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Olivia's p.o.v.


Mein Herz blieb einen Moment stehen, weil mein erster Gedanke war, dass das Hotelpersonal oder irgendwer sonst jetzt hier hoch kommen würde oder dass uns von unten jemand gesehen hatte und dachte wir würden springen wollen. Als dann nur drei junge Männer- eher Jungs – auf das Dach kamen und uns „Gesellschaft“ leisteten, entwich mir ein erleichtertes und doch gleichzeitig enttäuschtes Seufzen. Meine Augen weiteten sich und ich streckte eine Hand aus, ehe ich keuchend ein „Nicht die Tür zufallen lassen!“, raus presste, aber da war es schon zu spät und die schwere Eisentür fiel mit einem Klacken ins Schloss.
„Verdammt!“, rief ich, rappelte mich auf und rannte auf die drei fremden und die Tür zu. Wie eine Verrückte rüttelte ich daran, aber sie ließ sich nicht mehr öffnen. „Verdammt, verdammt, verdammt, verdammt!“. Ich verkniff mir ein „Ihr Trottel“ und warf Lynn einen verzweifelten Blick zu.
Das würde ziemlich viel Ärger geben, wenn sie uns hier oben irgendwann finden sollten.
Mein Blick heftete sich an den drei Jungen vor mir fest. Ich musste sie mir nicht lange betrachten um festzustellen, dass ich sie kannte.
„Super!“, Lynn verdrehte die Augen und kam langsam auf uns zu. Auch ihr Blick klebte förmlich an den jungen Männern. Wir sahen uns nur kurz an, aber unsere Blicke sagten genug aus. Jetzt sitzen wir hier mit so Neureichen Möchtegernsängern fest.
Die drei sahen sich ungläubig an, unterhielten sich kurz aufgeregt, wobei ich ihnen aber nicht zuhörte, sondern mich wieder auf den Boden – diesmal in Mitten des Daches – sinken ließ und erneut die Arme um die Knie schlang.
Der große Dunkelhaarige rüttelte an der Tür, als wolle er mir nicht glauben, dass sie zu war und stellte dann klugerweise fest: „Sie klemmt!“
„Ach – was du nicht erzählst! Lernt man das von den ganzen zwölfjährigen Mädels da unten?“, fragte ich, verdrehte die Augen und deutete mit dem Kopf zum Ende des Daches, womit ich symbolisieren wollte, dass die Mädchen wahrscheinlich noch auf dem Gehweg saßen und – wie ich vermutete – auf die drei und ihre zwei Freunde warteten.
Lynn legte mir die Hand auf die Schulter um mich etwas zu beruhigen und warf ein entschuldigendes Lächeln zu dem oberklugen Türrüttler. Auch wenn sie versuchte nett zu bleiben, schien sie trotz allem genauso genervt zu sein wie ich. Nicht nur über die Anwesenheit der drei, sondern auch über die Dummheit die Tür zufallen zu lassen. Wir hatten nicht umsonst diesen hässlichen Wellkarton dazwischen geklemmt.
„Hey- nichts gegen unsere Fans!“, rief er, aber ich interessierte mich nicht wirklich dafür, sondern stand sofort wieder auf und sah über Berlin.
Mit schnellen Schritten lief ich auf den Dachrand zu, was den kleineren Blonden dazu veranlasste mir irgendetwas von „nicht springen“ hinterher zu rufen und Lynn lachen ließ. Ich hingegen legte mich auf den Boden und robbte mich ein Stück vor, um auf die Fenster im Stockwerk unter uns zu schielen. Die großen Fenster des Schwimmbades waren geschlossen. Mist.
„Das können wir vergessen, wir sind hier gefangen, außer wir springen!“, ich betonte das Wort extra, als ich mit langsamen Schritten wieder zurück zu der kleinen Gruppe lief.
„Gibt's hier keine Feuerleiter oder so was?“, setzte sich nun der große Blonde zu Wort. Lynn murrte leise auf.
