever!“, murmelte ich leise. Natürlich waren wir alle ein bisschen gereizt, aber er war eindeutig der Älteste hier. Warum konnte er sich nicht ein Bisschen zusammen reißen? Nur ein klitze kleines Bisschen.