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Madelyn's p.o.v.


„Er ist es nicht wert, dass du dir wegen ihm so den Kopf zerbrichst!“ Ich drehte meinen Kopf nicht zu Ella und starrte weiterhin in die Sterne. „Du hast was Besseres verdient. Jemanden, der dich auf Händen trägt und dir die scheiß beschissenen Sterne vom Himmel holt. Du brauchst ihn nicht!“ Ich musste kurz auflächeln. Wenn ich bei Ryan war, interessierten mich die Sterne auch nicht. Ryan war für mich das einzig Bedeutende, ich war von ihm abhängig- hielt es kaum einen Tag ohne ihn aus. Es war einfach alles an ihm, das mich glücklich machte. Umso schlimmer war es für mich, als er vor ca. dreieinhalb Monaten mit mir Schluss machte. Die Trennung kam wie aus heiteren Wolken- wahrscheinlich war ich einfach zu verliebt, um zu sehen, dass er mich vergaß und ein Auge auf Ashley, seine beste Freundin geworfen hatte. „Wer hoch fliegt, der fällt auch tief“- und es kam mir vor, als würde ich immer noch fallen. Als wäre ich noch lange nicht auf dem Boden aufgekommen und hätte mir das Genick gebrochen. „Und wie ich ihn brauche“, schoss es mir durch den Kopf.
Wieder schob ich meine Unterlippe vor und zurück, weil der Schmerz wie immer zu groß und die Sehnsucht umso schlimmer wurde. Ich öffnete schnell meine Augen und richtete mich auf. Ella schien gedankenverloren. Ich verabscheute es sie so zu sehen.
„Er ist stark“, hauchte ich ihr kaum hörbar zu und blickte nach unten. Eine Gruppe ca. 16 jähriger Mädchen setzte sich auf den Bordstein, der gegenüberliegenden Straßenseite. Ich schenkte ihnen keine weitere Beachtung und sah wieder auf.
Der Geruch von Chlor stieg mir in die Nase, doch wurde gleich wieder von dem immer stärker werdenden Wind verweht. Der Chlorgeruch kam von dem unter uns liegenden Schwimmbad. Es war zu einer Art Brauch von Ella und mir geworden am heißesten Vollmondtag im Jahr in das Schwimmbad einzubrechen und schwimmen zu gehen. Bei dem Gedanken an die Aktion des Vorjahres musste ich leicht grinsen. Ein Hotelgast hatte uns dabei erwischt, wie wir durch das Fenster des Schwimmbades kletterten und rief direkt die Hoteldirektion. Vor Schreck fiel ich damals geradewegs ins Wasser und Ella musste mich schnell aus dem kühlen Nass fischen, damit wir auf dem kürzesten Wege- einmal quer durch das Hotel- flüchten konnten. Dabei rissen wir drei Bilder von der Wand und beschädigten Hoteleigentum in Massen. Die Horde Hotelangestellter, die uns hinterher rannte, konnte uns aber trotzdem nicht einfangen und so stürzten wir keuchend- völlig außer Atem und ich pitschnass dazu, aus dem Hotel hinter die nächste Straßenecke. Dass uns trotz dieser überaus peinlichen Geschichte in den darauf folgenden Mondnächten nie mehr jemand erkannte, wunderte mich immer und immer wieder.
Ryan konnte sich damals vor Lachen kaum mehr halten. Sein lautes herzliches Lachen hallte wieder in meinem Kopf und brachte mich fast um den Verstand. Ella, die meine schnelle Gefühlsschwankung zu bemerken schien legte mir ihre rechte Hand auf meine Linke und gewann meine Aufmerksamkeit.
„Hör auf an ihn zu denken- das macht dich kaputt“, sprach sie und sah mich durchdringend an. Sie hatte Recht- wie immer eigentlich. Aber Loslassen war so schwer- im Moment unmöglich.
„Ich kann nicht“, hauchte ich und musste mit den Tränen kämpfen.
„Doch- das kannst du. Lass einfach los und hab keine Angst vorm Fallen! Du bist 17 Jahre alt- hast deinen ganzes Leben noch vor die Madelyn Christine Parker! Sei doch verdammt noch einmal einfach nur stark!“ Trotz des Befehls, der in ihren Worten lag, wurde sie nicht lauter oder unfreundlich. Ich kam mir so verdammt dämlich vor- aber der Schmerz wollte trotzdem nicht verschwinden.
Die Unterlippe vor und zurück schiebend suchte ich nach Ablenkung.
Mein Blick fiel unwillkürlich auf die Mädchen, die immer noch auf ihrem Bordstein saßen. Ich beobachtete sie eine Weile, doch konnte nicht feststellen, was sie dort unten taten- außer anscheinend auf irgendetwas zu warten.
Warten. War das das, was ich tat? Warten auf den Sant Nimmerleinstag, an dem Ryan vor meiner Haustüre auftauchen würde, um mich zurückzugewinnen? Wahrscheinlich und auch wenn Ella Recht hatte- wie immer eigentlich- es ging im Moment nicht. Ich war noch nicht soweit loslassen zu können.
Eine Weile saßen wir wieder wortlos und stumm nebeneinander, bis wir hörten wie Stimmen aus dem Treppenhaus, das zu dem Dach führte, hallten. Zeitgleich sahen wir uns kurz gegenseitig an und blickten dann auf die aufgehende Türe und die drei Personen, die aus ihr traten.