„Schon- aber die fängt drei Stockwerke unter uns erst an...“, antwortete sie dann und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Wieso das denn?“, fragte der Dunkelhaarige und ich hatte irgendwie den Drang mir feste mit der Handfläche auf die Stirn zu schlagen.
„Woher sollen wir das wissen? Ich hab das Hotel nicht bauen lassen!“, schnippig wie immer fiel meine Antwort nicht sonderlich freundlich aus. Ich hatte auch keinen Grund dazu, schließlich saßen wir wegen dieser Idioten hier oben fest.
Es herrschte eine ganze Weile lang Stillschweigen. Lynn und ich hatten uns inzwischen einfach damit abgefunden, dass wir ganz schönen Ärger bekommen würden, wenn sie uns von hier oben holen würden, aber die drei Kerle versuchten immer noch die Tür aufzukriegen. Es dauerte eine geschlagene halbe Stunde (die sich übrigens anfühlte wie zehn), bis sie es endlich hinnahmen wie es war. Wir saßen hier fest. Punkt.
„Wir könnten nach unten rufen. Dann könnte jemand an die Rezeption gehen und sie würden uns hier runter holen!“, schlug der große Blonde vor, aber der Dunkelhaarige schlug den Vorschlag sofort wieder ab.
„Was denkst du, was das für Aufsehen erregt? Und wenn das morgen in den Zeitungen steht- wir machen uns total lächerlich!“
Ich schnaubte verächtlich auf, wobei sich ein Grinsen auf meine Lippen legte und Madelyn anfing zu lachen.
„Und was schlägt der Herr dann vor?“, fragte sie schließlich und stützte die Arme hinter ihrem Körper ab.
„Abwarten. Irgendwann werden Vince und Izzy uns schon vermissen und uns suchen.“
Vince und Izzy waren also die zwei anderen. Blieben nur noch geschätzte 50.000.000 andere Namen auf dieser Welt, die für die drei in Frage kamen.
Kann sich ja nur noch um Ewigkeiten handeln. Die zwei anderen sind wahrscheinlich auch dankbar dafür, dass sie die drei los sind!, dachte ich mir.
Der große Blonde ließ sich als erster zu Lynn und mir auf den Boden sinken.
„Ich bin Chris!“, stellte er sich vor. Sein Blick klebte einen Moment zu lange auf mir, dachte ich zumindest. Aber ich sagte darauf nichts.
Auch der kleinere setzte sich. „Ich bin de Richie!“, sagte er dann und grinste schief.
Ich sah den Dunkelhaarigen kurz an, der nur „Jay!“, sagte und nickte dann.
„Ich bin Madelyn!“, Lynn legte den Kopf kurz in den Nacken, dann musterte sie Richie durchgehend und wand den Blick sofort wieder ab.
„Olivia Ella Mégan Taylor!“, ich grinste leicht. „Nur, damit ihr euch nicht wundert, wenn Lynn mich Ella nennt!“, auf Chris Lippen zauberte sich ein entspanntes Lächeln, wir sahen uns kurz in die Augen, aber dann drehte ich den Kopf schnell wieder zu Lynn und kramte mein Handy aus meiner Hosentasche. Warum sind wir nicht gleich darauf gekommen?
„Ihr könnt eure Freunde auch einfach anrufen!“, schlug ich vor und klang wahrscheinlich leicht überheblich dabei.
Sofort kramten sie ihre Handys raus- aber alle fluchten: sie hatten keinen Empfang.
„Ich hab welchen!“, sagte ich nur leise, ertrübte das aufgeregte Glitzern in ihren Augen aber augenblicklich mit einem: „Aber nur 5 cent Guthaben!“
„Gut- also warten wir doch...“, nun setzte sich auch Jay endlich hin. Mit seinem Dumm-in-der-Gegend-rum-stehen hatte er mich schon ganz nervös gemacht.
„Und was macht ihr zwei hier – oben?“, fragte Richie und Lynn lächelte verträumt, als sie den leichten, kaum merklichen amerikanischen Akzent in seiner Stimme bemerkte.